Bundesliga-Reform: 16+12 statt 12+16 als Plan für die Zukunft

Neben einer Aufstockung der Bundesliga auf 16 Klubs wird auch über die 2. Liga diskutiert. Wahrscheinlicher als eine Abschaffung ist die Reduktion auf 12 Vereine.
In der 2. Liga treffen Talente wie Verhounig von Liefering (re.) auf Routiniers wie Stendera vom SKN.

Zwölf Klubs in der Bundesliga, 16 Vereine in der 2. Liga. Das ist der Status quo im österreichischen Profifußball seit der jüngsten Ligareform im Sommer 2018. Nur acht Jahre später wird dieses Format infrage gestellt und über eine Aufstockung der höchsten Liga auf 16 Klubs beraten.

Der KURIER hat berichtet.

Allerdings: Damit wäre es nicht getan. Auch in der 2. Liga braucht es Veränderung, wie viele meinen. „So kann es nicht weitergehen, darüber sind sich nahezu alle einig“, sagt ein Vereinsfunktionär aus der 2. Liga. Und wie fast immer geht es ums liebe Geld.

TV-Einnahmen geschrumpft 

Seit Pay-TV-Sender Sky die zweithöchste Spielklasse nicht mehr überträgt, sind die Erlöse aus der TV-Vermarktung auf einen Bruchteil geschrumpft.

Da auch die Zuschauerzahlen meist überschaubar sind, wird es wirtschaftlich eng. Die Personalkosten bleiben aber vor allem dann hoch, wenn man mit einer schlagkräftigen Truppe angreifen und um den Aufstieg spielen möchte.

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Kaum sportliche Absteiger

Wie viele Profiklubs bzw. Teams verträgt Österreich? Das ist die wichtigste Frage, die es an dieser Stelle zu beantworten gilt. 28 – wie derzeit – offenbar nur schwer. Klagenfurt und Stripfing sind dafür die aktuellsten Beispiele. Beide Klubs mussten bzw. müssen in der 2. Liga die Segel streichen.

Die Zahl der sportlichen Absteiger ist als Folge dessen oftmals gering – und das, obwohl es jedes Jahr drei geben sollte. Ebenso wie drei Aufsteiger aus den Regionalligen. Doch das (wirtschaftliche) Abenteuer 2. Liga wollen derzeit immer weniger Klubs wagen.

„Abschaffen“, meinen deshalb einige, die in der höchsten Liga aufstocken wollen und die 2. Liga in der aktuellen Form als „Totgeburt“ bezeichnen. „Wir diskutieren seit Dezember intensiv über das Ligenformat“, berichtet ein Klubvertreter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.

Keine Mehrheit für Abschaffung der 2. Liga

Im Zuge dessen seien Vorschläge für eine Aufstockung der Bundesliga auf 16 oder 18 Klubs vorgebracht worden. Auch über die Abschaffung der 2. Liga wurde diskutiert. „Diese Idee wird aber sicher nicht die nötige Zweidrittelmehrheit unter den Klubs bekommen.“

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Der TV-Vertrag sorgt Liga-Vorstand Ebenbauer

Die vier Amateurteams der Großklubs – Liefering, Rapid II, Young Violets und Sturm II – müssten dann in der Regionalliga spielen. Die Plattform auf Profiniveau sehen manche Experten aber als große Stärke des österreichischen Weges für junge Spieler.

Weiter diskutiert wird laut KURIER-Informationen wieder am 28. April. Da steht in Wien eine Konferenz der Zweitligisten mit dem Ligaformat als Tagesordnungspunkt auf dem Programm.

16+12 statt 12+16

Die größte Zustimmung unter den Klubs gibt es aktuell offenbar für einen Tausch der beiden Ligagrößen. Sprich: eine Bundesliga mit 16 und eine 2. Liga mit zwölf Klubs, in der die vier Amateurteams auch weiterhin mitspielen dürften.

Das würde viel sportlichen Druck aus der Bundesliga nehmen, in der aktuell jedes Jahr die Hälfte der Klubs um den Klassenerhalt rauft. „Ich schließe nicht aus, dass diese Variante bei der nächsten Jahreshauptversammlung der Liga am 9. Juni beschlossen wird und ab der Saison 2027/’28 zum Tragen kommt“, bestätigt ein Funktionär.

Das klingt so, als wäre diese Variante auch mit dem neuen TV-Vertrag mit Sky, der von 2026 bis 2030 geltend wird, kompatibel.

In diesem Format gäbe es zwischen erster und zweiter Liga einen Auf- und Absteiger und eineinhalb Absteiger in der 2. Liga. Der Vorletzte würde also Relegation spielen.

Verantwortliche in Ausschuss 

Fakt ist: Auch im ÖFB hat man von den Diskussionen Wind bekommen. Und weil im Fußball-Bund gerade ein umfangreicher Strategie-Prozess mit verschiedenen Arbeitsgruppen im Laufen ist, wurde zuletzt in einer entsprechenden Runde auch diskutiert.

Rapid-Geschäftsführer Steffen Hofmann

Rapid-Geschäftsführer Steffen Hofmann

In der Arbeitsgruppe „rot-weiß-roter Weg“ mit sportlich verantwortlichen Klub-Vertretern wie Steffen Hofmann (Rapid), Bernhard Seonbuchner (Salzburg) oder Michael Parensen (Sturm) wurde unter anderem am ÖFB-Campus darüber beraten, welche Plattform man den Talenten bieten könnte, sollten die Amateurteams doch aus der 2. Liga ausgeschlossen werden.

Ein Vorschlag (ohne Mehrheit) war, aus dem U18-Bewerb wieder einen U19-Bewerb zu machen, damit Talente ein Jahr länger mitspielen können.

FUSSBALL: PK NACH ABSCHLUSSTRAINING DES ÖFB-NATIONALTEAMS VOR SPIEL GEGEN SÜDKOREA: RANGNICK

Rangnick diskutiert mit

Launig wurde es bei der Diskussion, als Ralf Rangnick durch die Tür kam und sich zunächst darüber echauffierte, dass er nicht eingeladen war und nur zufällig von dem Termin erfahren hatte, weil er gerade selbst am Campus in Wien-Aspern zugegen war.

Auch ohne Vertrag denkt der Teamchef mit vollem Herzblut an die Zeit nach der WM.

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