USA und Israel: Tausende Angriffe auf iranische Ziele + Trauerfeier für Khamenei
- Israel und die USA haben am Samstag mit Militärschlägen gegen den Iran begonnen: Führer Khamenei und der Generalstabschef wurden getötet. Auch Irans Ex-Präsident Ahmadinejad ist tot.
- Laut US-Präsident Trump könnte der Krieg vier Wochen dauern. Eine große Angriffswelle stehe noch bevor, so Trump am Montag.
- Iran-Experte: "Befürchte, dass wir langen Bürgerkrieg erleben werden“
- Rund 17.000 Österreicher sind im Krisengebiet registriert.
- Für Mittwoch ist ein weiterer Rückflug von Österreichern geplant.
- Dazu: Keine Iran-Evakuierung möglich: Die Hercules-Probleme des Bundesheers.
- "Kein endloser Krieg": USA nennen drei Kriegsziele
- US-Republikaner nennen Israel als Grund für Iran-Angriff.
- Gute Zeit für Wechsel: Gaspreis klettert auf höchsten Stand seit drei Jahren.
Hintergründe:
- Weltpolitische Gehversuche: Warum sich die EU in Nahost verstolpert
- Angriff auf Golfstaaten: Die Mullahs wollen nicht alleine untergehen
- Anatomie einer Entscheidung: Wieso sich Trump für den Krieg im Iran entschied
- Diese Airlines nehmen ihre Flüge wieder auf
- Irans Fußball-Star will Karriere beenden und Armee beitreten
Großangriff gegen den Iran
-
EU-Beitrittskandidaten unterstützen USA
Die neun EU-Beitrittsanwärter haben seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran mehrheitlich den USA ihre Unterstützung zugesichert. Die deutlichsten Worte fanden in Statements die politischen Spitzen aus den Westbalkanstaaten Albanien, Kosovo, Montenegro und Nordmazedonien sowie aus der Ukraine. Diskreter äußerten sich Serbien und Moldau. Bosnien und Herzegowina mahnte Diplomatie und Völkerrecht, die Türkei Zurückhaltung ein.
-
Tote im Libanon nach israelischen Angriffen
Bei israelischen Angriffen auf zwei Dörfer südlich der libanesischen Hauptstadt Beirut sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums sechs Menschen getötet worden. Bei den Angriffen in Aramoun und Saadijat seien „nach vorläufigen Angaben“ acht weitere Menschen verletzt worden, erklärte das libanesische Gesundheitsministerium am Mittwoch. Beide Dörfer befinden sich außerhalb der traditionellen Hochburgen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz.
© APA/AFP/IBRAHIM AMROIn Hasmie, einem Vorort von Beirut.
-
Trauerfeier für getötetem Ajatollah Chamenei
Der Iran nimmt am um 22 Uhr Ortszeit (19.30 Uhr MEZ) mit einer Zeremonie in Teheran Abschied vom getöteten geistlichen Führer des Irans, Ajatollah Ali Khamenei. Die Feierlichkeiten sollen um auf der Imam-Chomeini-Gebetsstätte beginnen und drei Tage andauern, wie die staatlichen Medien meldeten. Einzelheiten zum Trauerzug sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.
-
Hohe Geistliche für Khameneis Sohn als Nachfolger
Die hochrangigen Geistlichen, die für die Wahl des nächsten Oberhaupts des Iran verantwortlich sind, trafen sich am Dienstag zu Beratungen, und der Sohn des getöteten ehemaligen Oberhaupts, Ayatollah Ali Khamenei, ging laut drei mit den Beratungen vertrauten iranischen Beamten als klarer Favorit hervor, schreibt die New York Times.
Die Beamten sagten, dass die Geistlichen erwägen, bereits am Mittwochmorgen bekannt zu geben, dass der Sohn, Mojtaba Khamenei, die Nachfolge seines Vaters antreten wird. Einige hätten aber Vorbehalte geäußert, da sie befürchten, dass er dadurch zum Ziel der Vereinigten Staaten und Israels werden könnte. Sie äußerten sich unter der Bedingung der Anonymität, um über sensible interne Beratungen zu sprechen.
