Rapid und das Derby: 1.600 Fans im Block, 160 Millionen für das Land
Zurück im Austria-Stadion: Rapid-Fans
Dienstagabend fand kein Spiel von Rapid statt, dennoch machten sich die wichtigsten Vertreter der aktiven Fanszene auf nach Hütteldorf.
„Es ist wichtig, im Dialog zu bleiben“, sagt Wirtschaftschefin Daniela Bauer zur Einladung des Vereins zum Austausch, bei dem die Fans auch Kritik an der sportlichen Misere geübt haben.
Rapid-Geschäftsführer: Bauer (r.) und Hofmann
Geschäftsführer Steffen Hofmann war das Treffen wichtig, um das anstehende Derby zu besprechen. Am Sonntag darf nach vier Duellen ohne Gästefans erstmals wieder der Auswärtsblock gefüllt werden, dieser ist mit 1.600 Rapidlern längt ausverkauft.
Sollte es Ausschreitungen wie 2024 geben, werden Derbys ohne Auswärtsfans zur dauerhaften Einrichtung.
Die Drei-Spiele-Sperre
Außerdem stehen die Vereine weiter unter Beobachtung: Eine schmerzhafte Strafe auf Bewährung läuft noch.
Konkret muss der Verursacher von Randale für gleich drei Top-Spiele (also neben dem Derby auch gegen Sturm oder Salzburg) im eigenen Stadion den gesamten Fan-Block sperren.
„Es hat viele, viele Gespräche mit der Liga und der Austria gegeben. Wir probieren alles mit allen Beteiligten“, erklärt Hofmann, der den eigenen Fans eine Richtlinie mitgegeben hat: „Emotionen gehören dazu, besonders in einem Derby. Aber es muss im Rahmen bleiben.“
Nachdenklicher Nachsatz: „Natürlich ist die Stimmung unter den Fans aufgrund der sportlichen Lage sehr angespannt.“ Der erste Erfolg nach elf sieglosen Spielen wäre die größte Hilfe.
Hofmann macht kein Geheimnis daraus, dass die Misere der Profis belastend ist, auch wenn dieser Bereich nicht in seine Verantwortung fällt. „Alles, was wir tun, machen wir dafür, dass Rapid an den Wochenenden gewinnt“, betont der 45-Jährige.
Rapid-Geschäftsführer Steffen Hofmann
Eröffnung in St. Pölten
Während Bauer seit einem halben Jahr für Finanzen, Marketing und Digitalisierung in der Verantwortung steht, betreut Hofmann einen sehr weiten Bereich – vom Vereinspersonal, über Infrastruktur (etwa Stadion), alles am Spieltag (wie Rechtliches), über die Frauenteams, Akademie und Nachwuchs, bis hin zu den Fans und den zahlreichen Events, wie der Eröffnung des neuen Fanshops am Mittwoch in guter Lage in St. Pölten mit Landeshauptfrau Mikl-Leitner und Bürgermeister Stadler.
„Ich betreue viel Schönes, aber auch manchmal Mühsames“, sagt Hofmann.
Am Bereich Nachwuchs hätte laut KURIER-Informationen auch Sportchef Markus Katzer Interesse gehabt, aber Hofmann behielt dieses Herzensthema bei sich.
Bei den Profis hat Katzer noch einen Transfer finalisiert: Andrija Radulovic, zuletzt ohne Einsätze, landete leihweise bei Hapoel Haifa.
884 Arbeitsplätze durch Rapid
Bauer ist nach dem Deal mit Turkish Airlines darauf erpicht, die Sponsoreinnahmen zu steigern. Helfen soll eine Wertschöpfungsstudie von „Econmove“.
Demnach hängen am größten Fußballverein des Landes insgesamt 884 Arbeitsplätze, 733 davon allein in Wien. Die eigene Stadt kassiert zwei Millionen über „fiskalische Effekte“ und zusätzlich über eine Million durch den „Sportgroschen“.
Insgesamt bringt jeder in Rapid investierte Euro laut Studienautorin Dr. Kleissner „zwei Euro gesellschaftlichen Mehrwert“.
Das macht als „Gesamteffekt für Österreich an Wertschöpfung“ starke 160,4 Millionen aus.
47 Millionen ergibt der „Werbewert für Partner und Sponsoren“. Bauer: „Diese hohe Summe ist ein Argument in Verhandlungen. Unser Ziel ist eine Erhöhung.“
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