Es wird vermutlich noch einige Zeit dauern, bis Vincent Kriechmayr und seine Silbermedaille aus der Teamkombi Freunde werden. Der ehrgeizige Oberösterreicher kann seiner ersehnten ersten Olympiamedaille nicht wirklich viel abgewinnen, weil er in seinen Augen bei diesen Spielen versagt hat. „Meine Leistungen waren nicht das, was ich mir erhofft habe“, sagte Vincent Kriechmayr vor seiner fluchtartigen Abreise aus Bormio.
In seinen Augen ist die Silbermedaille in der Team-Kombi nur ein Abfallprodukt, das er sich so gar nicht verdient hatte. „Ich wollte mit meiner eigenen Leistung eine Medaille holen und nicht nur dank Manuel Feller und mit viel Glück, weil andere ausscheiden“, sagte Kriechmayr. „Mein Ziel war eine Einzelmedaille.“
Davon war der Doppelweltmeister von 2021 aber deutlich entfernt. Nach der Ernüchterung in der Spezialabfahrt (6.) folgte im Super-G mit Rang 7 die nächste Enttäuschung. „Der Rückstand im Ziel war ein Schock. Das war in Summe einfach zu wenig.“
Super-Flop im Super-G
Der Routinier sprach damit stellvertretend für das gesamte ÖSV-Speedteam, das ausgerechnet in der Paradedisziplin Super-G einen Super-Flop hinlegte. Sieben Podestplätze hatten die Österreicher im Laufe dieses Winters im Super-G eingefahren, im Disziplinenweltcup bekleiden ÖSV-Athleten die Ränge 2, 3 und 4.
Im wichtigsten Super-G der Saison reichte es dann nur zu den Rängen 5 (Raphael Haaser), 7 (Kriechmayr), 14 (Marco Schwarz) und 21 (Stefan Babinsky). „Natürlich war die Erwartungshaltung eine andere. Das war von uns bei Gott nicht zufriedenstellend“, ärgerte sich Kriechmayr.