-
US-Kongress: Kritik an Trump-Regierung wächst
Die US-Regierung hat den Kongress über laufende Militäroperationen gegen den Iran informiert. Dabei schloss sie einen Einsatz von US-Bodentruppen nicht aus. Die Demokraten kritisierten, dass US-Präsident Donald Trump einen neuen "ewigen Krieg" ähnlich den langwierigen Konflikten im Irak und in Afghanistan beginne – es fehle ein Plan für das Kriegsende.
-
Lage am Morgen
In den vier Tagen seit Beginn des Iran-Kriegs haben die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben fast 2.000 Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. In der Region seien nun mehr als 50.000 Soldaten, 200 Kampfflugzeuge, 2 Flugzeugträger und mehrere Bomber aus den USA im Einsatz. Die israelischen Streitkräfte melden über 1.600 Einsätze der Luftwaffe.
Eine aus dem Iran abgefeuerte ballistische Rakete traf den auch vom US-Militär genutzten Stützpunkt Al-Udeid in Katar. Dabei sei niemand verletzt worden.
-
Israel meldet neue massive iranische Angriffswellen
Der Iran hat Israel binnen 30 Minuten erneut mit zwei massiven Angriffswellen überzogen. Wie die israelische Polizei erklärte, gingen am späten Dienstagabend Meldungen über herabfallende Trümmerteile von Geschossen im Raum Tel Aviv ein. Polizisten und Bombenentschärfungsexperten seien im Einsatz, um die betroffenen Gebiete zu sichern und abzusperren, teilte die Polizei mit. Nach Angaben von Rettungskräften wurde eine Frau von den Trümmerteilen leicht verletzt.
Wenige Minuten später meldete die israelische Armee eine zweite Raketenwelle aus dem Iran. Im Großraum Tel Aviv und im Zentrum Israels heulten die Luftalarm-Sirenen. AFP-Reporter berichteten von anschließenden Explosionen in Jerusalem. Ein AFP-Journalist in Netanja nördlich von Tel Aviv sah Raketen am Nachthimmel.
-
Medwedew und Rublew sitzen in Dubai fest
Die russischen Top-Tennisspieler Daniil Medwedew und Andrej Rublew sitzen wegen der Sperre von Flughafen und Luftraum in Dubai fest und kommen zumindest verspätet zum Masters-1000-Turnier in Indian Wells. Die beiden hätten heute an einer Exhibition teilnehmen sollen, ihre Startpartien sind für Freitag angesetzt. Medwedew hatte am Sonntag das ATP500-Turnier in Dubai gewonnen, Rublew war ins Halbfinale gekommen. Zeitgleich begannen im Nahen Osten Kriegswirren.
Zuletzt hatte die ATP mitgeteilt, die Situation im Nahen Osten genau beobachten und mit Spielern und Behörden Kontakt halten zu wollen. Indes ist am Dienstag ein Tennis-Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten wegen einer Sicherheitswarnung unterbrochen worden. Videos zeigen, wie Spieler sowie der Schiedsrichter nach Ertönen eines Alarms eilig den Platz verließen. Berichten zufolge sollen in der Nähe Explosionen zu hören gewesen sein. Der Grund dafür soll ein Angriff iranischer Drohnen auf die Ölanlagen in Fujairah gewesen sein.
-
Trump verspricht Schutz für Schiffe in der Straße von Hormuz
Der US-Präsident will den vom Iran bedrohten Schiffsverkehr in der Straße von Hormuz absichern - auch mit der eigenen Marine. "Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormuz zu eskortieren", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Um jeden Preis würden die USA den freien Fluss von Energie für den Rest der Welt sicherstellen.
Zudem habe er die zuständige Behörde für Entwicklungsfinanzierung DFC angewiesen, Risikoversicherungen und Garantien für den gesamten Seehandel in der Region anzubieten. Die Maßnahme ziele vor allem auf Energietransporte, sei aber für alle Reedereien verfügbar.
-
Brand an US-Konsulat in Dubai
In Dubai ist nach einem mutmaßlich iranischen Drohnenangriff am US-Konsulat ein Feuer ausgebrochen. Es habe dort einen "Vorfall mit einer Drohne" gegeben, teilte das Medienbüro der Stadt mit. Die Rettungskräfte hätten sofort reagiert, Verletzte habe es nicht gegeben. Videos zeigten eine Explosion im Zentrum von Dubai und kurz darauf einen Brand.
