Langlauf-König Kläbo: Spielerisch zu Olympia-Rekorden

Der Norweger Johannes Kläbo schrieb mit seinem achten Olympia-Gold Geschichte. Und damit hat der beste Langläufer der Gegenwart noch nicht genug.
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Als er vor gut einer Woche im italienischen Fleimstal sein Olympia-Quartier bezog, musste Johannes Hösflot Kläbo gleich einmal sein Hotelzimmer wechseln. War das Bett nicht bequem? Gab es kein Warmwasser? Funktionierte die Klospülung nicht? Nein, es war das Internet, das Probleme machte. Die Verbindung war so schlecht, dass er seine geliebten Videospiele nicht spielen konnte. „Ich bin völlig abhängig davon“, sagte der Norweger darauf angesprochen.

Mit einer spielerischen Leichtigkeit lässt der beste Langläufer der Gegenwart auch seine Gegner in der Loipe regelmäßig stehen. So auch beim 10-km-Skating-Bewerb – Kläbo holte sich bereits seine dritte Goldmedaille bei den Spielen in Norditalien, nach Skiathlon und Sprint. Insgesamt hält er damit jetzt bei acht olympischen Goldmedaillen und zog damit mit den Rekordsiegern bei Olympischen Winterspielen gleich.

Rekordjagd

„Das war eines der Rennen, über das ich am meisten nachgedacht hatte. Über 10 km Freistil habe ich noch nie gewonnen. Olympia war für diesen Sieg ein guter Zeitpunkt“, sagte Kläbo. „Das hier vor meiner Familie und speziell vor meinem Opa, mit dem ich so oft trainiere, zu schaffen, bedeutet mir so viel.“ Der 29-Jährige hat jetzt genau so viel olympisches Gold um den Hals wie seine norwegischen Landsleute Marit Björgen (Langlauf), Ole Einar Björndalen (Biathlon) und Björn Dählie (Langlauf).

Rekord-Weltmeister (15 Titel) und Rekordsieger im Weltcup (107 Siege) ist er bereits. Jetzt fehlt ihm noch eine Medaille, um der erfolgreichste Winterolympionike der Geschichte zu werden. Dass er das noch heuer schafft, davon kann man beinahe ausgehen. Am Sonntag gehört er mit Norwegen zu den Favoriten auf den Staffelsieg, außerdem kann er noch im Teamsprint und über 50 Kilometer abräumen. Theoretisch könnte er damit sogar die legendäre Bestmarke des US-Eisschnellläufers Eric Heiden übertreffen. Der hatte 1980 in Lake Placid als bisher einziger Wintersportler fünf Mal Olympia-Gold in einem Jahr gewonnen.

Einfach zu schlecht

Nur eine kleine Nebenrolle spielten über die 10 Kilometer die Österreicher. Benjamin Moser wurde 26. unmittelbar vor Mika Vermeulen. Letzterer analysierte knallhart: „Das war einfach zu schlecht.“

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