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Kühbauer nach Wolfsburg? Warum der Ex-Klub als Auslandspremiere passt

Erfolgstrainer Didi Kühbauer bereitet sich schon länger auf seine erste Auslandsstation vor. Jetzt will Wolfsburg den LASK-Meistermacher. Der Plan des Ex-Klubs passt dazu.
Didi Kühbauer als Spieler (l.) und Trainerkandidat von Wolfsburg

Im Meisterjubel und dem Rausch der Emotionen waren es auffällig ruhige Töne. Didi Kühbauer meinte nach dem finalen 3:0-Sieg bei der Austria und dem Titelgewinn mit dem LASK zu seiner weiteren Trainerkarriere: „Alles, was kommt, steht sowieso in den Sternen“.

Dass der Erfolgstrainer auch noch andere Stationen als Linz anpeilt, wollte Kühbauer nicht verheimlichen: „Natürlich wäre es sehr, sehr schön, wenn ich es ins Ausland schaffen würde.“

Gut überlegter Sprung 

Der Burgenländer hat in der Vergangenheit schon internationale Angebote abgelehnt, weil er sich ganz sicher sein will beim ersten Versuch im Ausland.

FUSSBALL: ADMIRAL BUNDESLIGA/ MEISTERFEIER LASK

Helfen könnte, wenn der Verein nicht fremd ist und beim künftigen Arbeitgeber auch bekannt ist, dass es Didi Kühbauer immer wichtig sein wird, geradeheraus, möglichst ehrlich, zu kommunizieren. Mit Ecken und Kanten, öfters emotional und vielleicht auch einmal mit ungewohnt harten Worten.

Genau diese Chance könnte sich nun auftun.

Viel Geld, wenig Erfolg

Wolfsburg sucht wieder einmal einen neuen Chefcoach. Der VW-Klub zählt bei den Gehältern zu den Top 10 in Deutschland, ist aber ein Trainerfriedhof und kämpft nun in der Relegation um den Klassenerhalt.

Dieter Hecking soll am Donnerstag und Montag gegen Paderborn den Abstieg verhindern, danach könnte der 61-Jährige Sportchef werden. Als Trainer ist ab Sommer Didi Kühbauer im Gespräch.

Laut „Bild“ steht der LASK-Meistermacher „auf der Wunschliste“. An finanziellen Fragen würde der Deal sicher nicht scheitern.

Neuausrichtung Marke Kühbauer 

Die geplante Neuausrichtung beim VW-Klub würde gut zu Kühbauer passen. Wolfsburg will laut KURIER-Recherchen wieder bodenständiger und deutschsprachiger (auf der Trainerbank und im Kader) werden.

Nach dem Motto „back to the roots“ wurde, wie den von Fans gewünscht, das Logo gegen das alte Vereinswappen getauscht: Mit anderem Grünton und den markanten Zinnen auf dem W, wie in Kühbauers Spielerzeiten.

Didi Kühbauer als Spieler von Wolfsburg

Didi Kühbauer als Spieler von Wolfsburg

Zwei Jahre beim VW-Klub

Von 2000 bis 2002 kurbelte der von Real Sociedad gekommene Routinier im Mittelfeld der Wolfsburger. In 59 Einsätzen gelangen acht Tore und 13 Assists.

Danach folgten noch sechs Jahre in Mattersburg, ehe die Trainerkarriere bei den Admira Juniors begann.

Kühbauer achtete stets darauf, Ausstiegsklauseln oder entsprechende Vereinbarungen in seinen Verträgen zu haben.

Nur 2018 verzichtete der Burgenländer in St. Pölten darauf. Ausgerechnet in dieser Saison kam der Anruf vom Herzensverein. Kühbauer musste hart (und lautstark) darum kämpfen, dass sich der SKN mit Rapid auf eine Ablöse einigt.

FUSSBALL: ADMIRAL BUNDESLIGA / MEISTERGRUPPE / 10. RUNDE: FK AUSTRIA WIEN - LASK

In Wolfsberg ging das leichter, von einem Tag auf den anderen kehrte Kühbauer im Oktober nach Linz zurück und begann beim LASK seine zweite Amtszeit.

Perfektes Englisch am Feld 

Dass er irgendwann auch gerne im Ausland coachen würde, verheimlichte Kühbauer nie.

Er polierte sein (ohnehin bereits ordentliches) Englisch noch einmal auf, holte sich eine internationale Berateragentur an seine Seite – und beförderte sich mit dem unglaublichen Erfolgslauf mit dem LASK ins internationale Rampenlicht.

Übrigens: Vom LASK ist schon ein Trainer nach Wolfsburg gewechselt.

Das war 2019 – Oliver Glasner.

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