Iran-Krieg: Gas-Preis explodiert - was Kunden in Österreich jetzt wissen sollten

Iran-Konflikt hat Gas-Großhandelspreis bereits um 80 Prozent erhöht. Bei neuem Vertragsabschluss kann man sich günstige Preise sichern.
Die Erdgas-Preise könnten heuer hoch bleiben.

Zusammenfassung

  • Iran-Konflikt sorgt für Unsicherheit und steigende Energiepreise, günstige Tarife können aktuell noch gesichert werden.
  • Preisvergleichsportal empfiehlt, bestehende Strom- und Gasverträge zu überprüfen und bei fehlender Bindung einen neuen Tarif in Betracht zu ziehen.
  • Saisonaler Gaspreisrückgang ist wegen der aktuellen Lage unwahrscheinlich, schnelle Entscheidung bietet Planungssicherheit.

Seit dem Angriff auf den Iran herrscht auf den Energiemärkten große Verunsicherung. Durch die Blockade der Straße von Hormus ist der wichtigste Transportweg für Öl und Flüssiggas unterbrochen. Im Großhandel gibt es deswegen bereits spürbare Preisanstiege. An der Börse in Amsterdam stieg der Preis für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat auf 59,44 Euro je Megawattstunde (MWh). Das sind etwa 30 Prozent mehr als am Vortag.

Gaspreis an Börsen schon um 80 Prozent gestiegen

Seit Beginn der Woche hat sich europäisches Erdgas mittlerweile um mehr als 80 Prozent verteuert und den höchsten Stand seit Februar 2023 erreicht. Noch stärker war der Gaspreis zuletzt zum Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor vier Jahren gestiegen. Wie lange der Konflikt noch andauern wird, ist unklar. Sollte er länger dauern, werden Energieanbieter ihre Preise für Neukunden wohl erhöhen.

Günstigste Angebote sind unverändert verfügbar

Das Preisvergleichsportal Tarife.at rät Privatkunden dazu, ihre eigenen Vertragsbedingungen mit Gas- und Stromlieferanten zu überprüfen. Sollte keine Bindung bestehen, wäre jetzt ein geeigneter Zeitpunkt, um sich derzeit noch günstige Preise zu sichern. "Laut unserer Auswertung vom 3. März sind die günstigsten Strom- und Gasangebote weiterhin unverändert verfügbar. Erfahrungsgemäß reagieren Energieversorger bei starken Marktbewegungen erst mit etwas Zeitverzögerung", sagt Michael Kreil, Geschäftsführer von Tarife.at.

Gaspreisrückgang erfolgt heuer möglicherweise nicht

Im Verlauf des Winters blieben die Energiepreise auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Mit dem Ende der Heizsaison im März ist am Gasmarkt üblicherweise ein leichter Preisrückgang zu beobachten. Angesichts der aktuellen militärischen Auseinandersetzungen erscheint eine solche saisonale Entspannung in diesem Jahr jedoch deutlich weniger wahrscheinlich. "Wer rasch handelt, sichert sich das aktuelle Preisniveau für ein ganzes Jahr. Das schafft Planungssicherheit und eine Absicherung gegen steigende Preise", so Kreil.

Anhaltspunkte beim Preisvergleich

Um bestehende Tarife besser einordnen zu können, werden folgende Preisbeispiele gebracht: Für einen Wiener Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch liegen die günstigsten Stromangebote derzeit bei rund 312 Euro im ersten Jahr (reiner Energiepreis netto, inklusive Neukundenbonus). Für einen Haushalt mit 15.000 kWh Jahresverbrauch beginnen die günstigsten Gasangebote aktuell bei rund 478 Euro im ersten Jahr (reiner Energiepreis netto, inkl. Neukundenbonus).

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