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Sie merke sich so etwas nicht, sagt Cornelia Hütter, aber ein Blick in die Geschichtsbücher hilft ihr auf die Sprünge. Im Super-G von Cortina war sie im Weltcup schon einmal Zweite, 2023. Also so schlimm kann es zwischen ihr und der Tofana ja nicht sein. Auch wenn die Steirerin immer wieder mit irgendwelchen Stellen zu kämpfen hat. Kleine Fehler schlichen sich sowohl in Abfahrt, als auch Kombiabfahrt in ihren Lauf.

"Von unten her passt alles"

Doch eines gefalle ihr in dieser Woche. Sie und Olympiasiegerin Ariane Rädler haben denselben Servicemann. Und der habe in beiden Rennen dafür gesorgt, dass die Ski perfekt auf die Piste abgestimmt sind. „Ich bin 100% überzeugt, dass es von unten her passt, das ist schon einmal die halbe Miete.“

Reserven wisse sie im dritten Rennen auch noch zu aktivieren: „Ich habe ein Kernöl mit und werde einen guten Salat essen, dann ist die Energie wieder da.“

Alessandro Hämmerle hatte eine ganz falsche Vorstellung, was sein Olympiasieg mit ihm machen würde. Der Snowboardcrosser aus dem Montafon war der Meinung, er würde fortan ein Leben auf der Sonnenseite führen und den Alltag mit einer Leichtigkeit und einem Lächeln meistern, um das ihn alle beneiden. Aber das war aus heutiger Sicht ein völliger Irrglaube.

Zwölf Tore und sieben Assists hat Christoph Baumgartner in 23 Pflichtspielen (Liga und Cup) bisher vorzuweisen in dieser Saison. Am Mittwoch stellte Österreichs Teamspieler seine glänzende Form erneut unter Beweis und traf schon wieder. Sehenswert, handlungsschnell und aus der Drehung, bezwang der Leipziger den fünffachen Welttorhüter Manuel Neuer schon in der 4. Minute im Cup-Viertelfinale gegen die Bayern in der Allianz Arena.

Baumgartner jubelte und seine Kollegen mit ihm. Was er in diesem Moment noch nicht ahnte: Er jubelte zu früh. Wegen einer Abseitsstellung, die so knapp war, dass sie mit freiem Auge nicht zu erkennen war, wurde der Treffer vom VAR annulliert.

Es blieb beim 0:0 und das ziemlich lange in einer offenen Partie, in der die Gäste aus Sachsen den Rekordmeister immer wieder vor Probleme stellten. Mit Baumgartner, aber auch mit Xaver Schlager und Nicolas Seiwald. Die drei Österreicher bildeten wie gewohnt das Dreier-Mittelfeld im 4-3-3 von Leipzig-Trainer Ole Werner.

Die Bayern brauchten schließlich einen Elfmeter, um in Führung zu gehen. Harry Kane verwandelte eiskalt (64.), nachdem Leipzig-Goalie Vandevoordt Bayerns Stanisic von den Beinen geholt hatte. Luis Diaz legte drei Minuten später das 2:0 nach. Das ließen sich die Bayern nicht mehr nehmen – und stehen nun im Halbfinale des DFB-Pokals. Mit Konrad Laimer, der ab der 69. Minute mitwirken durfte.

Was hatte sich denn Wolfgang Kindl nicht alles anhören müssen: Er wäre doch viel zu klein für einen Kunstbahnrodler, nie und nimmer könne jemand mit seiner Statur (1,66 Meter) mit der Konkurrenz Schlitten fahren. Und er möge sich doch, bitteschön, einen anderen Sport suchen.

Wolfgang  Kindl kann heute längst darüber lachen, dass er in jungen Jahren von so vielen abgeschrieben wurde. Selbst Verbandspräsident und Rodellegende Markus Prock hatte dem Tiroler keine große Karriere zugetraut, aber mittlerweile darf sich der 37-Jährige zurecht zu den Größten zählen, die dieser Sport hervorgebracht hat.

Wie viele Kunstbahnrodler gibt es schon, die sowohl im Einsitzer als auch im Doppelsitzer Olympia-Medaillen gewonnen haben. 2022 war Wolfgang Kindl noch klassisch im Herren-Einsitzer zur Silbermedaille gerodelt, bei diesen Winterspielen startete der Routinier auch im Doppelsitzerbewerb und sorgte mit Steuermann Thomas Steu für einen Glanzmoment. Es wurde die Silbermedaille hinter den Italienern Emanuel Rieder/Simon Kainzwalder (+0,068) und noch vor dem deutschen Duo Tobias Wendl/Tobias Arlt.

Es war durchaus eine mutige Entscheidung, die Kindl im Sommer 2023 gefällt hatte. Mit 35 Jahren sattelte der zweifache Weltmeister im Einsitzer um und startete auf seine alten Tage noch eine Laufbahn als Doppelsitzerrodler. Seine langjährige Erfahrung – Mailand-Cortina sind bereits die fünften Winterspiele – und sein außergewöhnliches Fahrgefühl sorgten dafür, dass Kindl schnell Fuß fasste und gleich in seiner ersten Saison als Doppelsitzer mit Partner Thomas Steu den Gesamtweltcup gewann. „Ich habe diese Herausforderung gebraucht. Das hat mir noch einmal eine neue Motivation gegeben“, berichtet der Routinier.

Mit Thomas Steu hat der zweifache Familienvater auch einen perfekten Steuermann an seiner Seite. Der besonnene Vorarlberger gewann bereits 2022 mit Lorenz Koller Olympia-Bronze und  er war froh, dass sich ein Jahr später mit Wolfgang Kindl ein Ersatz für den langjährigen Partner fand, der die Karriere beendete. „Wir haben beide voneinander profitiert“, versichert der 32-Jährige.

Zweimal haben Selina Egle und Lara Kipp zuletzt den Gesamtweltcup der Doppelsitzer gewonnen. Bei den Olympischen Spielen in Cortina ist das rot-weiß-rote Duo am Mittwoch ihrer Favoritinnenrolle nicht ganz gerecht geworden. Für eine Medaille reicht es trotzdem. Die Bronzene des Duos war die siebente für Österreich bei diesen Spielen.

Hinter den Italienerinnen Andrea Vötter/Marion Oberhofer (+0,259) und dem deutschen Duo Dajana Eitberger/Magdalena Matschina (+0,139) wurde es Platz 3 im Cortina Sliding Center. Bereits nach dem ersten Durchgang war das österreichische Duo auf Platz drei gelegen.

„Grober Schnitzer“

„Die Medaille bedeutet uns total viel“, freute sich Selina Egle. „Im ersten Lauf hatten wir einen groben Schnitzer, aber am Ende können wir wirklich stolz auf uns sein. Ich merke, wie emotional ich gerade bin, wie viel Druck da gerade abfällt.“

Eine Medaille war irgendwo aber auch Pflichterfüllung für Egle/Kipp, die schon gemeinsam in der Schule waren und „richtig gute Freundinnen“ sind. Warum das? Die beiden 23-Jährigen waren heuer in keinem Rennen schlechter als Zweite. Auch in den sechs Trainings in Cortina erzielten die Tirolerinnen zuletzt zweimal Bestzeit.

Dass man der Favoritinnenrolle nicht ganz gerecht wurde, störte Selina Egle nicht. „Bei Olympia ist alles anders. So viel Trubel, alles wird so aufgebauscht.“ Und deshalb sei auch eine gesunde Portion Nervosität dabei gewesen. „Wenn wir nicht nervös wären, tät’s uns ja nix bedeuten.“

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