ÖFB und Bundesliga fixieren VAR-Zukunft für viele Jahre

Ein neuer Dienstleister wurde gefunden. Damit sollen nicht nur Kosten gespart werden.
Der VAR in Österreich bleibt bestehen

Der Video Assistant Referee (VAR) bleibt dem österreichischen Profifußball langfristig erhalten. Wie ÖFB und Bundesliga am Freitag bekannt gaben, wird das seit der Saison 2021/22 eingesetzte Unterstützungssystem für Schiedsrichter auch künftig in der Bundesliga sowie im ÖFB Cup verwendet.

In den vergangenen Monaten war die Zukunft des VAR intensiv diskutiert worden, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen. Bundesliga-Chef Christian Ebenbauer bekundete auch im KURIER-Interview Ende letzten Jahres großes Interesse an der Challenge-Variante, die etwa bei der Unter-17-WM im November in Katar zum Einsatz gekommen war. Hintergrund: Das System wäre deutlich kostengünstiger und die Liga muss sparen, nachdem die Erlöse aus dem neuen TV-Vertrag ab kommenden Sommer deutlich niedriger sein werden, als bisher.

Mit der Challenge wird es in Österreich aber vorerst nichts. Das Modell ist KURIER-Informationen zufolge seitens der FIFA auch noch nicht für nationale Profiligen freigegeben. Nun konnte nach Angaben der Verantwortlichen eine Lösung gefunden werden, die sowohl finanzielle Aspekte als auch die unterschiedlichen Interessen berücksichtigt. Gleichzeitig sollen die Kosten gesenkt werden.

Neuer technischer Dienstleister

Ab der kommenden Saison übernimmt mit "Sportec Solutions" ein neuer technischer Dienstleister die Umsetzung. Bisher vertraute man in der Bundesliga seit VAR-Einführung auf das Unternehmen "Hawkeye". Dieser Vertrag wurde nun nicht verlängert. Der neue Partner verfügt über internationale Erfahrung. Das System wird unter anderem in der deutschen Bundesliga, in Spaniens La Liga, in der portugiesischen Liga Portugal sowie in der US-amerikanischen MLS eingesetzt.

Was dieser technische Dienstleister macht? Er stellt die komplette Infrastruktur für den Video-Schiedsrichter bereit. Dazu gehören unter anderem die Installation und Betreuung der Kameraschnittstellen in den Stadien, die Einrichtung des Video-Operations-Raums (VOR) im ÖFB-Campus in Wien-Aspern, sämtliche Server- und Übertragungssysteme sowie die spezielle Software zur schnellen Analyse strittiger Szenen. Zudem sorgt der Anbieter für geschultes technisches Personal, das während der Spiele die Bildregie koordiniert, Wiederholungen aufbereitet und die reibungslose Kommunikation zwischen Video-Assistent und Schiedsrichter am Feld sicherstellt.

Der Vertrag mit dem neuen Anbieter wurde über acht Saisonen abgeschlossen. Nach vier Jahren besitzt die Bundesliga eine einmalige Ausstiegsoption.

Stellungnahmen

Christian Ebenbauer, Bundesliga-Vorstandsvorsitzender: „Die Einführung des VAR hat den Fußball – bei allem nach wie vor vorhandenem Gesprächsstoff – jedenfalls gerechter gemacht. In diesem Sinne und für einen professionellen Meisterschaftsbetrieb haben sich die Klubs auch in Zeiten finanzieller Herausforderungen für die Fortführung des VAR entschieden. Mit Sportec Solutions haben wir ab der kommenden Saison ein internationales Vorzeigeunternehmen aus dem Fußball an unserer Seite, das unseren Schiedsrichtern ein professionelles System bieten wird.“

Ali Hofmann, Head of ÖFB Referee Department: "Mit Sportec Solutions haben wir einen Partner im VAR-Bereich gefunden, der sich passend zum österreichischen Schiedsrichterwesen kontinuierlich und zukunftsorientiert weiterentwickelt. Uns war wichtig, zusammen mit der Bundesliga das qualitativ beste Gesamtpaket zu finden. Das langfristige Commitment zeigt, dass Sportec Solutions bestrebt ist, nachhaltig zu agieren. Das bietet die Möglichkeit, dass sich der österreichische Fußball, die Schiedsrichter:innen und die technischen Innovationen im VAR-Bereich weiterentwickeln, um international attraktiv und wettbewerbsfähig zu sein."

Christian Holzer, CEO Sportec Solutions AG: „Die Vereinbarung mit der Österreichischen Fußball-Bundesliga und dem ÖFB ist ein starkes Zeichen für die Zukunft des professionellen Fußballs in Österreich. Dass wir den VAR in den kommenden acht Saisons mit unserem Vieww System umsetzen dürfen, bestätigt das Vertrauen in unsere Technologie und operative Qualität. Für Sportec Solutions ist es strategisch besonders wertvoll, diesen Markt langfristig zu begleiten, Innovationen weiterzuentwickeln und nachhaltige Standards im Schiedsrichterwesen zu setzen.“

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