MotoGP: Aprilia und Bezzecchi brausen der Konkurrenz davon
Marco Bezzecchi hat beim Grand Prix in Austin, Texas, Geschichte geschrieben und sich auf eine Stufe mit zwei ganz Großen seiner Zunft gestellt. Saisonübergreifend hat er nun fünf Mal in Folge gewonnen, dazu bei jedem einzelnen Rennen von der ersten bis zur letzten Runde das Feld angeführt.
Wem das vor ihm auch gelungen war? Marc Marquez und einem gewissen Valentino Rossi. Als Belohnung übernahm der 27-jährige Aprilia-Fahrer die nach dem Sprint an seinen Teamkollegen Jorge Martin verlorene Gesamtführung. Der Spanier wurde Zweiter, Rang drei ging an KTM-Pilot Pedro Acosta.
GP von Austin
1. Marco Bezzecchi (Italien/Aprilia) 40:50,653 Min.
2. Martin (Spanien/Aprilia) +2,036
3. Acosta (Spanien/KTM) +4,497
4. Di Giannantonio (Italien/Ducati) +6,972
5. M. Marquez (Spanien/Ducati) +8,100
6. Bastianini (Italien/KTM) +8,243
7. A. Marquez (Spanien/Ducati) +11,253
8. Fernandez (Spanien/Aprilia) +13,129
9. Marini (Italien/Honda) +14,471
10. Bagnaia (Italien/Ducati) +14,544
WM-Wertung
1. Bezzecchi 81
2. Martin 77
3. Acosta 60
4. Di Giannantonio 50
5. M. Marquez 45
Nach dem von vielen Stürzen geprägten und von Martin gewonnenen Samstag-Sprint gab es diesmal zwar neuerlich viele packende Zweikämpfe und Überholmanöver, mit Joan Mir rutschte aber nur ein Akteur ohne Fremdeinwirkung in der sechsten Runde von der Strecke. Der Japaner Ai Ogura schied nach einer starken Vorstellung wegen eines technischen Defekts aus.
Rekordmann
Bezzecchi agierte extrem souverän, sein Erfolg geriet nie in Gefahr, weil er das Feld von vorne weg kontrollierte. Es war sein neunter Erfolg in der MotoGP. Mit 81 Punkten führt er die Wertung nun vier Zähler vor Martin an, der am Samstag zum 17. Mal in seiner Karriere in einem Sprint gewonnen hatte. Die Dominanz von Bezzecchi könnte aktuell nicht größer sein, er führte nun 121 Runden am Stück bei Grand-Prix-Rennen das Feld an, was es zuvor noch nie gegeben hat.
Damit überholte er den bisherigen Rekordhalter Jorge Lorenzo. Er ist zudem der erste Fahrer in über drei Jahren, der die ersten drei WM-Rennen alle gewonnen hat. „Ich war sehr traurig am Samstag, es war wichtig, heute ein gutes Rennen hinzulegen. Ich bin so glücklich“, resümierte der Sieger und gab die Parole aus: „Lass uns so weitermachen.“
Auch KTM und Pedro Acosta konnten einmal mehr zufrieden eine Rennstrecke verlassen. „Ich bin absolut zufrieden“, meinte der Spanier nach einem für ihn aufregenden Rennen.
Wachablöse
Weltmeister Marc Marquez musste sich hinter dem Aprilia-Mann Fabio Di Giannantonio mit Rang fünf begnügen, Ducati muss akzeptieren, dass die jahrelange Dominanz offensichtlich der Vergangenheit angehört.
Die Italiener hatten alles in Grund und Boden gefahren und Rekord um Rekord aufgestellt. Doch in dieser Saison zeichnet sich eine Wachablöse ab, Aprilia fährt aktuell allen auf und davon. Kritiker meinen, dass Ducati sich seit 2024 nicht wesentlich weiter entwickelt hat. Die Italiener hoffen auf die Europa-Rennen und eine Steigerung.
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