Hoff Thorup über Rapid: "Genau solche Gamechanger brauchen wir"

Nach dem 2:0 gegen den WAC übt Rapid-Trainer Hoff Thorup Selbstkritik, lobt seine Wechselspieler, spricht über den Druck und den Boykott der Fans.
Torschütze Seidl und Assistent Dahl beim Rapid-Sieg

Der immense Druck auf die Rapidler beim „Muss-Sieg“, wie ihn Trainer Johannes Hoff Thorup nannte, hat den Dänen bereits vor dem 2:0 gegen den WAC beschäftigt

 „Wir haben die Spieler auf die Umstände eingestellt. In diesem Verein, in dieser ganzen Stadt – da ist so viel Emotion. Darauf muss ich nach so vielen Spiele ohne Erfolg eingehen. Aber Emotionen dürfen nicht unsere Entscheidungen beeinflussen“, sagt der Rapid-Trainer über den Sieg, der die Hoffnung auf die Meistergruppe am Leben lässt.

Weimann im Eiltempo zum Kapitän 

Auch deshalb hat Andreas Weimann in seiner erst dritten Partie als Kapitän begonnen: „Ein Kapitän muss nicht lange beim Verein sein. Andi hat einen frischen Blick, er war beim Misserfolg nicht dabei. Er bringt neue Energie.“

So wie die Wechselspieler Matthias Seidl, Nosa Dahl und Daniel Nunoo, die Hoff Thorup ausdrücklich lobt.

 Seidl (li.) und Dahl

Doppel-Conference: Die eingewechselten Seidl (li.) und Dahl sorgten für die Führung.

 „Genau solche Gamechanger brauchen wir. So sollen Wechselspieler auftreten – und nicht beleidigt sein, wenn sie auf der Bank starten“, sagt Hoff Thorup.

Die schwache erste Hälfte nimmt der 37-Jährige auch auf seine Kappe.

„Viele unserer Probleme sind an einem falschen Angriffspressing gelegen. Das nehme ich auf mich. Wir als Trainer haben die Spieler schlecht positioniert, das wurde dann in einer Pause rund um die 40. Minute korrigiert“ sagt der Chefcoach.

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Leichtere Lösungen gesucht 

Abseits davon war der „Spielplan bewusst einfacher gehalten. Ich mag Spiele eigentlich nicht so gewinnen, sondern mit mehr Offensive und besserem Fußball. Aber wir haben einfachere Lösungen gesucht.“

Abgesehen davon war die Leistung von Tobias Gulliksen wieder schwach. Hoff Thorup betont seine Geduld mit dem Rekordeinkauf und sagt: „Über seine Leistung reden wir unter vier Augen. Er kann großartig sein. Wir müssen noch mehr arbeiten, um sein Potenzial aus ihm herauszuholen.“

Zum Fan-Boykott meint Hoff Thorup: „Wir müssen uns stellen. Deswegen schicken wir die Spieler am Anfang und am Ende zum Block – auch wenn es Pfiffe gibt.“

Der Däne schaut nach vorne: „Ihre Unterstützung ist großartig. Wir tun alles, um sie wieder auf unsere Seite zu bringen.“

SOCCER - BL, Rapid vs WAC

Lob für Hedl 

Lob gibt es vom Chefcoach für Goalie Hedl, der – im Unterschied zu WAC-Goalie Polster – sehr sicher wirkte: „Mit Niki ist es einfach zu arbeiten. Er hat ein ruhiges, souveränes Spiel gemacht. Wie gut er sein kann, hat er noch nicht gezeigt. Aber dieses Spiel wird ihm helfen.“

WAC-Coach: "Dahl war der Gamechanger" 

WAC-Coach Ismail Atalan analysiert: „Dahl war der Gamechanger. Davor waren wir besser, danach hat man die Verunsicherung gespürt.“

Der Deutsche hofft auf einen Europacup-Platz über den Play-off-Umweg: „Wenn wir so weiterspielen, werden wir auch vor dem Tor wieder Erfolge haben. Wir müssen uns auf das untere Play-off einstellen, dann ist dort eben Platz sieben das Ziel.

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