Dank Mr. Davis Cup: Nach dem ersten Tag ist alles offen in Japan
Sieg in zwei Sätzen: Jurij Rodionov
Für das KURIER Austria Davis Cup Team hat das Duell mit Japan enttäuschend begonnen. Sebastian Ofner musste sich am Freitag im Ariake Coliseum in Tokio Yosuke Watanuki mit 3:6,4:6 geschlagen geben und konnte seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden. Vom Ranking her war Jurij Rodionov (Nummer 170) leichter Außenseiter gegengegen Japans Nummer eins Shintaro Mochizuki (106), doch auf den 26-Jährigen war einmal mehr Verlass, nach einem 6:4-7:5-Erfolg steht es nach dem ersten Tag 1:1.
Melzer sprach von "super Trainingswoche"
ÖTV-Teamkapitän Jürgen Melzer hatte zuletzt von einer "super Trainingswoche" von Ofner gesprochen. Im ersten Auftritt in Tokio konnte der 29-Jährige das nicht auf den Platz bringen, beging zu viele Fehler und konnte dem druckvollen Spiel des Japaners wenig entgegensetzen. Vor allem im 2. Satz servierte Letzterer auch sehr stark und konnte im ersten Aufeinandertreffen mit Österreichs Topspieler schon nach 1:13 Stunden seinen ersten Matchball verwerten.
Die Nummer 166 der Welt behielt damit gegen den Ranglisten-135. die Oberhand und feierte zum ersten Mal seit vier Jahren einen Einzelsieg im Davis Cup. Ofner war naturgemäß nicht wirklich zufrieden mit seiner Darbietung. „Das war weit entfernt von einem guten Match.“
Doch dann kam Österreichs neuer Mr. Davis Cup. Jurj Rodionov lag gegen Mochizuki 3:5 im zweiten Satz hinten, blieb aber in fast allen entscheidenden Situationen cool und siegte 6:4 und 7:5. Damit hält der Niederösterreicher nun bei einer 8:6-Bilanz im Davis Cup - dabei hat er die ersten drei Partien als Youngster verloren. Im Vorjahr musste er sich nach drei Siegen nur bei den Finals Matteo Berrettini geschlagen geben - dies auch nach einem starken Match. Vor allem in Ungarn war Rodionov mit zwei Siegen Matchwinner auf dem Weg in die Finals der besten acht Teams der Welt.
"Ich habe gewusst, dass es eng wird, ich habe im Vorjahr zwei von drei Matches gegen Mochizuki verloren. Am Ende habe ich die wichtigen Punkte gemacht", sagt der glückliche Sieger. "Jetzt sieht es sehr gut aus." Weiter geht's am Samstag (5 Uhr MEZ, ORF Sport Plus) mit dem Doppel, in dem Alexander Erler und Lucas Miedler Favoriten sind.
"Jurij lebt im Davis Cup auf"
"Ofi hat um einiges besser trainiert, wie er gespielt hat. Die Niederlage war ein bisschen unerwartet", resümiert Melzer. "Der Jurij lebt eben im Davis Cup auf, hatte eine super Körpersprache gehabt." Und was erwartet sich Österreichs Rekordspieler vom entscheidenden Tag. "Unser Doppel hat bei 1:1 noch nicht enttäuscht, aber da kann immer alles passieren." Wer neben Rodionov im Einzel am Samstag spielt, wird er vor den Partien bekanntgeben. Durchaus möglich ist, dass Lukas Neumayer seine Chance bekommt. In Ungarn schlug er Topspieler Marton Fuscovics.
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