Matchwinner ist sein Beruf: Das ist Österreichs Mr. Davis Cup

Immer ein Garant: Jurij Rodionov
Jurij Rodionov war in Japan wie schon in Ungarn mit zwei Siegen der Matchwinner. Perfekt assistiert von Lukas Neumayer, der seine Davis-Cup-Bilanz auf 4:1-Siege ausbaute.

Zusammenfassung

  • Jurij Rodionov war erneut Matchwinner für Österreichs Davis-Cup-Team mit zwei Siegen in Japan, wie zuvor in Ungarn.
  • Lukas Neumayer baute seine starke Davis-Cup-Bilanz auf 4:1 aus und überzeugt durch seine Einstellung im Team.
  • Beide Spieler fühlen sich im Davis-Cup-Team besonders wohl, während sie auf der ATP-Tour noch Entwicklungspotenzial haben.

Als Jurij Rodionov vor vielen Jahren als durchaus schon erfolgreicher Junior bei den French Open auftauchte, wollte er nur eines klarstellen: "Wenn ihr über mich schreibt, dann Rodionov mit v." Mittlerweile wird der Name oft geschrieben. So oft, dass es fast immer richtig ist. Und dass vor allem in Verbindung mit dem KURIER Austria Davis Cup Team. 

Im Vorjahr war der mittlerweile 26-Jährige Österreichs Garant. Gegen die Finnen gewann er ein Spiel und beim 3:2-Erfolg in Debrecen gegen Ungarn war er mit zwei Erfolgen gegen weitaus besser gerankte Spieler der Matchwinner. 

Nun gewann der in Nürnberg geborene Niederösterreicher mit belarussischen Wurzeln auch in Tokio gegen die Japaner zwei Matches. Und hält bei einer Bilanz von 9:6-Siegen im Davis Cup. 

Starker Auftritt: Lukas Neumayer

Starker Auftritt: Lukas Neumayer

Dass es im Davis Cup so gut klappt, während er auf der ATP-Tour trotz gelegentlicher Achtungserfolge nur einmal kurz Top-100-Luft schnuppern konnte, erklärt der redegewandte Rodionov: "Der Davis Cup hat eine ganz andere Dynamik. Tennis ist ein Einzelsport, hier schaut jeder auf den anderen." Und deshalb betonte er auch nach dem Sieg in Japan: "Ich bin sehr froh, dass wir als Mannschaft gewonnen haben." Nachsatz: "Und nun gemeinsam um einen Platz in Bologna beim Final 8 spielen können."

Und in diesem Davis-Cup-Team fühlt er sich pudelwohl, dafür sorgt schon Kapitän Jürgen Melzer, der den Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Lockerheit perfekt hinbekommt.  Und ein volles Haus taugt ihm - auch, wenn es auswärts ist und die Fans nicht zwingend hinter ihm stehen. "Es ist mir lieber, als vor leeren Rängen zu spielen."

Entscheidungsspiele gegen starke Gegner, auch wenn Gegner Yoshihito Nishioka angeschlagen war, gefallen ihm besonders - immerhin war der Japaner schon die Nummer 24 der Welt. "Ich spiele viel lieber gegen solche Spieler, hier hat man nichts zu verlieren. Wenn ich jetzt gegen einen Finnen oder Pakistani verliere, sagen alle, was macht der da?". 

Gegen stärkere Spieler wäre der Druck nicht zu groß - und gegen Nishioka spielte Rodionov am Ende wie in Debrecen gegen Topmann Marton Fucsovics wie aus einem Guss. 

Jürgen Melzer weiß, was er an Rodionov hat. Aber auch, woran er arbeiten muss. Kurz: "Er muss erwachsen werden. Dann setzt er sich langfristig auch auf der ATP-Tour durch." 

Neumayer mit einem Super-Bilanz

Mehr Freude hat Österreichs Rekordspieler im Davis-Cup-Team mit Lukas Neumayer. Der Bresnik-Schützling brilliert durch eine famose Einstellung und war im Vorjahr ebenfalls ein Bank. In fünf Spielen ging der Salzburger nunmehr vier Mal als Sieger vom Platz. "Die Wochen mit dem Davis-Cup-Team sind die schönsten im Jahr", sagt der 23-Jährige. Auch er hat auf der ATP-Tour noch Aufholbedarf. Doch auch er wird es wie Rodionov schaffen. 

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