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Mit Anastasia Potapowa, Lilli Tagger und Sebastian Ofner starten am Montag, dem ersten Tag der All England Tennis Championships in Wimbledon, gleich drei von vier Österreichern ins Turnier. Das Trio macht den Platz 8 zum ÖTV-Court, spielen doch Ofner (2. Match nach 13.00 Uhr/live Amazon Prime), Tagger und Potapowa unmittelbar hintereinander. Für Tagger ist es ihr erstes Wimbledon, Potapowa stand 2023 in Runde drei und Ofner 2017 und im Vorjahr. 

Für die erst 18-jährige Tagger ist es ein Debüt auf dem „heiligen“ Rasen. „Wir spielen jetzt mittlerweile seit zwei Wochen auf Rasen. Ich freue mich schon riesig, dass das Turnier beginnt“, erklärte die Osttirolerin. „Auf Rasen zu spielen, ist immer was sehr Besonderes. Mir taugt's heuer sehr, es ist auch das erste Mal, dass ich bei den Großen auf Rasen mitspiele. Ich fühle mich gut und bin bereit.“ 

Tagger spielt gegen die Thailänderin Lanlana Tararudee (WTA-95.) und hat vom diesjährigen 3:6,0:6 in der dritten Quali-Runde bei den Australian Open noch eine Rechnung offen. „Ich glaube, sie spielt recht gut generell auf schnellen Belägen. Es wird sicher nicht leicht, aber auf jeden Fall ein machbares Match“, glaubt Tagger.

Von Dieter Chmelar

Ein Sportjournalist ist jemand, der dir am Samstag verkündet, welche Mannschaft am Sonntag gewinnen wird, und dir am Montag erklärt, warum sie verloren hat – glauben Sie mir, ich war selbst einer (erster Matchbericht: Kaiserebersdorf – Stadlau 0:0, Wiener Liga, drei Zeilen plus Aufstellungen, beste Spieler fettgedruckt, KURIER, 1979).

Auch bald 47 Jahre danach hat sich nichts geändert an der „glorreichen Ungewissheit“ des Fußballs. Insgeheim träume ich ja (Achtung: Inselwitz), der Cup werde diesmal die Beute von ...

... Kap Verde. Beim Aufwachen kommt mir das Spanisch, Französisch, Englisch und Niederländisch vor. Deutsch weniger, obwohl das wieder einmal mein Thema ist. Denn: Was sich radikal „weiterentwickelt“ hat, erkennt man längst auf dem Rasen und an den Phrasen.

Der Mann, der 1982 Österreichs bis heute letztes Tor gegen Algerien (Endstand: 2:0) erzielt hatte, verzichtet auf ein TV-Live-Erlebnis. 

Hans Krankl gibt Samstagabend noch mit der Band Monti Beton beim „Spettacolo Italo-Americano“ im burgenländischen Bad Sauerbrunn den Ton an, ehe er Sonntag, während im ORF zur Morgenstund’ das Match gezeigt und danach analysiert wird, in seine Zweitheimat nach Jesolo fährt.

Die drei Wiener Bezirke Favoriten, Floridsdorf und Donaustadt haben gemeinsam knapp 650.000 Einwohner. Und damit mehr als Kap Verde. Nur rund 600.000 Menschen leben auf dem Inselstaat vor der Westküste Afrikas im Atlantik. Doch die sind derzeit alle aus dem Häuschen. Denn ihre Nationalmannschaft erlebt bei der WM gerade ein Märchen. Als krasser Außenseiter angetreten reichte Kap Verde gegen Saudi-Arabien ein 0:0, um mit drei Remis aus drei Spielen sensationell ins Sechzehntelfinale aufzusteigen. Dort wartet mit Weltmeister Argentinien in der Nacht auf nächsten Sonntag der nächste große Fisch auf die blauen Haie.

Zeit genug, um den unerwarteten Erfolg zu genießen. „Es ist einfach verrückt. Ich glaube, ich lebe in einem Traum“, sagte Deroy Duarte. „Jetzt wird eine große Party gefeiert. Ganz Kap Verde ist heute glücklich.“ Die Jubelbilder ließen nicht lange auf sich warten. Im Netz machte ein Video mit den tanzenden Spielern aus der Kabine die Runde. Auch zu Hause feierten die Leute ihre neuen Helden ausgelassen auf den Straßen.

Auch die „Oma“ feiert

Einer dieser Helden hört auf den Namen Vozinha (was übersetzt „Oma“ bedeutet), ist 40 Jahre jung und steht im Tor. Nach dem 0:0 gegen Spanien wurde er über Nacht zum Internet-Star, hat mittlerweile mehr Follower als so mancher Hollywood-Star. Mit ihm feierte seine Mutter auf der Tribüne. Wenn es nach ihm geht, ist das Märchen aber noch lange nicht zu Ende. Er freut sich schon auf Argentinien – und Messi: „Er ist der größte Fußballer aller Zeiten. Mit Messi auf dem Platz zu stehen, ist ein Traum, und ich werde meinen Kindern eines Tages voller Stolz erzählen, dass ich gegen ihn gespielt habe.“ Er will alles geben, um zu verhindern, dass Messi ein Tor schießt gegen ihn. Seine Kampfansage an den Weltmeister: „Wir mögen klein sein, aber wir haben ein großes Herz – und wir sind Kämpfer.“

Wenn Schiedsrichter Ilgiz Tantashev aus Usbekistan am Sonntag um 4 Uhr (MESZ) die Partie zwischen Algerien und Österreich anpfeift, dann wissen die Österreicher schon, was sie für Platz zwei oder ein Weiterkommen als Dritter der Gruppe J für ein Resultat benötigen.

Und: Sie wissen auch, wer der nächste Gegner und die Destination in einem möglichen Sechzehntelfinale wären, wenn man nun Zweiter oder Dritter wird.

Was es rund um die Partie gegen die Nordafrikaner zu wissen gilt.

  • Wie ist Österreichs Bilanz gegen Algerien?

100 Prozent positiv. Der 2:0-Sieg bei der WM 1982 in Spanien war das bisher einzige Duell mit den Nordafrikanern. Walter Schachner und Hans Krankl erzielten die Tore in Oviedo. Algerien schied in Folge aus, nachdem Österreich und Deutschland im folgenden Duell nach einer frühen deutschen 1:0-Führung das Angreifen einstellten, weil beide Teams mit diesem Ergebnis weiter waren. Das Spiel ging als „Schande von Gijon“ in die Geschichte ein.

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