Die US-Botschaft im Land hatte zuvor bereits dazu aufgerufen, wegen der Gefährdung keineswegs zur Botschaft oder dem Konsulat zu kommen. Die iranischen Angriffe in den Vereinigten Arabischen Emiraten dauern auch am vierten Tag des Kriegs mit dem Iran an. Insgesamt habe sich die Lage aber beruhigt, sagten Augenzeugen der Deutschen Presse-Agentur. Seit zwei Tagen habe es kaum Explosionen gegeben.
Bei den verschiedenen Explosionen in Dubai handle es sich um Einsätze zur Luftabwehr, teilte das Medienbüro mit. Die Behörden verfolgten die Lage genau und würden alle notwendigen Schritte unternehmen, um die öffentliche Ordnung sicherzustellen.
-
Khamenei wird in schiitischem Heiligtum beigesetzt
Der Leichnam des getöteten iranischen Religionsführers Ayatollah Ali Khamenei soll nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars in einem schiitischen Heiligtum in seiner Heimatstadt Mashhad beigesetzt werden. Die Agentur, die den Revolutionsgarden nahesteht, berichtete, die Beisetzung werde voraussichtlich – ähnlich wie bei Khameneis Vater – hinter dem Schrein des achten schiitischen Imams Reza stattfinden. Das Mausoleum gilt als wichtigstes Heiligtum der Schiiten im Iran.
Zuvor ist laut Fars eine öffentliche Abschiedszeremonie in Teheran geplant. Details zum Ablauf und Zeitplan sollen später bekanntgegeben werden.
Mashhad, eine Millionenmetropole im Nordosten des Landes, ist die zweitgrößte Stadt im Iran. Khamenei war dort am 19. April 1939 geboren worden.
© APA/AFP/VYACHESLAV OSELEDKO -
US-Militär setzt B-52-Langstreckenbomber im Iran ein
Bei den Einsätzen im Iran setzt das US-Militär nach eigenen Angaben Langstreckenbomber des Typs B-52 ein. Diese seien zwischen den ersten 48 und 72 Stunden nach Beginn der Operation "Gewaltiger Zorn" am Samstag gestartet, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) mit. B-52-Bomber sind in der Lage, sogenannte Bunkerbrecher-Bomben zu transportieren.
Nach 72 Stunden zählte Centcom mehr als 1.700 Ziele, die die US-Streitkräfte im Iran angegriffen haben.
-
Oman fordert sofortige Waffenruhe
Der Oman fordert eine sofortige Waffenruhe im Iran-Krieg und eine "Rückkehr zu verantwortlicher regionaler Diplomatie". Nach Unterstützung aus "allen vier Ecken der Erde" zu einer Beendigung des Kriegs zwischen dem Iran einerseits und Israel sowie den USA andererseits schließe sich auch der Oman diesen Bemühungen an, teilte Außenminister Badr al-Busaidi mit. "Uns stehen Auswege zur Verfügung. Lasst sie uns nutzen."
Erst Stunden war es in dem Golfstaat, der nur durch die Straße von Hormuz und Dutzende Kilometer Luftlinie vom Iran getrennt wird, erneut zu Drohnenangriffen gekommen. Ziele waren unter anderem der Handelshafen von Dukm und die Küstenstadt Salala. Der Iran wies zurück, hinter dem Angriff zu stecken.
Der Oman - der versucht, neutral aufzutreten - agierte im Atomstreit zwischen den USA und Iran als Vermittler.
-
Trump spricht mit Kurdenführern im Irak
Donald Trump hat mit Kurdenführern im Irak telefoniert und über die weiteren Schritte im Krieg gegen den Iran gesprochen. Trump habe den Vorsitzenden der kurdischen Partei PUK im Irak, Bafil Talabani, kontaktiert, teilte die Partei am Dienstag mit. Trump habe Talabani dabei über seine weiteren Pläne zum Krieg mit dem Iran informiert. Von der US-Regierung gab es zunächst keine Bestätigung.
