Europacup-Play-off: Rapid schießt sich in Ried selbst zur Pleite
Dahl war der beste Rapidler (r.), am Ende jubelte aber Maart mit Ried
Passend zu dieser Katastrophensaison beförderte sich Rapid im Hinspiel durch ein Eigentor auf die Verliererstraße. Ried siegt im Play-off mit 2:1 (1:0) und könnte im Rückspiel am Pfingstmontag in Hütteldorf das Ticket für Europa lösen.
Bei Rapid deutet hingegen viel auf den totalen Absturz hin.
Rapid-Trainer Hoff Thorup hatte zu improvisieren: Neben Horn und Demir fehlten Bolla, der die ganze Woche krank war, Grgic, der sich beim Abschlusstraining an der Leiste verletzte, und Cvetkovic, der mit Wadenproblemen kurzfristig w. o. gab.
Der Däne setzte deswegen doch überraschend rechts außen auf Seidl und links auf Edelreservist Auer.
Die mitgereisten Fans verzichteten anfangs auf organisierten Support.
Ried-Trainer Senft musste in seinem letzten Heimspiel vor dem Wechsel nach Karlsruhe „nur“ auf Van Wyk verzichten, der Stürmer steht vor einem Millionentransfer nach Südafrika.
Dahls Doppelchance
Das Spiel hatte einen Start mit offenem Visier. Nach einem Kara-Fersler war Dahl am Sechzehner frei – vorbei (5.). Im Konter zeigte Dahl sein Tempo, lief allein auf Leitner zu, der Ried-Goalie konnte parieren (7.). Es ging weiter hin und her mit Abschlüssen, richtig gefährlich wurde es nach einem Haken von Flügel Bajic: Ahoussou fälschte den Schuss an die eigene Latte ab (12.).
Und dann kam das, was die Wiener schon beim 0:3 im Cup im Jänner überfordert hatte: Eine Corner-Variante auf Nikki Havenaar, der seine zwei Meter einsetzte und einköpfelte (15.).
Das 1:0 war das 21. Saisontor (!) der Innviertler nach einem ruhenden Ball.
Nach 34 Minuten hatte Havenaar Glück mit einem harten Tackling gegen Dahl, kein Elfmeter für den VAR.
Dahl leitete auch die Topchance auf das 1:1 ein, aber Amane schoss am Fünfer deutlich vorbei (44.).
Nach der Pause verletzte sich der Rieder Sollbauer, bei Rapid rückte Seidl ins Zentrum. Bei einer guten Wurmbrand-Flanke war wieder einmal kein Abnehmer im Zentrum.
Danach drehte Ried auf. Gegen passive Gäste kamen Maart, Bogue und Bajlicz hintereinander zu Chancen.
Rapid wurde mit der vierten Play-off-Teilnahme zum traurigen Rekordhalter, wirkte aber vor 4.638 Zuschauern nicht wie eine Mannschaft fürs so wichtige internationale Geschäft.
Erst Seidl traf wieder aufs Tor, gehalten (68.).
Dahl auf Amane, Tor
Danach brachte Hoff Thorup drei Neue. Pünktlich zu Beginn der Rapid-Viertelstunde dribbelte Dahl, die Hereingabe vollierte Romeo Amane ins Netz – 1:1 (75.).
Ried antwortete mit der Standardwaffe. Bei der Klärung nach einem langen Einwurf stellte sich Serge-Philippe Raux-Yao ganz patschert an und beförderte die Kugel ins eigene Tor (77.).
In der Nachspielzeit hatte Ried noch einen Freistoß aus 17 Metern – die Mauer verhinderte das 3:1.
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