Andreas Weimann bei Rapid: Ein Leader zum Ausleihen und Anlehnen
Andreas Weimann bei Rapid
Andreas Weimann wurde bereits zwei Mal überrascht in seinen ersten drei Wochen bei Rapid.
Zuerst, als der 34-Jährige nach nur einem Training mit der Mannschaft gegen Hartberg (1:1) von Johannes Hoff Thorup in die Startelf befördert wurde. Und vor dem zweiten Heimspiel, als der Trainer fragte, ob sich Weimann gegen den WAC (2:0) die Kapitänsrolle zutrauen würde, weil Seidl auf der Ersatzbank beginnen sollte.
Weimann: "Große Ehre"
„Das habe ich als große Ehre empfunden. Ich bin als Rapid-Fan aufgewachsen, und jetzt durfte ich die Schleife tragen. An meinem Auftreten ändert das allerdings gar nichts – jeder in der Startelf sollte ein Leader sein“, sagt der Wiener, der aber auch eine noch größere Überraschung verrät: „Ich hätte mir vor einem Monat niemals vorstellen können, dass ich nach 19 Jahren zu Rapid zurückkehre und im Frühjahr hier spiele.“
Der neue Rapid-Stürmer Andreas Weimann
Der Hauptgrund der Leihe von Derby County war das von ÖFB-Teamchef Rangnick in Aussicht gestellte WM-Ticket, sofern der Kaderkandidat regelmäßig spielt und dabei überzeugen kann.
Unbelastete Rückkehr
Aufgrund der Rapid-Krise ist der Stürmer noch schneller als aufgrund seiner Qualität erwartbar zum Hoffnungsträger geworden.
„Andi hat die Probleme nicht mitbekommen, er bringt frische Energie“, betont Hoff Thorup die mentale Komponente der raschen Beförderung zu einem der wichtigen Ansprechpartner.
Viel Selbstvertrauen
Auch wenn Weimann nach drei Einsätzen noch auf sein Premierentor wartet, gibt es keine Zweifel. „Ich habe genug Selbstvertrauen. Das müsste sehr lange dauern, dass ich zu grübeln beginne. Ich weiß, dass ich Tore machen kann“, sagt Weimann vor der langen Busreise nach Altach.
Das Sonntagsduell um einen Platz in den Top 6 lässt den 26-fachen Teamspieler an sein Debüt im Rheintal denken: „Ich habe vor 14 Jahren mit dem U-21-Team in Altach gespielt und gegen Schottland auch getroffen.“
Damals war das Talent noch ein aufstrebender Flügelstürmer von Aston Villa.
Über Stadlau und Hütteldorf ging es 2007 zum Traditionsverein nach Birmingham. Aston Villa hatte nach einem Probetraining im Winter sofort einen Vertrag ab Sommer angeboten und eine Gastfamilie für den Burschen organisiert.
Eltern als Hürdensprint-Rekordler
Die Eltern – beide hielten als Hürdensprinter über viele Jahre den österreichischen Rekord – freuten sich ebenso wie Andreas Poiger. Der frühere Rapid-Verteidiger ist Weimanns Taufpate.
In der Premier League kam der ÖFB-Legionär auf 113 Einsätze (25 Scorerpunkte) und wurde in der kampfbetonten Championship („dort wird schon härter gespielt“) zum Dauerbrenner mit 393 Einsätzen (und 120 Scorerpunkten) auf allen Offensivpositionen.
Mit seiner englischen Frau hat er drei Kinder (11, 8 und 4 Jahre) und achtet darauf, dass der Nachwuchs nicht nur mit ihm Deutsch spricht: „Ein bis zwei Mal pro Woche kommt eine Deutschlehrerin ins Haus.“
Legionärskumpel Nuhiu
Weimann verrät, dass er mittlerweile auf Englisch träumt, auf Deutsch formuliert er präzise. „Meine Frau sagt, dass ich zu Hause nicht viel rede – außer mit den Kindern“.
Dafür traf sich der Langzeit-Legionär öfters mit einem anderen Ex-Rapidler zum Plaudern: Atdhe Nuhiu, in sieben Jahren in Sheffield zur Legende bei Wednesday geworden. „Ich rede lieber erst nach der Partie wieder mit Atdhe.“
Denn der 36-jährige Nuhiu ist mittlerweile Co-Trainer – in Altach.
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