Bei einem Sturz der Regierung im Iran könnten die Kurden möglicherweise auch dort mehr Rechte erlangen. Es ist aber unklar, welchen Beitrag sie im Kampf wirklich leisten und welche Zusagen sie dafür von der US-Regierung als Gegenleistung verlangen könnten. Die kurdischen Milizen waren schon im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien ein wichtiger Verbündeter der USA.
-
Dubai-Tourismus vor dem Aus?
Der Krieg am Golf ist für beliebte Reiseziele in der Region wie etwa Dubai, Abu Dhabi oder Katar ein Schock. Reisewarnungen und Flugausfälle bringen die Milliardenbranche an ihre Grenzen. Steht der Tourismus in den arabischen Raum vor dem Kollaps?
Kollegin Marlene Liebhart hat sich heute dazu auf der weltweit größten Reisemesse, der ITB, in Berlin umgehört:
-
Osteuropas Börsen schließen stark im Minus, Iran-Konflikt belastet
Die Börsen in Osteuropa haben am Dienstag wegen der Eskalation im Nahen Osten weiter stark nachgegeben. Europaweit zogen die Ängste vor einer Energiekrise und den wirtschaftlichen Folgen die Börsen nach unten.
Besonders stark nach unten ging es in Warschau. Der polnische WIG-20 büßte 4,50 Prozent auf 3.249,4 Punkte ein. Der breiter gefasste WIG fiel um 4,20 Prozent auf 120.112,0 Zähler. Alle im WIG-20 gelisteten Aktien schlossen am Dienstag mit Verlusten. Die mit Abstand größten Verlierer im Index waren die Aktien des Minenbetreibers KGHM mit einem Minus von 8,3 Prozent.
Wie es aktuell um den Goldpreis steht, können Sie übrigens hier nachlesen:
-
Flugverkehr von Dubai nach Deutschland läuft langsam an
Zehntausende Urlauber sitzen in der Nahost-Krisenregion fest - nun läuft der Flugverkehr zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Deutschland langsam wieder an. Ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates aus Dubai ist am frühen Nachmittag in Frankfurt am Main gelandet. Der Linienflug landete um kurz nach 13.30 Uhr. Die Airline äußerte sich zunächst nicht dazu, wie viele Passagiere an Bord waren.
Die Vereinigten Arabischen Emirate bieten nach den Stornierungen der vergangenen Tage Sonderflüge für gestrandete Passagiere an. Emirates erklärte, zunächst Reisende mit bestehenden Buchungen bevorzugt zu berücksichtigen. Umgebuchte Kundinnen und Kunden würden direkt informiert.
-
Österreicher werden jetzt ausgeflogen
Das Außenministerium in Wien chartert derzeit Flugzeuge, um eigene Staatsbürger aus der Krisenregion rauszubringen. Mehrere Flüge sollen u. a. von den Austrian Airlines durchgeführt werden.
Aktuell sind fast 18.000 Staatsbürger in der Region registriert, davon sollen sich 4.300 Personen in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufhalten.
-
NATO-Chef befürwortet Angriffe auf Iran erneut
NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat die Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten auf den Iran erneut verteidigt. "Der Iran steht kurz davor, sich nukleare Fähigkeiten und ballistische Raketen zu beschaffen", sagte Rutte am Dienstag bei einem Besuch in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. Das sei nicht nur eine "existenzielle Bedrohung" für Israel, sondern stelle auch eine große Gefahr für Europa dar.
Dagegen hatte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Montag gesagt, die Behörde sehe im Iran kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen. Gleichzeitig schloss er nicht aus, dass die aktuellen Militärschläge etwa auf Informationen zum iranischen Atomprogramm beruhten, die der IAEA nicht vorlägen. Die UN-Atomwächter hatten seit Monaten keinen Zugang mehr zu wichtigen Anlagen im Iran.
-
Meanwhile "alles gut" in Dubai ...
Die iranischen Angriffe sind für die Golfstaaten mehr als eine Sicherheitskrise – sie sind auch ein PR-Desaster. Um Investoren, Touristen und Auswanderer nicht zu verschrecken, ist man dort nun entsprechend um Schadensbegrenzung bemüht. Dubai-Influencer rühren die Werbetrommel: Nein, es gebe keinen Grund, sich unsicher zu fühlen, lautet das Mantra. Alles in bester Ordnung...
