Sport-News

Ronald Koeman hat einen Tag nach dem Aus der Niederlande im Sechzehntelfinale der Fußball-WM im Elfmeterschießen gegen Marokko seinen Abschied als Teamchef verkündet. Der 63-Jährige war seit Anfang 2023 zum zweiten Mal Trainer der Elftal, die erste Amtszeit des früheren Nationalspielers hatte von 2018 bis 2020 gedauert. Davor hatte Koeman als Coach unter anderem für Ajax Amsterdam, Benfica Lissabon, PSV Eindhoven und Everton gearbeitet, danach für ein Jahr beim FC Barcelona.

„Gestern Abend habe ich die Entscheidung getroffen, meine Amtszeit als Cheftrainer der niederländischen Nationalmannschaft zu beenden“, schrieb Koeman auf Instagram. Seine weiteren Ausführungen lesen sich wie ein endgültiger Rücktritt aus dem Trainergeschäft. „Ich hatte das Privileg, für Vitesse Arnheim, Ajax Amsterdam, Benfica Lissabon, PSV Eindhoven, Valencia, AZ Alkmaar, Feyenoord Rotterdam, Southampton, Everton, den FC Barcelona und natürlich zweimal für Oranje zu arbeiten. Genau deshalb schmerzt es, dass meine Zeit bei Oranje so endet“, schrieb Koeman, der die Niederlande bei der EM 2024 als Nachfolger von Louis van Gaal ins Halbfinale geführt hatte.

Ein  „furchterregendes Ensemble“ sei die französische Mannschaft, hatte die schwedische Tageszeitung Aftonbladet vor der Partie geschrieben. Und tatsächlich wäre es nicht verwunderlich gewesen, wären jedem schwedischen Verteidiger in New Jersey die Knie geschlottert bei der geballten Offensivkraft der Franzosen: Dembele, Olise, Barcola, Mbappe. 

Mutige Außenseiter

Die Schweden versteckten sich vorerst nicht und waren kompromisslos in den Zweikämpfen. 19 Minuten dauerte es bis zur ersten Chance der Franzosen, Barcola verzog nach einem Lauf über 40 Meter knapp. 

Der Druck der Franzosen wurde immer größer. Mbappe traf die Stange (32.), auch ein spektakulärer Seitfallzieher von Olise  ging an die Stange (35.). Und wenn einmal nicht Aluminum rettete, war Tormann Widell Zetterström zur Stelle. 

Und so dauerte es bis zur 45. Minute, bis Frankreich zur hochverdienten Führung kam. Superstar Kylian Mbappe tankte sich auf der linken Seite durch, ein Übersteiger, ein Haken, ein Schuss ins lange Eck, ein Tor.

Zuckerpass

Acht Minuten vor der Pause sorgten die Franzosen für die Vorentscheidung. Olise spielte einen Zuckerpass auf Barcola und der 23-Jährige von PSG  schoss aus 16 Metern gezielt und scharf ins Eck. Nach 53 Minuten stand es 2:0.

2016 hatten die Isländer bei der EM ihr „Hu“, mit einem immer schneller werdenden Klatschrhythmus. 2026 haben die Norweger ihr „Ro“. Synchron führen die Fans auf den Rängen Ruderbewegungen aus – und haben dabei sichtlich Spaß.

Auch beim Spiel gegen die Elfenbeinküste in Dallas wurde auf den Rängen ordentlich gerudert – und gejubelt. Norwegen gewann 2:1 und trifft im Achtelfinale auf Brasilien.

Ausgeglichene Partie

Die Ivorer begannen druckvoll und stellten die Skandinavier in der Verteidigung vor einige Probleme. Doch mit der ersten echten Chance schlugen die Norweger zu. Antonio Nusa ging ins Dribbling und schlenzte den Ball ins Kreuzeck – ein Traumtor (39.) des 21-jährigen Flügelstürmers von RB Leipzig. Kurz darauf kam Erling Haaland zu seiner ersten Großchance, Ibrahim Sangare konnte den Ball in höchster Not noch blocken.

In der zweiten Halbzeit blieb das Spiel ausgeglichen. Die Ivorer machten ordentlich Druck, doch Norwegen konterte gefährlich.

Eine wunderbare Aktion führte zum Ausgleich. Amad Diallo spielte sich per Doppelpass in den Strafraum, tanzte einen Verteidiger mit enger Ballführung aus und schoss aus kurzer Distanz zum 1:1 ein. Ein tolles Tor des 23-Jährigen von Manchester United.

Auch der dritte Treffer des Tages verdiente das Prädikat sehenswert. Oscar Bobb spielte auf Patrick Berg, der brachte den Querpass in die Mitte und dort stand Erling Haaland goldrichtig (86.). Die Ivorer warfen im Finish alles nach vorne, Norwegens Tormann Ørjan Nyland fischte einen gefährlichen Freistoß aus dem Eck. Die Elfenbeinküste ist ausgeschieden, Norwegen rudert ins Achtelfinale nach New Jersey.

Der KURIER-Sport empfiehlt

Merkliste

Hier können Sie interessante Artikel speichern, um sie später zu lesen und wiederzufinden.