Janine Flock zur Halbzeit im Skeleton auf Gold-Kurs

Die Tirolerin liegt nach zwei Läufen auf Platz eins. Auf Rang vier hat sie 0,37 Sekunden Vorsprung. Die Entscheidung fällt am Samstag.
Janine Flock

Janine Flock darf sich berechtigte Hoffnungen machen, ihre Skeleton-Karriere mit ihrer ersten Olympia-Medaille zu krönen. Die 36-jährige Tirolerin führt zur Halbzeit des Rennens bei den Winterspielen in Cortina. Ihr Vorsprung auf die beiden Deutschen Susanne Kreher und Jacqueline Pfeifer ist mit 0,04 bzw. 0,13 Sekunden klein. Die viertplatzierte Hannah Neise (GER) verlor am Freitag 0,37 Sekunden. Die Entscheidung folgt mit zwei weiteren Läufen am Samstag (ab 18.00 Uhr).

"Es macht mir Spaß zu fahren hier. Es ist wirklich eine Freude dabei", betonte Flock im ORF. Sie hätte in beiden Läufen eine gute Leistung gebracht. "Ich möchte einfach den Fluss mitnehmen und die Läufe morgen genießen", erklärte die viermalige Europameisterin. "Die Bahn ist in einem sehr guten Zustand. Es wird spannend, das ist Wettkampf. Ich freue mich auf morgen."

Im ersten Lauf war Flock mit Bahnrekord im neuen Eiskanal "Eugenio Monti" die Schnellste - 0,02 Sekunden vor Kreher und 0,19 vor der Britin Tabitha Stoecker. Letztere war am Start zwei Zehntelsekunden schneller als die Österreicherin, die mit Startnummer 1 aber die beste Linie fand. "Es ist wunderschön, wenn man ein olympisches Rennen mit der Nummer eins eröffnen darf", sagte Flock bei ihren vierten Spielen.

Flocks Vorsprung auf die Favoritinnen

Ihre Rivalinnen machten im ersten Lauf noch allesamt Fehler, fanden im zweiten aber in die Spur. Pfeifer, wie Flock dreifache Weltcup-Gesamtsiegerin und zweifache Saisonsiegerin, entriss Flock in 57,18 den Bahnrekord. Die britischen Mitfavoritinnen Stoecker und Freya Tarbit lagen nach zwei Läufen als Fünfte und Sechste 0,53 bzw. 0,68 Sekunden zurück. Gesamtweltcupsiegerin Kim Meylemans aus Belgien (+0,84) landete noch hinter der Chinesin Zhao Dan (+0,69) auf Zwischenrang acht.

Eine Anfang Jänner im Training erlittene Gehirnerschütterung hatte Flock um die Chance auf ihren vierten Weltcup-Gesamtsieg gebracht. Dazu plagten die Tirolerin zuletzt immer wieder leichte Rückenprobleme. "Ich habe mir genügend Zeit gegeben", erklärte Flock. "Deswegen stehe ich jetzt in einer guten Form da." Auf ihre fahrerischen Qualitäten konnte sich Flock an Tag eins in Cortina ohnehin verlassen.

Bei Olympia 2018 in Pyeongchang war Flock zur Halbzeit Zweite gewesen und hatte nach drei von vier Läufen sogar geführt. Am Ende reichte es aber um zwei Hundertstelsekunden nicht zu einer Medaille. Bei ihrer Olympia-Premiere 2014 in Sotschi sowie 2022 in Peking hatte Flock ihre Medaillenhoffnungen jeweils bereits nach dem ersten Tag begraben müssen, wurde schließlich Neunte bzw. Zehnte. Gold holte sich vor vier Jahren in China etwas überraschend Neise.

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