Lesen Sie mehr dazu hier:
-
AUA setzt auch Flüge nach Larnaka/Zypern aus
Angesichts der andauernden militärischen Auseinandersetzung im Nahen Osten haben die Austrian Airlines (AUA) auch Flüge nach und von Larnaka (Zypern) bis einschließlich 6. März ausgesetzt. Dasselbe gilt für das internationale Drehkreuz Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), wie die Fluglinie am Dienstag mitteilte. Verbindungen von und nach Tel Aviv (Israel), Amman (Jordanien) und Erbil (Irak) bleiben bis einschließlich 8. März sowie Teheran (Iran) bis Ende März ausgesetzt.
Die Lufträume Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Iran, Kuwait und Bahrain werden ebenfalls bis einschließlich 8. März nicht genutzt. Für den Luftraum Vereinigte Arabische Emirate sowie den zypriotischen Luftraum gilt dies bis inkl. 6. März 2026.
-
Frankreich und Griechenland stärken Zyperns Luftabwehr
Nach dem jüngsten Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt von Akrotiri verstärken EU-Staaten ihre militärische Präsenz auf der Inselrepublik Zypern. Nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur KYPE entsendet Frankreich auf Bitten der Republik Zypern Luftabwehr- und Anti-Drohnen-Systeme sowie eine Fregatte in den östlichen Mittelmeerraum.
Der zypriotische Präsident Nikos Christodoulidis habe dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz telefonisch über die jüngsten Ereignisse informiert, berichtete die Nachrichtenagentur weiter.
-
Iran-Briefing
Ab sofort neu. In unserem Iran-Briefing fassen wir für Sie einmal täglich die wichtigsten Ereignisse der letzten 24 Stunden zusammen.
-
Gebäude des iranischen Expertenrats bei Angriff getroffen
Bei neuen US-israelischen Luftangriffen ist nach Angaben iranischer Medien das Gebäude des Expertenrats getroffen worden. Dieser soll einen Nachfolger des getöteten obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei wählen. Die "amerikanisch-zionistischen Verbrecher" hätten das Expertenratsgebäude in der südlich von Teheran gelegenen Stadt Ghom angegriffen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag. Örtliche Medien zeigten Aufnahmen des schwer beschädigten Gebäudes.
Ziel der Luftangriffe sei Infrastruktur der iranischen Führung, hieß es in einer Mitteilung der israelischen Armee. Einwohner Teherans berichteten von heftigen Explosionen.
-
Möglicher Ayatollah-Nachfolger Mojtaba Khamenei soll am Leben sein
Wie CNN unter Berufung auf iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtet, soll der Sohn des getöteten Obersten iranischen Führers, Mojtaba Khamenei, doch am Leben sein.
Er gilt für viele Beobachter schon lange als möglicher Nachfolger und soll bereits jetzt großen Einfluss hinter den Kulissen haben sowie enge mit den Iranischen Revolutionsgarden und dem Frewilligen Paramilitärische Netzwerk Basj pflegen.
-
Israel holt medizinisches Personal per Frachtschiffe zurück
Israel setzt Containerschiffe ein, um im Ausland gestrandetes medizinisches Personal zurückzuholen. Die Frachter der Reederei ZIM pendeln einem Firmenvertreter zufolge zwischen Limassol auf Zypern und dem israelischen Hafen Haifa. Bislang seien 40 Ärzte zurückgekehrt, um bei der Versorgung von Verletzten zu helfen. Wegen der Kämpfe mit dem Iran ist der Flugverkehr in der Region stark eingeschränkt. Dies sei derzeit der einfachste Weg, die Mediziner nach Hause zu bringen, sagt der Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters.
-
Raketen bei Tel Aviv eingeschlagen
In der Umgebung von Tel Aviv sind nach Angaben der israelischen Armee Raketen eingeschlagen. Such- und Rettungskräfte seien zusammen mit zahlreichen Notfallteams an den Einschlagstellen im Einsatz. Die Polizei meldet mehrere Einschläge von Trümmerteilen im Bezirk Tel Aviv. Der israelische Rettungsdienst teilt mit, es seien drei Leichtverletzte behandelt worden.
