WM-Verstärkung? Dortmund-Star soll für ÖFB-Team spielen wollen

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Carney Chukwuemeka wurde 2003 in Wien geboren. Bisher spielte der 22-jährige Offensivspieler für Englands Nachwuchs-Nationalteams.

Diese WM-Verstärkung käme überraschend. Carney Chukwuemeka hat sich offenbar dazu entschlossen, künftig für Österreich zu spielen und könnte für die WM in den USA noch zu einer spannenden Personalie werden.

Wer das ist? Chukwuemeka, mit „Tschuk-wue-meka“ einfacher ausgesprochen, als der Name auf den ersten Blick wirken mag, wurde im Jahr 2003 in Wien geboren – und nicht in Eisenstadt, wie fälschlicherweise in einigen Fußball-Portalen zu lesen ist. "Ja, ich wurde in Wien geboren – aber ich war dort nur zwei Jahre", wird Chukwuemeka auf der Homepage von Borussia Dortmund zitiert.

Als Sohn nigerianischer Einwanderer übersiedelte er mit seiner Familie nach England und nahm Folge dessen die englische Staatsbürgerschaft an.

Sportlich wurde Chukwuemeka vollständig auf der Insel geprägt. Er durchlief die englischen Nachwuchs-Nationalteams, galt lange als ein Spieler, dessen Zukunft zwangsläufig im Trikot der „Three Lions“ liegen würde. Nun soll er sich aber für Österreich entschieden haben.

Diese Entscheidung käme aber nicht aus dem Nichts. Schon 2023 hatte sich ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick mit Chukwuemeka beschäftigt, offenbar auch mit ihm Gespräche geführt, Perspektiven aufgezeigt, Vertrauen aufgebaut und offenbar auch nicht damit aufgehört, als es vor mehr als zwei Jahren eine Absage gegeben hatte. „Soweit wir wissen, ist das ein Spieler, der für England spielen will und nicht für Österreich“, sagte Rangnick noch 2023. Jetzt dürfte das anders sein.

Chukwuemeka ist ein Spielertyp, von dem es im österreichischen Fußball aktuell nur wenige gibt. Der offensive Mittelfeldspieler gilt als kreativ, besonders stark im Dribbling und auch als torgefährlich. Sein Maß an Risikobereitschaft ist zugleich Teil seiner noch laufenden Entwicklung. Mitunter hält Chukwuemeka den Ball länger als nötig, entscheidet sich für die spektakuläre statt der einfachen Lösung.

Im österreichischen Team könnte Chukwuemeka auf vier Positionen zur Option für Ralf Rangnick werden. Der Teamchef setzt wie bekannt auf eine 4-2-3-1 Formation. Chukwuemeka könnte dabei alle drei offensiven Mittelfeldpositionen bekleiden, oder auch zentral dahinter zu einer Alternative für den als „Achter“ gesetzten Xaver Schlager werden. Die Worte Option und Alternative sind dabei bewusst gewählt. Denn was dem 22-Jährigen für den großen internationalen Durchbruch noch fehlt, ist offenbar die dafür nötige Physis.

Chukwuemeka wechselte vor einem Jahr, im Jänner 2025, leihweise vom FC Chelsea zu Borussia Dortmund. Im Sommer wurde er fix verpflichtet – für eine stolze Ablösesumme von 20 Millionen Euro. Nicht zuletzt deshalb war rund um den BVB zuletzt davon die Rede, dass Chukwuemeka die große finanzielle Investition in seine Person noch nicht ganz gerechtfertigt habe. Bisher ist der Dribbler nur ein Ergänzungsspieler im Team von Niko Kovac, der den Neo-Österreicher noch kein einziges Mal über 90 Minuten auf dem Platz gelassen hat. Seit er in Dortmund ist, kommt er im Schnitt 31 Minuten pro Partie zum Einsatz.

Noch nicht konstant

Auch seine Leistungen über die volle Distanz eines Spiels sind nicht immer gleichmäßig – starke Phasen wechseln sich mit ruhigeren ab, beschreiben Dortmunder Experten. Das seien aber typische Punkte eines Spielers, der noch nicht am Ende seiner Entwicklung steht. Ob es auch daran liegt, dass sich Chukwuemeka in Dortmund auch kulturell neu orientieren muss? "Mein Vater spricht fließend Deutsch. Ich werde also versuchen, so viel wie möglich von ihm zu lernen", sagt der 22-Jährige.

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