„Mehr PS auf die Straße“: Warum Rapid Ried-Sportchef Fiala holen wird
Ried-Sportchef Wolfgang Fiala steht vor einem Wechsel zu Rapid
Im Winter, nach vielen Enttäuschungen mit dem teuersten Kader der Vereinsgeschichte, war genug passiert. Im Rapid-Präsidium bildete sich eine kleine Task Force mit dem Ziel, jeden Stein im Verein umzudrehen.
Um dem jahrelangen Misserfolg trotz massiv gesteigerter Einnahmen (wie Ausgaben) für die Profis auf den Grund zu gehen, ohne wieder ins übliche Köpferollen zu verfallen.
Nach vielen Analysen, Gesprächen mit früheren Rapid-Trainern, Vereinskennern und externen Experten war das Ergebnis klar: Rapid hat mittlerweile genug PS, bringt sie aber nicht dauerhaft auf die Straße, also auf den Rasen.
Weil es nicht genug Beständigkeit gibt. Weder personell noch inhaltlich.
Basteln am Rapid-Kader: Sportchef Katzer (l.) und Trainer Hoff Thorup
Der damals neue Trainer Johannes Hoff Thorup erkannte sehr schnell grundlegende Schwächen. Anfang Februar sagte der Däne im KURIER: „Von der Spielphilosophie über den Weg der Talente zu den Profis, den gemeinsamen Anwesenheitszeiten im Trainingszentrum, bis hin zum Umgang mit Verletzten – das alles sollte Rapid vorgeben, unabhängig vom Namen des Trainers. Rapid sollte meine Macht beschneiden.“
Sportchef Markus Katzer wird für seine Expertise am Transfermarkt geschätzt und sein Talent, viele Millionen mit geschickten Deals zu lukrieren.
Aber die zähe konzeptionelle Arbeit mit dem Blick aufs große Ganze über viele Jahre hinweg war bislang nicht das große Steckenpferd des Wieners.
Gut, dass Hoff Thorup wieder den Nachwuchs forciert. Besser wäre es, wenn das für jeden Cheftrainer Vorgabe wäre.
Gut, dass Hoff Thorup sehr darauf achtet, die Verfügbarkeit der Spieler zu erhöhen. Besser wäre es, wenn jeder Trainer vorsichtiger mit verletzungsanfälligen Spielern umgeht.
Gut, dass Hoff Thorup schnell erkannt hat, dass Nico Bajlicz nach Hütteldorf gehört. Besser wäre es, wenn Talente wie der Techniker ohne Umweg forciert werden.
Vor dem Saisonende lautete die KURIER-Ankündigung: „Es soll anstelle eines Köpferollens eine Strukturänderung in der sportlichen Leitung geben. Das Ziel ist, die Bereiche abseits des Feldes, in denen in den vergangenen Jahren nicht das Optimum herausgeholt wurde, zu minimieren.“
Warum der dafür gewünschte Technische Direktor noch immer nicht da ist? Weil der Wunschmann um Geduld gebeten hat.
Wolfgang Fiala ist den Riedern als Sportdirektor im Wort, den großen Umbruch mit einem neuen Trainer, einer Änderung der Spielphilosophie (hin zu mehr Ballbesitz) und vielen neuen Spielern bis zum Ende der Transferzeit zu begleiten.
Wie die OÖN zuerst berichteten, ist nun eine grundsätzliche Entscheidung über die Ablösemodalitäten gefallen.
Der frühere Rapid-Nachwuchskicker Fiala, der die Trainerausbildung als einer der besten seines Jahrgangs abgeschlossen hat, steht vor einer Rückkehr nach Hütteldorf als Technischer Direktor.
Der 38-jährige Fiala soll gemeinsam mit den aktuellen Geschäftsführern für langfristige Verbesserungen bei Rapid sorgen.
Der Wechsel wird allerdings nicht gleich nach dem direkten Duell mit Ried stattfinden, sondern im Herbst.
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