-
EU-Innenminister beraten zu Auswirkungen der Lage im Iran
Der Rat für Justiz und Inneres versammelt am Donnerstag die EU-Innenminister, am Freitag ihre für Justiz zuständigen Kollegen in Brüssel. Auf der Agenda stehen am ersten Tag die Auswirkungen der Lage im Iran auf die innere Sicherheit der EU sowie der EU-Asyl- und Migrationspakt. Der zweite Tag widmet sich schutzbedürftigen Erwachsenen und dem Kampf gegen organisierte Kriminalität. Österreich vertreten Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ).
-
3 Zukunftsszenarien für den Iran
Wie geht es weiter im Iran? Bürgerkrieg, neues repressives System, Demokratie sind mögliche Folgen für den Iran. Die eigentliche Opposition sieht der ehemalige UNO-Diplomat Homayoun Alizadeh in der Zivilgesellschaft.
-
Trump lehnt Verhandlungen mit iranischer Führung ab
US-Präsident Donald Trump lehnt Verhandlungen mit der Führung in Teheran ab. Der Iran wolle zwar verhandeln, dafür sei es aber zu spät, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Die iranische Luftabwehr, die Luftwaffe, die Marine und die Führung seien ausgeschaltet. Zuvor hatten die iranischen Revolutionsgarden massive Vergeltungsschläge gegen die USA und Israel angekündigt. Ins Visier nahm Teheran auch Europa, welches vor einem Kriegseintritt gewarnt wurde.
-
Iran: Tor zur Hölle wird sich öffnen
Am vierten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran haben die iranischen Revolutionsgarden massive Vergeltungsschläge angekündigt. "Der Feind muss mit anhaltenden Vergeltungsschlägen rechnen, das Tor zur Hölle wird sich für die USA und Israel weiter und weiter öffnen", sagte Sprecher Ali Mohammad Naini am Dienstag im Staats-TV. Ins Visier nahm Teheran auch Europa, welches vor einem Kriegseintritt gewarnt wurde.
Die iranischen Streitkräfte gaben unterdessen neue Drohnenangriffe auf Israel und einen US-Militärstützpunkt in Katar bekannt. Die Armee habe „Militärgebiete des zionistischen Regimes“ sowie die „Stützpunkte der US-Streitkräfte in Al-Udeid“ mit „zerstörerischen Kampfdrohnen“ angegriffen, berichtete die Tageszeitung „Shargh“ unter Berufung auf die Armee. In Katar befindet sich mit Al-Udeid der größte US-Militärstützpunkt in der Region. Außerdem wurden von Katar Attacken auf den internationalen Flughafen von Doha abgewehrt. Ein Sprecher des katarischen Außenministeriums sprach am Dienstag vor Journalisten von „mehreren Angriffsversuchen“ auf den Flughafen Hamad International. Alle seien vereitelt worden.
-
Weiterer Rückflug von Österreichern für Mittwoch geplant
Österreich bemüht sich kontinuierlich, seine Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus der Nahost-Krisenregion herauszubringen. Das betonte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) am Dienstag nach einer Sitzung des Krisenstabes im Außenministerium in Wien.
-
Israelische Armee kündigt Schaffung einer "Pufferzone" im Libanon an
Im Zuge des Iran-Krieges will Israel im Libanon weiter vorrücken. Die Armee werde über "weitere strategische Stellungen im Libanon" die Kontrolle übernehmen, kündigte Verteidigungsminister Israel Katz am Dienstag an. Die israelische Armee verstärkte ihre Truppen entlang der Grenze zum Nachbarland und flog Luftangriffe auf Ziele in der Hauptstadt Beirut, die Hisbollah antwortete mit erneuten Drohnenangriffen.
Ebenso kündigte die israelische Armee die Schaffung einer "Pufferzone" im Libanon an. Diese solle die Einwohner im israelischem Grenzgebiet zum Libanon vor "jeder Bedrohung" schützen, erklärte Armeesprecher Effie Defrin.
