In Österreich gefördert: Schwimmerinnen gehen nach Griechenland
Alexandri-Schwestern
Österreich hat sie aufgebaut, begleitet und gefördert – nun schlagen Anna-Maria, Eirini-Marina und Vasiliki Alexandri ein neues Kapitel in Griechenland auf. Die erfolgreichsten Synchronschwimmerinnen der heimischen Sportgeschichte kehren aus privaten Gründen in ihre alte Heimat zurück und werden ihre Karriere dort ausklingen lassen.
2012 waren die Schwestern nach Österreich gekommen. Mangels sportlicher Perspektiven in der Heimat. Zwei Jahre später erhielten sie die Staatsbürgerschaft und wurden in Folge von der Sporthilfe unterstützt – eine Förderung, die ihre Karrieren mitermöglichte. „Wir sind der Sporthilfe unglaublich dankbar, sie stand zehn Jahre an unserer Seite und hat uns in allen Phasen unseres Weges begleitet“, sagte Vasiliki Alexandri.
"Überraschend und plötzlich"
Der Verband wurde von der Entscheidung „überrascht, es war sehr emotional“, sagte OSV-Sportdirektor Walter Bär.
Die Alexandris waren nach der Rückkehr von Kurzzeittrainerin Takako Nakajima aus familiären Gründen in ihre Heimat Japan im vergangenen Jahr monatelang ohne Trainerin, konnten somit nicht richtig trainieren. Welche genauen weiteren Gründe – in der Aussendung wurden „private“ genannt – mitgespielt haben, ist nicht ganz klar.
Fakt ist, dass die Alexandris nicht mehr für Österreich starten können, genauso aber aktuell nicht für Griechenland.
Wechsel braucht Anfrage
Um die Sportnationalität wechseln zu können, müsste eine entsprechende Anfrage des griechischen Verbands gestellt werden. Österreich müsste auch zustimmen.
„Wir danken Anna-Maria, Eirini und Vasiliki für ihren Einsatz und gratulieren ihnen zu den einzigartigen Erfolgen, die sie auch für Österreich, die Fördergeber und den Schwimmverband erschwommen haben. Wir wünschen den Damen alles Gute für ihren weiteren sportlichen wie auch privaten Weg“, sagte OSV-Präsident Arno Pajek.
Die Erfolge der Alexandri-Schwestern
Zu ihren größten Erfolgen zählen unter anderem zweimal WM-Gold, zweimal WM-Bronze, sowie eine EM-Gold, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen durch Anna-Maria/Eirini-Marina. Vasiliki holte im Solo zwei WM-Silbermedaillen sowie zweimal EM-Gold und noch dreimal EM-Silber.
„Mit ihren Erfolgen haben sie dem österreichischen Synchronschwimmen internationale Sichtbarkeit verschafft und als Vorbilder für eine ganze Generation junger Sportlerinnen gewirkt“, sagte Sporthilfe-Geschäftsführer Gernot Uhlir. Fakt ist: Mit dem Abgang der Alexandri-Schwestern endet eine Ära, die das österreichische Synchronschwimmen über ein Jahrzehnt geprägt hat.
Seit 1. Jänner 2016 wurden die Alexandri-Schwestern von der Österreichischen Sporthilfe begleitet und gefördert. In den nächsten Tagen werden sie mit ihrer Mutter zurück nach Griechenland fliegen. Für Österreichs Synchronschwimmen ist es ein herber Schlag, im Kampf um Medaillen wird man in den nächsten Jahren dadurch nicht mehr mitmischen können. „Es gibt talentierten Nachwuchs, aber noch im Juniorenalter, das dauert schon seine Zeit“, sagte Walter Bär.
Bei der bevorstehenden Europameisterschaft in Paris von 31. Juli bis 16. August wird Österreich im Synchronschwimmen sicher nicht vertreten sein.
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