Warum der Goldpreis um mehr als vier Prozent fällt
Ein Mann aus Italien hatte das Gold versehentlich mit seinem Hausmüll entsorgt. Die Polizei startete eine Suchaktion, um die Goldbarren zu finden. (Symbolbild)
Der Goldpreis fiel am Dienstag und notierte zeitweise um mehr als 4 Prozent tiefer. Der Preis fiel im Laufe des Tages auf bis zu 5.151 Dollar je Unze, nachdem er zuvor auf den niedrigsten Stand seit dem 20. Februar gefallen war. Auch andere Edelmetalle gaben stark nach. Der Silberpreis fiel um 9,1 Prozent auf 81,31 Dollar je Unze, nachdem er am Montag ein mehr als vierwöchiges Hoch erreicht hatte. Platin verlor 11,7 Prozent auf bis zu 2.034 Dollar und Palladium 5,7 Prozent auf 1.665 Dollar.
Auf den ersten Blick ist dies verblüffend, da Gold als Krisenwährung gilt. Doch Investoren schichten derzeit angesichts der Auswirkungen des US-israelischen Luftkriegs gegen den Iran um und bevorzugen den Dollar statt Gold als sicheren Hafen. Zudem reduzierten Händler ihre Erwartungen an Zinssenkungen aufgrund von Inflationssorgen. „Der Dollar legt absolut rasant zu, ebenso wie US-Staatsanleihen, und das sorgt für starken Gegenwind für Gold und insbesondere für Silber“, sagte der unabhängige Analyst Ross Norman.
US-Dollar steigt auf mehr als ein Monatshoch
Der Dollar stieg um 0,9 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als einem Monat, während die Renditen von US-Staatsanleihen deutlich anzogen. Eine stärkere US-Währung macht in Dollar notiertes Gold für Käufer mit anderen Währungen in der Regel teurer, und höhere Renditen erhöhen die Kosten für das Halten des unverzinsten Metalls.
Obwohl Gold langfristig als Absicherung gegen Inflation gilt, kann höhere Inflation auch zu höheren Realrenditen und einem stärkeren Dollar führen, wodurch die Kreditkosten länger erhöht bleiben und die Nachfrage nach dem unverzinsten Metall gedämpft wird.
Laut dem FedWatch-Tool der CME Group erwarten Händler, dass die US-Notenbank die Zinsen am Ende ihrer nächsten zweitägigen Sitzung am 18. März unverändert lässt. Die Wahrscheinlichkeit für ein unverändertes Zinsniveau im Juni, die zuvor unter 45 Prozent lag, stieg auf mehr als 60 Prozent.
Neues Kurshoch möglich
Viele Analysten bleiben jedoch optimistisch für Gold, darunter BMI, eine Einheit von Fitch Solutions. Diese erklärte, das Metall könne in dieser Woche ein Rekordhoch von über 5.600 Dollar je Unze erreichen, sofern es keine Anzeichen für eine Deeskalation des Konflikts gebe. „In einem Umfeld, in dem geopolitische Risiken auf Inflationsdruck und geldpolitische Komplexität treffen, wird Gold zu einem Instrument zur Risikoneuallokation in Investmentportfolios“, sagte Rania Gule, Analystin bei XS.com.
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