Seit Beginn der Feindseligkeiten zwischen Israel und der Hisbollah haben nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mindestens 30.000 Menschen im Libanon Schutz in Notunterkünften gesucht.
-
Iran-Krieg: Erste Lockerungen im Flugverkehr
Rund um den Iran kommt es seit gestern zu ersten vorsichtigen Lockerungen im Flugverkehr aus dem arabischen Raum. Die Fluggesellschaften Emirates (Dubai), Etihad Airways (Abu Dhabi) und Qatar Airways nehmen ihren Betrieb teilweise wieder auf. Welche Verbindungen nun möglich sind und welche weiterhin als unsicher gelten, erfahren Sie hier.
-
Bei WM-Rückzug drohen harte Strafen seitens der FIFA
Angesichts der Eskalation im Nahen Osten ist die WM-Teilnahme des Iran ungewiss. Ein freiwilliger Rückzug hätte vor allem finanzielle Folgen, wie aus den FIFA-Regularien für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada hervorgeht. 250.000 Schweizer Franken (274.213,01 Euro) kostet es, mehr als 30 Tage vor der WM abzusagen. Doppelt so viel ist fällig, wenn es noch kurzfristiger geschieht. Auch die WM-Teilnahme 2030 stünde auf der Kippe. Die WM beginnt in exakt 100 Tagen.
Neben Strafzahlungen müsste der Iran die von der FIFA erhaltenen Vorbereitungsgelder für die Mannschaft sowie alle anderen turnierspezifischen Beitragszahlungen zurückerstatten. Nach Angaben des Weltverbandes erhält jedes qualifizierte Team 1,5 Millionen US-Dollar, um die Vorbereitungskosten zu decken. Außerdem gibt es ein Preisgeld von mindestens neun Millionen US-Dollar für die Mannschaften, die bei der WM die Plätze 33 bis 48 belegen.
Darüber hinaus würde der Iran laut FIFA-Regelwerk einen Ausschluss von der WM 2030 riskieren. Andererseits könnte auch der FIFA-Rat mit seinen 32 Mitgliedern über einen Ausschluss des Iran abstimmen.
Der Iran soll in den USA in einer Gruppe mit Belgien, Neuseeland und Ägypten spielen. "Sicher ist, dass nach diesem Angriff nicht zu erwarten ist, dass wir hoffnungsvoll auf die WM blicken", hatte der iranische Fußballpräsident Mehdi Taj am Wochenende gesagt. Die Situation werde sicherlich auch in den sportlichen Betrachtungen ein Thema sein und erfordere eine Entscheidung.
Falls der Iran seine Teilnahme absagen sollte, könnte vermutlich eine andere asiatische Mannschaft den Platz einnehmen. Als mögliche Nachrücker gelten vor allem der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate.
-
Luftangriff auf Präsidentenbüro und Sicherheitsratsgebäude in Teheran
Den israelischen Angaben zufolge hat das Militär das iranische Präsidialamt sowie das Gebäude des Nationalen Sicherheitsrats in Teheran getroffen.
-
"Anstieg der Energiepreise übt Inflationsdruck aus"
Die Inflation im Euroraum hat bereits vor dem Ende Februar ausgebrochenen Nahost-Krieg überraschend angezogen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im vorigen Monat um durchschnittlich 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Dienstag in einer ersten Schätzzahl mitteilte. Experten hatten für Februar mit einer Stabilisierung auf dem Vormonatsniveau von 1,7 Prozent gerechnet.
Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an, die als optimal für die Wirtschaft im Währungsraum gilt. Ein längerer Krieg im Nahen Osten kann nach den Worten von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane die Inflation in der Eurozone anheizen und die Wirtschaft ausbremsen. "Ein Anstieg der Energiepreise übt tendenziell Inflationsdruck aus, insbesondere kurzfristig", sagte Lane der Financial Times. Das könne sich auch negativ auf die Konjunktur auswirken.
Der Iran hat die strategisch wichtige Straße von Hormus für geschlossen erklärt. Die Meerenge ist das Nadelöhr des internationalen Ölhandels. Die Furcht vor einem längeren Ausfall der Lieferungen ließ die Ölpreise zu Wochenbeginn in die Höhe schnellen. Die EZB entscheidet am 19. März wieder über den Leitzins.
