ÖSV-Star Cornelia Hütter und ihre letzte Chance im Super-G

Cornelia Hütter will am Donnerstag noch einmal die Medaillen angreifen. Ariane Rädler ist mit Leichtigkeit am Start.
Cornelia Hütter schwingt nach der Abfahrt im Zielraum ab.

Sie merke sich so etwas nicht, sagt Cornelia Hütter, aber ein Blick in die Geschichtsbücher hilft ihr auf die Sprünge. Im Super-G von Cortina war sie im Weltcup schon einmal Zweite, 2023. Also so schlimm kann es zwischen ihr und der Tofana ja nicht sein. Auch wenn die Steirerin immer wieder mit irgendwelchen Stellen zu kämpfen hat. Kleine Fehler schlichen sich sowohl in Abfahrt, als auch Kombiabfahrt in ihren Lauf.

"Von unten her passt alles"

Doch eines gefalle ihr in dieser Woche. Sie und Olympiasiegerin Ariane Rädler haben denselben Servicemann. Und der habe in beiden Rennen dafür gesorgt, dass die Ski perfekt auf die Piste abgestimmt sind. „Ich bin 100% überzeugt, dass es von unten her passt, das ist schon einmal die halbe Miete.“

Reserven wisse sie im dritten Rennen auch noch zu aktivieren: „Ich habe ein Kernöl mit und werde einen guten Salat essen, dann ist die Energie wieder da.“

Sie gibt zu: „Der vierte Platz in der Abfahrt war eine Riesenenttäuschung für mich. Als ich den Zielraum verlassen habe, ist alles rausgekommen. Aber das passt auch. Wenn ich das nicht lebe, bin ich falsch am Platz.“

Eine Rechnung habe sie nicht offen. Weder mit Olympia noch mit der Tofana. „Natürlich hätte ich gern eine olympische Medaille. Das hätte jede hier gern. Aber nach all ihren Verletzungen habe sie sich gesagt: „Alles, was kommt, ist eine Draufgabe.“ „Ich werde am Donnerstag mit einem Grinser da oben stehen.“

Mit einem Grinser geht auch Teamkombi-Olympiasiegerin Ariane Rädler seit Dienstag durch Cortina. Mit der Strecke kam sie die ganze Woche gut zurecht. „Mittlerweile mag ich sie sehr gerne“, sagt die Vorarlbergerin. „Super-G ist meine Lieblingsdisziplin. Ich werde Spaß haben und mein Bestes geben.“

Bei anderen Großereignissen habe sie es nie so genießen können. „Das habe ich mir von Anfang an vorgenommen.“ Mit Gold klappt das bestimmt noch besser.

Die ÖSV-Frauen haben zuletzt nur wenig am Super-G arbeiten können. „Wir waren hier lange mit der Abfahrt beschäftigt“, sagt Nina Ortlieb, die in der Abfahrt gestürzt ist und die mit der Kombiabfahrt danach nur „medium“ zufrieden war.

Ein Training gibt es im Super-G nicht. „Ich denke, man muss sich selbst vertrauen, gut besichtigen. Dann ist sicher einiges möglich.“ Die Kurssetzung werde mit den stark ausgeprägten Wellen zu tun haben, glaubt Ortlieb.

Vierte ÖSV-Läuferin wird heute wieder Mirjam Puchner sein. Julia Scheib, die mit dem Gedanken gespielt hatte, den Super-G zu fahren, wolle sich auf den Riesentorlauf konzentrieren.

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