Realität findet nicht nur auf dem Spielfeld statt, sondern auch in den Redaktionen - und in der Art, wie über Sport berichtet wird. Eine neue Studie, die heute veröffentlicht wurde, zeigt nun erneut: Frauen und Personen mit Behinderung sind in der medialen Sportberichterstattung in Österreich immer noch stark unterrepräsentiert. Die Sichtbarkeit von Frauen im österreichischen Sport steigt, bleibt aber weiterhin deutlich hinter der von Männern zurück. Rund fünf Jahre nach einer Ersterhebung wurde die Studie erneut auf Initiative von "exploristas" (Österreichs Initiative für Sichtbarkeit und Vielfalt von Frauen im Sport) vom Institut MediaAffairs durchgeführt.
40.000 Beiträge in österreichischen Medien wurden durchforstet. 15.000 davon in Printmedien, wo nur 15 Prozent der Berichterstattung auf Frauen fällt. Immerhin um 3 Prozentpunkte mehr als 2020, als die erste entsprechende Studie durchgeführt wurde.
Im internationalen Vergleich ist Österreich kein Ausreißer. Die Studien aus anderen Ländern sind allerdings bisher viel kleiner als die Genderbalance Studie von Media Affairs und exploristas und die Vergleichszahlen daher gering.
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Positive Entwicklungen
Eine positive Entwicklung gab es auch auf den Titelseiten: Wenn Sport auf der Seite 1 zu sehen war, dann war immerhin in 26 Prozent der Fälle eine Frau zu sehen.
Während der Olympischen Spiele war das übrigens anders. Da wurde fast ausgeglichen über Frauen und Männer berichtet, sagt Maria Pernegger, die Geschäftsführerin von Media Affairs. Insgesamt seien die Medien von 50:50 aber "grotesk weit entfernt".
Bei den Social Media Auftritten der österreichischen Medien ist die Diskrepanz sogar noch größer. 88 Prozent der 23.000 untersuchten Beiträge von Medienhäusern auf Social Media fokussieren sich auf männliche Sportler. Dabei wären die Interaktionen bei Frauen insgesamt sogar höher als bei Männern.