Sport-News

„Was seid ihr Sportreporter für Naivlinge?“, fragt Leser Doktor Michael B. empört. „Ihr werft in der Fußball-Berichterstattung mit Worten wie Bomben und Granaten herum, während die halbe Welt brennt. Und ihr glaubt, dass es am wichtigsten ist, wer welches Match gewinnt.“

Das glauben die kritisierten Kritiker mehrheitlich natürlich nicht. Sie glauben aber, dass (Breiten-)Sport die Gesundheit fördert, Unterhaltungswert hat und er im Profibereich als Ablenkung von Alltagssorgen dienen kann.

Laufende Fußball-Meisterschaft in der Ukraine

Extrembeispiel ist die Ukraine. Auch im fünften Kriegsjahr wird in einer 16er-Liga um Punkte gekickt, obwohl man annehmen müsste, dass dort niemand den Kopf frei für Fußball haben kann.

In Österreich hatten am 2. April 2045, wie mir der einstige WAC-Verteidiger Otto Fodrek (2016) zig Jahre später erzählte, WAC und Austria auf dem WAC-Platz im Prater vor fast 3.000 Leut’ noch gespielt, während der Himmel am südlichen Stadtrand Wiens schon rötlich gefärbt war von sowjetischem Artilleriefeuer.

Ein leichter hohler Plastikball und ein Schläger aus Kunststoff. Ein Goalie, 5 Feldspieler. Floorball – auch Unihockey genannt –  erfreut sich vor allem unter Kindern und Jugendlichen in Österreich immer größerer Beliebtheit. 

Die Österreichische Floorballliga der Männer geht am Wochenende in ihre Finaltage. Am 11. und 12. April (17 bzw. 16 Uhr) treffen in der PAHO Kurt-Kucera-Halle in Wien Favoriten der Wiener Floorball Verein (WFV) auf den Erzrivalen VSV Unihockey aus Villach.

Immer wieder Wien

Für die Wiener, die amtierende Staatsmeister und Gewinner der Internationalen Floorball Liga 2025/26 sind, ist es die zehnte Finalteilname in Folge. Nun soll der fünfte Titel in Serie nach Wien geholt werden. Der WFV konnte die letzten vier Meisterschaften (2022, 2023, 2024, 2025) für sich entscheiden –  zum zehnten Mal heißt der Gegner im Finale VSV Unihockey. Der VSV wartet seit 2021 auf einen Titelgewinn.

Bei den Frauen ist die Meisterschaft bereits entschieden. Der WFV hat da den Männern bereits vorgelegt und zum ersten Mal seit 2017 den Staatsmeistertitel geholt. Finalgegnerinnen waren die SPG HSI/Wikings Zell.

In den vergangenen eineinhalb Jahren zeichnete sich die Wiener Austria selten durch von Vernunft geleitetem Handeln aus. Es regierten Eitelkeiten, es flogen die im Wienerischen wohl bekannten Hackeln, ständig schwebten die maroden Finanzen wie ein Damoklesschwert über dem Verein. 

Und mitten im Auge dieses violetten Tornados behielt ein Mann die Ruhe, obwohl er immer wieder angezählt und knapp vor dem Aus war. Trainer Stephan Helm gelang es mit seinem Team und der Mannschaft, das Rundherum auszublenden und sich auf das Sportliche zu konzentrieren. 

Für diese Eigenschaft wurde er nun vom Klub belohnt – mit einem neuen Zweijahresvertrag.

Fünf Runden vor Saisonende ist die Entscheidung im Rennen um den Aufstieg gefallen, obwohl sich der Titelkampf in der 2. Bundesliga der Frauen eng gestaltet. Die Wildcats aus Krottendorf führen mit einem Punkt Vorsprung vor Aufsteiger Rapid.

Dennoch wird es am 16. Mai bei der abschließenden Partie von Rapid gegen Wacker Innsbruck (11 Uhr) fix eine große Aufstiegsparty geben im Allianz Stadion, vielleicht sogar mit Zuschauerrekord.

Der Grund liegt im für die Frauen erstmals absolvierten Lizenzierungsverfahren.

Der FC Augsburg hat in der deutschen Fußball-Bundesliga einen Sieg gegen die TSG Hoffenheim verschenkt, die Sieglosserie der Truppe von Coach Christian Ilzer aber verlängert. Der FC trennte sich daheim 2:2 von der TSG, ÖFB-Teamstürmer Michael Gregoritsch erzielte dabei den Treffer der Gastgeber zum 2:0 (14.). Die Augsburger verspielten die komfortable Führung noch vor der Pause und vergaben durch Alexis Claude-Maurice vom Elfmeterpunkt kurz vor Schluss den Sieg (85.).

Die Hoffenheimer, bei denen Alexander Prass in der zweiten Hälfte eingewechselt wurde, blieben das vierte Spiel in Serie ohne Sieg und belegen derzeit noch Rang fünf. Augsburg, das seit fünf Spielen auf einen Dreier wartet, ist Zehnter.

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