Sport-News

Nach seinem erfolgreichen Start bei Österreichs Fußball-Nationalteam will Carney Chukwuemeka auch auf sprachlicher Ebene glänzen. Er werde nach seiner Rückkehr nach Dortmund mit Deutsch-Unterricht beginnen, erzählte der in England aufgewachsene Offensivmann nach dem 1:0 am Dienstag in Wien gegen Südkorea. Die Anmerkung von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick, wonach sich der BVB nicht um die Verbesserung der Deutsch-Kenntnisse des 22-Jährigen gekümmert habe, relativierte Chukwuemeka.

Chukwuemeka sang ein Lied für das Team

"Die Verantwortung liegt nicht beim Klub, sondern bei mir. Ich bin schon ein Jahr in Dortmund", sagte der gebürtige Wiener. Sein obligatorisches Einstands-Ständchen sang er vor der ÖFB-Auswahl auf Englisch - "Close Friends" von Lil Baby. "Die Spieler mochten es, sie sagten, ich bin ziemlich gut gewesen", erzählte Chukwuemeka schmunzelnd.

Mit dem letzten Angriff hat es doch noch geklappt. Österreich hält den Traum von der U21-EM-Endrunde in letzter Sekunde am Leben. Salzburg-Verteidiger Jannik Schuster erlöste die Hausherren in der 94. Minute nach einem Eckball mit dem 2:1-Siegestreffer.

Das ÖFB-Team gab im Heimspiel gegen Belarus spät die Führung aus der Hand, bei einer Niederlage wäre die EM-Chance praktisch auf null gesunken. Rapid-Stürmer Nikolaus Wurmbrand (62.) brachte Österreichs U21-Nationalteam in Führung. Ruslan Myalkovskiy (88.) schockte Rot-Weiß-Rot mit dem späten Ausgleich, ehe Schuster noch traf (94.). „Ich bin froh, dass wir uns am Schluss noch belohnt haben. Wir hatten sehr viele Chancen, aber es war ein sehr zerfahrenes Spiel“, sagte ein erleichterter Wurmbrand. 

Die Mannschaft von Teamchef Peter Perchtold zog damit an der Spitze der Qualifikationsgruppe I mit Belgien und Dänemark gleich, die beide ebenfalls bei zehn Punkten halten, aber jeweils ein Spiel weniger absolviert haben.

Zwei von vier Testspielen sind im WM-Jahr absolviert, dem Kantersieg über Ghana folgte im Wiener Prater der Minimalerfolg mit einem 1:0 über Südkorea. Es war ein Spiel, das Geduld und Abgeklärtheit erforderte, ebenso das Quäntchen Glück, weil der Gegner bis zum Schluss auf den Ausgleich drängte.

„Unser WM-Traum wurde wahr – gemeinsam nach Amerika“, so die Koreagrafie der österreichischen Fans. Teamchef Rangnick brachte nur vier Spieler, die auch gegen Ghana in der Startelf gestanden waren mit Mwene, Friedl, Baumgartner und Sabitzer.
Österreich startete mit Schwung, wollte genau diesen vom Sieg über Ghana auch in das Spiel gegen Südkorea mitnehmen. 

Doch man kam recht früh ins Stocken, weil sich der Gegner flink und agil präsentierte, darüber hinaus diszipliniert und gut geordnet. So gestaltete sich die erste Hälfte wie schon gegen Ghana äußerst zäh, diesmal half kein Elfmeter, um den Spielverlauf auf seine Seite zu ziehen.

Kein Abschluss

Korea musste früh verletzungsbedingt tauschen, für Kim kam  Kim. Der Star der Mannschaft, Son, hatte die wohl beste Möglichkeit, als er nach einem Ballverlust der Österreicher aufs Tor zog, dieses aber verfehlte. Österreich hatte in den ersten 45 Minuten nicht einen Torabschluss, weil man die nötigen nicht fand, da sie der Gegner auch kaum anbot. 

In Österreichs Offensive tat sich meist dann etwas, wenn Baumgartner mit dem Ball am Fuß Tempo aufnehmen konnte, Zählbares konnte auch er nicht kreieren.

Vor den Augen von FIFA-Präsident Gianni Infantino haben iranische Fußball-Nationalspieler vor einem Testspiel Bilder gezeigt, die im Krieg getötete Kinder zeigen sollen. Bei der Nationalhymne vor der Partie in Antalya (Türkei) gegen Costa Rica am Dienstag hielten die Fußballer und Funktionäre die Bilder in den Händen. Die darauf zu sehenden Kinder sollen bei einem Angriff der USA und Israels auf den Iran ihr Leben verloren haben. 

Bereits am Freitag hatten die Spieler ihr Testspiel gegen Nigeria (1:2) für eine ähnliche Aktion genutzt. Sie hatten das Spielfeld mit Schultaschen in der Hand betreten. Damit spielten sie auf einen Bombenangriff auf eine Mädchenschule im Süden Irans an, bei dem Ende Februar zahlreiche Schülerinnen zwischen sieben und zwölf Jahren, viele Lehrerinnen sowie Eltern starben. Medienberichten zufolge sollen US-Streitkräfte für den Angriff verantwortlich sein.

Gegen Costa Rica siegte der Iran mit 5:0. Schon nach 34 Minuten stand es u.a. durch zwei Treffer von Stürmerstar Mehdi Taremi 4:0. Das Spiel war als Test für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada eingeplant. Ob der Iran an dem Turnier im Sommer aber tatsächlich teilnimmt, ist wegen des Krieges unklar. Infantino, der das Match auf der Tribüne verfolgte, hatte zuletzt darauf gedrängt. „Wir wollen, dass Iran spielt, Iran wird bei der Weltmeisterschaft spielen. Es gibt keinen Plan B, C oder D - es gibt Plan A.“ Der Iran soll seine drei Gruppenspiele in den USA austragen, möchte aber lieber in Mexiko spielen. Ob die FIFA diesem Wunsch nachkommen kann oder überhaupt will, ist unklar. 

Jetzt wird es ernst: Michaela Kotaskova steht vor dem bislang größten Kampf ihrer Karriere. Die 34-jährige Bounce-Boxerin trifft am 5. April in London (20 Uhr, live ORF Sport Plus) auf keine Geringere als Chantelle Cameron, ehemalige unangefochtene Weltmeisterin (Undisputed) im Superleichtgewicht und eine der konstantesten Boxerinnen Europas. Die beiden kämpfen um den WBO Jr. Middleweight World Champion Titel.

Der gleichaltrige Cameron, die unter dem Kampfnamen „Il Capo“ von Sieg zu Sieg eilt, zählt seit Jahren zur Weltspitze. Die technisch starke und taktisch äußerst disziplinierte Britin war Weltmeisterin aller vier großen Verbände (WBA, WBC, IBF, WBO) im Halbweltergewicht und schrieb im Mai 2023 Boxgeschichte mit ihrem Sensationssieg gegen Katie Taylor. Der spätere Rückkampf ging zwar verloren, die Rivalität gilt jedoch als eine der bedeutendsten im modernen Frauenboxen.

„Chantelle Cameron ist eine der besten Boxerinnen unserer Zeit. Genau solche Kämpfe wollte ich immer haben – gegen die Besten, auf der größten Bühne“, sagt Kotaskova. 

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