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Anna Gasser ist und bleibt eine der ganz Großen ihres Sports. Auch wenn die zweifache Olympiasiegerin bei ihren letzten Spielen leer ausgegangen ist. Nach Rang acht in ihrer Paradedisziplin Big Air kam die 34-Jährige am Mittwoch im Slopestyle auf Platz zehn. In ihrem dritten und allerletzten Olympia-Run riskierte Gasser auf der langsamen Piste alles, konnte aber einen Sprung nicht stehen, und der Traum von der dritten Medaille war vorbei. 

Der Sieg ging an Mari Fukada (JPN) vor Zoi Sadowski Synnott (NZL) und Kokomo Murase (JPN).

„Ich habe Olympia genossen. Die zwei Goldmedaillen, die ich daheim habe, sind jetzt noch viel mehr wert“, blickte Gasser auf ihre letzten Spiele zurück. „Die Anspannung vor dem letzten Run war schon sehr groß. Ich hätte gerne mit einem schönen Run aufgehört. Aber vom Speed her war es für mich am unteren Limit. Was aber auch klar ist: Mir ist es nicht gelungen, mich auf die Verhältnisse einzustellen. “

Mit einem Vorsprung von eineinhalb Sekunden gewann Mikaela Shiffrin am Mittwoch souverän den Olympia-Slalom der Frauen in Cortina d'Ampezzo. Im Fokus des zweiten Durchgangs stand jedoch eine andere: die Deutsche Lena Dürr.

Die 34-Jährige hatte sich mit einem starken ersten Lauf auf Rang zwei geschoben und nahm den entscheidenden Durchgang mit festem Blick auf die Medaille in Angriff. Doch der Traum zerplatzte schnell: Keine zwei Sekunden nach dem Start fädelte Dürr bereits am ersten Tor ein.

Nicht das erste bittere Olympia-Kapitel für Dürr

Es war nicht das erste bittere Kapitel dieser Spiele. Schon im Riesentorlauf hatte Dürr zur Halbzeit auf Platz zwei gelegen, fiel am Ende jedoch aufgrund eines Fehlers im Schlussabschnitt auf Rang neun zurück. Und auch ein Blick in die Vergangenheit zeigt ein ähnliches Muster: Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking führte sie nach dem ersten Slalom-Durchgang, verpasste die Bronzemedaille letztlich jedoch um hauchdünne 0,07 Sekunden. Immerhin durfte sie sich damals im Teamwettbewerb über Olympia-Silber freuen. Bei den Spielen 2030 werde sie nicht mehr dabei sein, kündigte die Münchnerin an.

"Man kann es immer noch gar nicht realisieren im Ziel. Katastrophe, Worst Case. Aber so ist es jetzt", sagte Dürr sichtlich enttäuscht in einer ersten Reaktion. Eine Enttäuschung war der Slalom auch für die ÖSV-Damen. Katharina Truppe (5.) und Katharina Huber (6.) verpassten die Medaillenränge um knapp drei Zehntel. Die anderen beiden Österreicherinnen blieben weit zurück: Katharina Gallhuber wurde 22., Lisa Hörhager landete auf Platz 25.

Superstar Johannes Hösflot Kläbo hat als zweiter Athlet nach US-Eisschnellläufer Eric Heiden das fünfte Gold bei den gleichen Spielen geholt. Der Norweger erhöhte am Mittwoch in Tesero mit dem Langlauf-Teamsprint-Sieg an der Seite von Einar Hedegart auf insgesamt zehn Olympiatitel. Das österreichische Duo Michael Föttinger und Benjamin Moser erreichte bei Prachtwetter und vor vollen Tribünen Rang sieben, Heidi Bucher und Magdalena Scherz wurden Zehnte.

Föttinger/Moser fehlten sieben Sekunden auf die Bronzemedaille. Am Ende mussten sie aber noch zittern, weil die Jury nach einem Stockbruch eines Franzosen in der Wechselzone ermittelte. Es kam aber zu keiner Sanktion. Der erst spät feststehende siebente Rang war nicht ganz nach dem Geschmack des Duos. "Es war ein solides Rennen, aber leider nicht das, was wir uns erträumt haben. Aber man kann zufrieden sein, es war für uns ein bisserl ein versöhnlicher Abschluss", sagte Moser im APA-Gespräch.

Wie Föttinger wird der Tiroler das 50-km-Rennen am Samstag nicht bestreiten und sich auf die restlichen Weltcups konzentrieren. "Der 50er ist nicht meine Paradedisziplin, und hier mit 1.900 Höhenmetern, da bin ich auch das eine oder andere Kilo zu schwer", sagte Moser. Föttinger bedauerte seinen Rückfall in seiner letzten Runde: "Beim dritten Anstieg war es extrem. Ich hab's leider in der letzten Runde ganz oben verloren. Leider hab ich Bennie nicht besser übergeben können. Ein bisserl mehr hätten wir uns schon vorgenommen", sagte der Salzburger.

Bucher und Scherz happy mit Platz zehn

Gold bei den Frauen ging an die Schwedinnen Maja Dahlqvist und Jonna Sundling, 1,4 Sekunden vor der Schweiz. Nadine Fähndrich hatte im Schlussabschnitt noch einen Angriff auf Schweden gestartet, Bronze holte Titelverteidiger Deutschland in der Besetzung Laura Gimmler/Coletta Rydzek.

Den Auftakt in die K.o.-Phase der Champions League hat sich Juventus Turin ganz anders vorgestellt. Nach der 2:5-Niederlage im Play-off-Hinspiel bei Galatasaray Istanbul droht den Italienern das vorzeitige Aus in der Königsklasse. Es war eine historische Niederlage.

Dabei war zur Pause noch alles in Ordnung. Juventus führte dank Teun Koopmeiners, der doppelt traf mit 2:1. Doch nach der Pause fiel die Juve-Abwehr komplett auseinander und kassierte noch vier Gegentreffer. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeit: So etwas passiert der Alten Dame nicht oft. Im Europacup hat man erst zum zweiten Mal in der Vereinshistorie fünf oder mehr Gegentreffer kassiert. Nur einmal kam es noch schlimmer - und das gegen einen österreichischen Klub.

Innerhalb weniger Momente durchlebte der einstige Weltfußballer am Dienstag beim ereignisreichen Sieg des Klubs von David Alaba im Play-off-Hinspiel der Champions League bei Benfica Lissabon heftige Emotionen. 

Nach seinem Traumtor jubelte der 25-Jährige zunächst provokant an der Eckfahne und bekam dafür die Gelbe Karte. Dann legte sich Vinicius Junior mit mehreren Lissabon-Spielern an - um schließlich empört aufgebracht und wild gestikulierend zu Schiedsrichter Francois Letexier zu rennen.

Der unterbrach daraufhin sofort die Partie und kreuzte die Arme, um anzuzeigen, dass das Anti-Rassismus-Protokoll der UEFA greift. Der argentinische Benfica-Spieler Gianluca Prestianni soll Vinicius Junior rassistisch beleidigt haben. 

Nach dem Vorfall wurde der Brasilianer bei jeder Ballberührung ausgepfiffen und nahe der Seitenlinie und Eckfahne immer wieder von Gegenständen beworfen. Bei Instagram schrieb der Angreifer, er möge es nicht, sich in solchen Situationen zu befinden. „Erst recht nicht nach einem großartigen Sieg, und wenn die Schlagzeilen eigentlich Real Madrid gelten sollten, aber es war notwendig.“

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