Noch kein Comeback: Hirscher sagt Weltcup und Olympia ab

Marcel Hirscher
Sein Leistungsniveau reiche noch nicht aus, um auf Top-Niveau konkurrenzfähig zu sein, so der 36-Jährige.

Marcel Hirscher ist keiner, der sich mit einem 23. Platz zufrieden gibt. Der Ausnahmeskifahrer und Rekordjäger der Jahre 2012 bis 2019 musste sich nun eingestehen: „Es geht sich nicht aus.“ Woche für Woche hatte der 36-Jährige seine Rückkehr in den Weltcup verschoben, am Freitag meldete er sich mit einem emotionalen Video via Social Media zu Wort. 

Der  eine oder andere – darunter Ex-Skistar Hermann Maier – hatte Marcel Hirscher bei den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina eine Goldmedaille zugetraut. Doch daraus wird nichts. 

Er werde nicht – wie zuvor angekündigt – im Jänner im Weltcup zurück sein, sondern in der laufenden Saison gar nicht. Und Hirscher fährt auch bei den Olympischen Spielen nicht mit, bei denen die Männer-Rennen in Bormio stattfinden. 

Keine Weltspitze mehr

Die Entscheidung soll erst gefallen sein, als für Adelboden bereits gepackt war. „Das Tempo, das ich gehen kann, ist nicht weltcupwürdig“, sagte der Salzburger. Er habe  „mit den Weltbesten“  trainiert und musste sich eingestehen, dass er aktuell mit Läufern wie Marco Odermatt oder dem finnischen Slalomtalent Eduard Hallberg nicht mithalten kann. 

Jemand wie Hirscher kann sich damit nicht zufrieden geben: Er gewann achtmal hintereinander den Gesamtweltcup, jeweils sechsmal den Slalom- und den Riesentorlaufweltcup. Er feierte 67 Weltcupsiege, war insgesamt 138-mal auf dem Podest. Er ist Doppelolympiasieger (2018 in Pyeongchang) in Kombination und Riesentorlauf und gewann siebenmal WM-Gold.

Der Rücktritt am Höhepunkt der Karriere untermauerte seinen Status. Damals war sich Hirscher bewusst: „Ich bin unglaublich glücklich, hier mit zwei gesunden Knien sitzen zu können.“ 

2021 gründete Hirscher die Skimarke „Van Deer“ unter dem Dach seines Sponsors Red Bull und mitbegründete die Bekleidungsfirma „The Mountain Studio“ – und  kehrte zunächst als Unternehmer in den Weltcup zurück.

Drei Weltcuprennen

Mehr als fünf Jahre nach seinem Rückzug als aktiver Skirennläufer war er 2024 zurück im Geschehen – als Niederländer, denn im dichten österreichischen Skiteam war längst kein Platz mehr für ihn. 

Ein Comeback und einen Kreuzbandriss später versuchte Hirscher zuletzt, sich  zurück an die Weltspitze zu kämpfen. Seinem Knie geht es mittlerweile wieder gut. Aber andere Schwierigkeiten ließen zuletzt kein ordentliches Training zu.  

Ein Virus zwang ihn vor Saisonstart in die Knie, wodurch er drei wichtige Trainingswochen verpasste, zuletzt musste er im Dezember eine 14-tägige Zwangspause wegen Wadenproblemen einlegen. „Das hilft nicht, um Tempo und Vertrauen zurückzugewinnen“, gab Hirscher nun zu. 

„Haters gonna love it“, seine Kritiker würden es lieben, glaubt Hirscher. Aber aufgeben will er nicht: „Vielleicht schaff ich’s ja nächstes Jahr.“ Im März wird er 37. 2027 winkt die Ski-WM in Crans Montana in der Schweiz. 

Kommentare