"Zu spät!": Donald Trump lehnt Verhandlungen mit dem Iran ab

Zuvor hatten die iranischen Revolutionsgarden massive Vergeltungsschläge gegen die USA und Israel angekündigt.
Donald Trump mit dunklem Anzug und gepunkteter Krawatte vor Flaggen.

US-Präsident Donald Trump lehnt Verhandlungen mit der Führung in Teheran ab. Der Iran wolle zwar verhandeln, dafür sei es aber zu spät, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Die iranische Luftabwehr, die Luftwaffe, die Marine und die Führung seien ausgeschaltet. Zuvor hatten die iranischen Revolutionsgarden massive Vergeltungsschläge gegen die USA und Israel angekündigt. Ins Visier nahm Teheran auch Europa, welches vor einem Kriegseintritt gewarnt wurde.

"Der Feind muss mit anhaltenden Vergeltungsschlägen rechnen, das Tor zur Hölle wird sich für die USA und Israel weiter und weiter öffnen", sagte Sprecher Ali Mohammad Naini am Dienstag im Staats-TV. Dienstagnachmittag gab es in Teheran laute Explosionen. Diese waren im Zentrum der Stadt zu hören, wie AFP-Journalisten berichteten. Das Ziel der Angriffe blieb zunächst unklar.

Noch am Sonntag - einen Tag nach Beginn der massiven US-israelischen Luftangriffe im Iran - hatte Trump grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisiert. "Sie wollen reden und ich habe zugestimmt, zu reden, also werde ich mit ihnen reden", sagte der Präsident in einem Telefoninterview mit dem US-Magazin "The Atlantic". "Sie hätten das früher tun sollen."

Irans einflussreicher Sicherheitsratschef Ali Larijani lehnte am Montag allerdings jegliche Verhandlungen mit der US-Regierung ab. "Wir werden nicht mit den USA verhandeln", erklärte Laridjani im Onlinedienst X. Er wies Medienberichte zurück, wonach iranische Vertreter versucht hätten, Gespräche mit Washington aufzunehmen.

Nach Angaben des Roten Halbmonds gibt es mittlerweile mindestens 787 Tote im Iran. Die Hilfsorganisation berichtete auf Telegram von Attacken in 153 Städten. Die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation Hengaw sprach am Montag sogar von mehr als 1.500 Todesopfern im Iran. Rund 1.300 der Toten seien Mitglieder der Streitkräfte, etwa 200 Zivilisten. Die Aktivisten stützen sich bei ihrer Arbeit auf ein Netzwerk von Kontakten im Land.

USA ziehen Botschaftspersonal ab

Die Vereinigten Staaten zogen unterdessen den Großteil ihres Botschaftspersonals aus sechs Staaten im Nahen Osten ab. Betroffen seien "nicht für Notfälle zuständige Mitarbeiter der US-Regierung" in Bahrain, dem Irak, Jordanien, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten, erklärte das US-Außenministerium. Die Ausreise der Betroffenen sei per Änderung der Sicherheitshinweise beschlossen worden.

Die Aufforderung für den Irak begründete das Außenministerium mit "Sicherheitsbedenken", zu den anderen fünf Staaten hieß es, es bestehe eine "anhaltende Bedrohung durch Drohnen- und Raketenangriffe aus dem Iran". Am Dienstag war die US-Botschaft in Saudi-Arabien mit Drohnen attackiert worden. Die US-Botschaft des Golfstaates Kuwait wurde inzwischen "bis auf Weiteres" geschlossen, nachdem sie am Montag bei einem Drohnenangriff direkt getroffen worden war.

Das US-Außenministerium hatte bereits die US-Bürger in fast allen Ländern des Nahen Ostens aufgerufen, die Region "sofort" zu verlassen. Der Aufruf betraf vierzehn Länder: Den Iran, Jordanien, Kuwait, den Libanon, den Oman, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, den Jemen, Ägypten, Bahrain, Saudi-Arabien, den Irak, Syrien sowie Israel und die Palästinensergebiete.

Israel fordert Länder zum Abbruch der Beziehungen auf

Israel forderte Dutzende Länder zum Abbruch ihrer Beziehungen mit dem Iran auf. Außenminister Gideon Saar sagte nach Angaben seines Büros am Dienstag in einer Videokonferenz mit den diplomatischen Vertretern von rund 60 Ländern, "dass nach den Angriffen des iranischen Regimes auf alle seine Nachbarn und dem Massaker an der eigenen Bevölkerung Länder auf der ganzen Welt ihre Beziehungen zum Iran abbrechen müssen". Saars Büro ließ in der Erklärung offen, ob alle 60 Länder diplomatische Beziehungen zum Iran unterhalten.

Angesichts des Kriegs hat der Iran sämtliche Lebensmittelexporte verboten. Einem Regierungsbeschluss zufolge sei auch die Ausfuhr von Agrarprodukten bis auf weiteres untersagt worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern sei zur Priorität erklärt worden.

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA greift der Iran seit Samstag Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an.

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