Eigentlich hätte Tiger Woods beim Masters allen Grund zum Feiern gehabt. Im April vor 25 Jahren schrieb er im Augusta National Golf Club Geschichte: Mit dem Triumph beim Masters 2001 machte er den historischen „Tiger-Slam“ perfekt. Zwischen Juni 2000 und April 2001 gewann der Superstar alle vier großen Major-Turniere in Folge.
Angesichts der neuesten Eskapaden und darauffolgenden Diskussionen um seine Person ist bei dem inzwischen 50-jährigen Kalifornier die Partylaune aber verflogen. Nach einem erneuten Autounfall und der kurzzeitigen Festnahme wegen Drogenverdachts vor wenigen Tagen in seiner Wahlheimat Jupiter Island in Florida ist Woods erst gar nicht nach Augusta gereist. Die Fans müssen beim Masters ohne ihren Publikumsliebling auskommen.
Der US-Golfstar kündigte eine Auszeit auf unbestimmte Zeit an. Er werde die Zeit nehmen, „die es braucht, um gesünder, stärker und konzentrierter zurückzukommen - sowohl persönlich als auch beruflich“, schrieb der 15-malige Major-Sieger in den sozialen Medien. Ihm sei der Ernst der Lage bewusst. Kritik an seinem Verhalten gibt es nun auch aus der Szene. „Er ist ein Mensch wie alle anderen auch und wir haben Schwierigkeiten. Es ist schade. Das Einzige, was ich nicht verstehe, ist, dass es ein bisschen egoistisch ist von ihm, Auto zu fahren und andere Leute in Gefahr zu bringen“, sagte Golf-Profi Jason Day. „Aber wenn du der Spieler bist, der er war, und so einen starken Willen hat, dann denkt er, er schafft fast alles. Und deswegen fährt er vermutlich, auch wenn er ein bisschen unter Drogeneinfluss steht.“
Alle reden in Augusta über Woods
Trotz seines Fehlens wird Woods auch beim ersten Major-Turnier des Jahres wieder das Gesprächsthema Nummer eins sein. Über Woods„ Rolle als Heilsbringer in der Golfwelt wird heiß diskutiert werden. Ist er immer noch der Richtige, um all die Probleme und Baustellen im Golfsport zu lösen? Dass er 2027 nicht als neuer Kapitän für das US-Team im Ryder Cup zur Verfügung stehen wird, ist bereits klar. Aber nicht nur für dieses Amt, auch in Planungs- und Zukunftsfragen der PGA-Tour, bei der Suche nach einer Lösung im Streit mit der von Saudi-Arabien finanzierten LIV Tour oder beim Thema Einführung einer neuen Golf-Serie unterm Hallendach - immer wird sein Name gespielt oder er ist aktiv selbst an den Verhandlungen beteiligt. Und nun wirft ihn der neuerliche Autounfall in Florida abermals aus der Bahn.