Auf den Spuren des Vaters: Aron Stazic debütiert für Österreich
Aron Stazic
Wer in Österreich Basketball sagt, der muss auch Stazic sagen. Der gebürtige Kroate Stjepan Stazic galt einst als größtes Talent des Landes, spielte im Nationalteam und in den Top-Ligen Europas. Der Sprung in die NBA blieb ihm nur wegen einer Verletzung verwehrt. Seit 2010 leitet er gemeinsam mit seinem Bruder Petar die Geschicke von BC Vienna – bisher gab es zwei Meistertitel. Jetzt ist die nächste Generation an der Reihe. Stjepans Sohn Aron (18) spielt die beste Saison seines Lebens – und wird im österreichischen Nationalteam debütieren.
„Das bedeutet mir viel“, freut sich Aron auf seinen ersten Auftritt für Rot-Weiß-Rot am Freitag in der Sport Arena Wien gegen die Niederlande (18 Uhr/ live auf ORF Sport+). Im Nachwuchs hat er noch für Deutschland, die Heimat seiner Mutter, gespielt. „Das war nur ein kleiner Abschnitt, ich identifiziere mich nicht damit.“
Für das anstehende Länderspiel-Doppel gegen die Niederlande hat Teamchef Aramis Naglic fast nicht an Stazic vorbeisehen können – was nicht an dessen Körpergröße von 192 Zentimetern liegt. In der heimischen Liga ist der Teenager bereits der Topscorer unter allen österreichischen Spielern. In der internationalen ABA-League hat er unter anderem gegen das Top-Team Roter Stern Belgrad starten dürfen. Bei BC Vienna gehört er zu den absoluten Leistungsträgern.
Aber wie ist es zu dieser Leistungsexplosion gekommen? „Ich habe in dieser Saison von Anfang an aggressiver gespielt als in den letzten zwei Jahren“, erklärt Stazic. „Es liegt aber sicher auch daran, dass ich wirklich gute und erfahrene Mitspieler habe, die mir sehr helfen. Wie zum Beispiel Rashid Mahalbasic. Er und die anderen Mitspieler geben mir genau wie die Coaches das Vertrauen und die Unterstützung, die ich brauche.“
Zukunftspläne
Was ihm noch fehlt, sieht er bei den Spielen auf europäischem Topniveau – wie gegen Roter Stern Belgrad. „Das Spiel auf diesem Level ist sehr teamorientiert. Individuell sind alle Spieler fantastisch, aber sie agieren wirklich als Mannschaft. Es gibt weniger Eins-gegen-eins, alles läuft im Fluss, viel Ballbewegung, und kombiniert mit den individuellen Skills der Spieler macht das die Top-Teams aus“, erklärt Stazic. Was ihm noch fehlt? „Ich muss mein Spiel in jedem Bereich weiterentwickeln“, weiß er, „ich muss weiter hart arbeiten und all meine Spielsegmente auf ein höheres Level bringen.“
Sein Ziel ist es, irgendwann in einer Top-Liga zu spielen. Aktuell liegt der Fokus noch auf BC Vienna, Stazic will den Titel gewinnen und auch nächstes Jahr in Wien auf Korbjagd gehen. Danach könnte es raus in die große, weite Basketballwelt gehen. Vielleicht gelingt ihm ja auch das, was Papa Stjepan nicht vergönnt war – der Sprung in die NBA. Seit er elf Jahre alt ist, wird Aron von Papa Stjepan trainiert. „Ich bin extrem dankbar.“ Und im Training teilweise noch immer beeindruckt vom mittlerweile 47-jährigen Vater. Er überrascht uns immer wieder, wenn er zehn oder 20 Dreier am Stück trifft.“
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