Die Wiener Austria sichert sich den Cup. Im 50. Finale des ÖFB-Frauen-Cups gewinnen die Wienerinnen gegen Red Bull Salzburg am Donnerstagnachmittag verdient mit 1:0. Den goldenen Treffer erzielte die Tirolerin Katharina Schiechtl per Kopf. Es ist der erste nationale Titel der Austria-Wien-Frauen.
Das Interesse war groß, das erste große Frauen-Spiel im neuen Sport-Club-Stadion in Wien-Hernals live zu verfolgen. Der Zuschauerrekord aus dem Cupfinale 2024 mit 2.300 Besuchern wurde heute sogar verdoppelt. 4.600 Menschen kamen nach Dornbach - zu einem großen Teil in Violett.
Und die Wiener Fans begrüßten die Gäste standesgemäß mit Red-Bull-Schmähgesängen und -Transparenten inklusive Dosenwitze. Trotz der aus dem Männerfußball gewohnten Sticheleien war die Stimmung sehens- bzw. hörenswert.
Offensive Austria
Die Fans sahen zunächst die erwartete Partie: Die Austria startete offensiv und setzte sich in der Hälfte der Salzburgerinnen fest. Die Salzburgerinnen wiederum verteidigten kompakt und diszipliniert.
Allein die Corner-Statistik zeigt die Offensivkraft der Austrianerinnen. Bis zur 20. Spielminute hatten die Wienerinnen bereits sechs Eckbälle. Und bei den Standards zeigten sie sich auch sehr gefährlich. Etwa, als nach einem Eckball Modesta Uka in die Verteidigung schoss, und danach noch drei Kopfbälle in Richtung Tor gebracht wurden (8.).
Sport-Club-Tradition
Immer wieder hörte man bei den zahlreichen Standards der Austria auch den einen oder anderen Schlüsselbund im Publikum. Auch wenn an diesem Feiertag ein großer Teil des WSC-Stadions in violett gehalten war, wurde diese Sport-Club-Tradition in Wien-Hernals hochgehalten.
Chance um Chance arbeitete sich die Austria heraus. Etwa als Lena Triendl den Ball von rechts in den Strafraum brachte, Virginia Kirchberger mit der Ferse auf die links aufgerückte Verteidigerin Carina Wenninger verlängerte und diese den Ball dann zur Linie brachte - aber eben nicht dahinter. Torfrau Michaela Fischer war gerade noch da (10.).
In dieser Tonart ging es weiter. Viel wurde von Kapitänin Wenninger von hinten eingeleitet, die kosovarische Teamspielerin Uka im Dress der Austria war offensiv überall zu finden, oft ging es über die Flügel. Mit Flanken auf die großen aufgerückten Verteidigerinnen Schiechtl und Wenninger versuchte man Torgefahr zu kreieren.
Doch trotz schönen Spielaufbaus und regelmäßiger Torgefahr konnte die Austria in der ersten Hälfte nicht punkten. Die Taktik der Underdogs aus Salzburg, die wie im letzten Ligaspiel die Null hinten halten wollten, ging auf. Vorerst.