Gold für Ski-Star Brignone: Das Comeback dieser Olympischen Spiele

Die 35-jährige Italienerin Federica Brignone hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Olympiagold fehlte noch.
Federica Brignone mit Goldmedaille und italienischer Flagge

„Fede, Fede, Fede...“ tönte es von der Tribüne im Ziel der Tofana. Federica Brignone hat soeben im Super-G die erste Goldmedaille für das italienische Alpinski-Team bei den Olympischen Spielen in der Heimat gewonnen. 

Klar, dass da alle Register gezogen werden. Vor der Medaillenzeremonie im Zielraum fliegen die Jets mit der Tricolore – grün, weiß, rot schießt es aus den Düsen. Dazu die Hymne, alle singen mit. Das Ganze noch einmal sechs Minuten später, als Brignone mit der Goldmedaille neben Cornelia Hütter und Romane Miradoli auf dem Podium steht.

Romane Miradoli, Federica Brignone und Cornelia Hütter mit Flaggen auf dem Podium

Romane Miradoli, Federica Brignone und Cornelia Hütter mit Flaggen auf dem Podium

Die internationale Presse hatte sich auf eine andere Comeback-Story gestürzt vor diesen Olympischen Spielen. Doch Brignone hat etwas geschafft, was viele vor zwei Monaten noch gar nicht für möglich gehalten hatten.

Nach Ablauf der vergangenen Saison – in der sie sich die Kristallkugeln im Gesamtweltcup, in der Abfahrt und im Riesentorlauf geholt hatte – hat sie sich bei den italienischen Meisterschaften im April eine mehrfache Fraktur des Waden- und Schienbeinkopfes zugezogen. Bei der OP wurde dann auch noch ein Kreuzbandriss entdeckt. Die kommende Saison schien gelaufen. Das große Ziel Heim-Olympia für die große Favoritin in weite Ferne gerückt.

Märchenhaft

Doch Ende Jänner meldete sie sich im Riesentorlauf am Kronplatz eindrucksvoll mit einem 6. Platz zurück. Dass sie in Cortina gleich in ihrem ersten Rennen die Goldmedaille gewinnt, war für viele ein Märchen, das zu unrealistisch schien, um wahr zu werden. Doch es passierte. Noch dazu im Super-G, wo sie doch heuer noch kein einziges Speedrennen gefahren ist.

Nun kommt zu ihrer Bronzemedaille in Pyeongchang und Bronze und Silber aus Peking kommt die Goldmedaille von Cortina dazu. 

„Es waren so viele Tages des Schmerzes, es war so schwierig. Es ist umso schöner, dass es heute geklappt hat. Es war nie leicht“, sagt Brignone. Schmerzen habe sie immer noch jeden Tag. 

Der Druck, bei der Heim-Olympia zu gewinnen, sei extrem hoch gewesen. "Vor 10 Monaten haben mich Leute gefragt, ob ich in Cortina fahren würde - dabei konnte ich nicht einmal gehen. Ich wusste nicht, ob ich je wieder Skifahren werde."

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