Sport-News

Von Fabio Tartarotti 


Vor mehr als 100 Jahren wurde der Wiener Fußball-Verband (WFV), der sich historisch aus dem Engagement britischer Gastarbeiter für den Wiener Fußball entwickelt hat, 1923 als eigenständige Organisation gegründet. Über die Jahrzehnte überdauerte der Verband Hürden wie die Abspaltung des heutigen ÖFB und die Zwangsauflösung nach dem Anschluss an das deutsche Reich.
 

Die Vorfreude war ihr anzumerken, ein Lächeln stand ihr im Gesicht. Das Wort Druck stand darin nicht geschrieben. Lilli Tagger bestieg um halb elf frohen Mutes den Lift des Spielerinnen-Hotels, der sie ins Foyer brachte, von wo sie direkt die paar Schritte ins benachbarte Design Center zum Training marschierte. 

„Ich bin gut drauf“ sagte sie und bejahte die Frage, ob sie denn wirklich schon auf 1,87 Meter raufgeschossen sei.

Müssen die Pionierinnen des Frauenfußballs von der Bildfläche verschwinden oder nicht? Der SV Neulengbach, quasi der Ursprung des österreichischen Frauenfußballs und einstiger Serienmeister, wird laut Thomas Wirnsberger einen Insolvenzantrag stellen. 

Der Vereinsobmann hat dies vorige Woche per Presseaussendung verlautbart. Und zwar für den gesamten Verein, der Frauen-, Herren- und mehrere Nachwuchsteams umfasst.

Laut dieser Aussendung möchte Wirnsberger das Herrenteam und den Nachwuchs weiter bestehen lassen, so der Funktionär schriftlich. Ob das rechtlich überhaupt möglich ist, wird sich weisen, denn die Frauenabteilung ist beim Verein nicht ausgegliedert. Die im Vorjahr noch angedachte Kapitalgesellschaft wurde nie gegründet.

Von Fabio Tartarotti 

Eine absolute Must-Win-Partie wartete am Karsamstag auf den SV Deutsch Kaltenbrunn. Seit der Winterpause durfte die 1.730 Einwohner zählende Marktgemeinde über keinen Heimsieg mehr jubeln. Über die letzten Wochen war der Verein langsam aber sicher in Richtung Abstiegskampf abgerutscht. Gegen Tabellenschlusslicht SC Kemeten mussten am durchaus gut besuchten Sportplatz drei Punkte her um den Anschluss ans Mittelfeld nicht zu verlieren.

Erstmals seit 2008 stehen vier Österreicherinnen im Hauptbewerb. Julia Grabher (Nummer 89 der Welt) und Anastasia Potapowa (97) qualifizierten sich sogar direkt für den Draw, neben Lilli Tagger (117) bekam auch Sinja Kraus (119) eine Wild Card von Turnierdirektorin Sandra Reichel.

Julia Grabher sieht es positiv, keine Alleinunterhalterin spielen zu müssen wie noch vor einigen Jahren. „Mit diesem Konkurrenzkampf pushen wir uns gegenseitig“, sagt Julia Graber, der am Dienstag auf die philippinische Aufsteigerin Alexandra Eala trifft, die zuletzt in Miami im Halbfinale stand. „Vielleicht können wir andere bewegen, den professionellen Weg im Tennis zu gehen.“

Das gegenseitige Pushen gefällt auch Kraus. „Wir liegen im Ranking ziemlich knapp beisammen, das beflügelt“, sagt die Wienerin, die ebenfalls am Dienstag auf die Rumänin Sorana Cirstea trifft, die heute 36 wird und nach der Saison die Karriere beenden wird. „Deshalb will ich sie schnell nach Hause schicken“, lächelt Kraus. Erst am Mittwoch spielt Neo-Österreicherin Potapowa gegen die Chinesin Shang Zhuai. 

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