-
Moskau hofft auf mehr Öleinnahmen für Kriegskasse
Politisch verurteilt Moskau den Angriff der USA und Israels auf den Iran, wirtschaftlich hofft das Land aber davon zu profitieren. Die kremlnahe Zeitung Iswestija prognostiziert unter Berufung auf Branchenexperten einen Anstieg der Haushaltseinnahmen durch einen höheren Öl- und Gasexport. "Die Experten sind sich einig darüber, dass der russische Etat bei einem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten mit höheren Öl- und Gaseinnahmen rechnen kann", heißt es in dem Blatt.
Als anhaltend gelte der Konflikt, wenn er länger als zwei Monate dauere. Zur Ankurbelung der Einnahmen dürften demnach eine höhere Fördermenge und die steigenden Ölpreise beitragen. Beim Gasexport gelten vor allem die Pipelines Turkstream und Blue Stream als ausbaufähig, über die russisches Gas in die Türkei - und von dort teilweise weiter nach Europa - gelangt. Die Kapazität beider Leitungen liegt bei 47,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Sie waren 2025 nicht einmal zur Hälfte ausgelastet.
-
IAEA: Neue Schäden an Gebäuden iranischer Atomanlage
Inmitten der Angriffe Israels und der USA gegen den Iran hat die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) neue Schäden an Eingangsgebäuden der unterirdischen Urananreicherungsanlage in Natans bestätigt. Die Organisation geht nicht davon aus, dass Radioaktivität freigesetzt und die Anlage weiter beschädigt worden ist, wie sie mitteilte.
-
Teheran warnt europäische Staaten vor Kriegseintritt
Das Außenministerium in Teheran warnt europäische Staaten, sich an der Seite Israels und der USA am Krieg zu beteiligen. "Jede derartige Handlung gegen den Iran würde als Komplizenschaft mit den Aggressoren" und als "Kriegshandlung" angesehen werden, erklärte am Dienstag der iranische Außenamtssprecher Esmail Baghaei offenbar mit Blick auf eine vorherige Erklärung europäischer Staaten. Frankreich, Deutschland und Großbritannien hatten Sonntagabend bei Bedarf "Defensivmaßnahmen" gegen den Iran angekündigt.
-
Israel: Irans Feuerkraft lässt nach
Die iranischen Angriffe auf Israel haben sich israelischen Militärangaben zufolge inzwischen abgeschwächt. "Wir beobachten, dass ihre Feuerkraft nachlässt", sagte Militärsprecher Nadav Schoschani. "Wir konnten ihre Fähigkeit, Raketen auf uns und die Region abzufeuern, begrenzen."
Er räumte allerdings ein, dass dies zum Teil auch damit zusammenhängen könnte, dass die iranische Führung womöglich Waffenbestände für den Fall aufspart, dass der Krieg länger dauern sollte.
-
Roter Halbmond: Fast 800 Tote im Iran
Im Iran sind bei den israelisch-amerikanischen Angriffen nach Angaben des örtlichen Roten Halbmonds mindestens 787 Menschen ums Leben gekommen. Die Hilfsorganisation berichtete auf Telegram von Attacken in 153 Städten. Mehr als 3.600 Mitarbeiter der Rettungsdienste seien landesweit im Einsatz. An vielen Orten werden demnach Such- und Bergungsarbeiten fortgesetzt.
Die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation Hengaw sprach am Montag sogar von mehr als 1.500 Todesopfern. Rund 1.300 der Toten seien Mitglieder der Streitkräfte, etwa 200 Zivilisten. Die Aktivisten stützen sich bei ihrer Arbeit auf ein Netzwerk von Kontakten im Land.
-
Warum jetzt eine gute Zeit ist, um Strom- und Gastarife zu überprüfen
Der Iran-Krieg hat den Preis für europäisches Erdgas am Dienstag weiter nach oben getrieben. Er kletterte auf den höchsten Stand seit über drei Jahren wegen eines fortgesetzten Lieferstopps von Flüssiggas aus dem wichtigen Förderland Katar.
Warum jetzt eine gute Zeit ist, um Strom- und Gastarife zu überprüfen.
Kommentare