Wien-Marathon: Deutlich mehr als im Vorjahr mussten aufgeben

So viele Menschen wie noch nie liefen am Sonntag durch Wien. Groß war aber auch die Zahl jener, die das Marathon-Ziel nicht erreicht haben.
Läufer laufen beim Wien-Marathon in Richtung Ziel.

Der Vienna City Marathon hat bei seiner 43. Auflage und fast schon frühsommerlicher Witterung so viele Menschen wie noch nie bewegt. Mit dem Frauen-Streckenrekord gab es im Elitebereich einen großen Glanzmoment. Die österreichischen Asse erlebten bei sehr warmen Temperaturen aber keine Sternstunden. Der erstmals antretende ÖLV-Rekordler Aaron Gruen musste früh aufgeben. Die Routiniers Andreas Vojta und Eva Wutti kamen nicht an ihre Bestmarken heran.

"Es sind gemischte Gefühle, wie ich es schon öfter gehabt habe im Marathon. Es war nicht das, was ich mir erhofft habe", bilanzierte der in 2:15:07 wieder als Neunter ins Ziel beim Burgtheater eingelaufene Vojta stellvertretend für die rot-weiß-roten Topathleten. Der Wiener will seinen Traum von einem perfekten Lauf über die 42,195 km aber nicht aufgeben. "Ich werde keine Ruhe geben, bis der Marathon da ist, mit dem ich zufrieden bin." Auch Gruen kündigte nach seinem missglückten Debüt sein Wiederkommen im nächsten Jahr an.

Starker Hinterndorfer beim Halbmarathon

Mit Timo Hinterndorfer hat sich bereits ein möglicher Nachfolger des Duos in Stellung gebracht. Der 21-jährige Wiener gewann den Halbmarathon in 62:58. Auch bei den Frauen gibt es auf den Langstrecken vielversprechende Talente. Die diesmal beim VCM fehlende und stattdessen in Linz angetretene ÖLV-Rekordhalterin Julia Mayer wird kommendes Jahr wohl wieder in der Bundeshauptstadt antreten. Dann soll auch wieder ein Angriff auf den Männer-Streckenrekord von 2:05:08 erfolgen, der seit 2023 besteht. Diesmal siegte Fanny Kiprotich aus Kenia in 2:06:53. Für die neue Frauenbestmarke sorgte die Äthiopierin Tigist Gezahagn in 2:20:06, die Schallmauer von 2:20 soll möglichst schon kommendes Jahr fallen.

"Wir wollen die Marathon-Distanz stärken"

Die nächste Auflage am 18. April 2027 soll unabhängig von der Besetzung der Elitefelder noch größer werden. Besonderes Augenmerk gilt mehr Teilnehmern beim Hauptevent. "Wir wollen die Marathondistanz stärken und noch mehr Menschen dazu bringen, Sport zu machen und aktiv zu sein", sagte VCM-Co-Geschäftsführerin Kathrin Widu. Nutzen und gleichzeitig weiter befeuern will man den Laufboom bei jungen Leuten zwischen 25 und 29. Auch die Anhebung des Frauenanteils bleibt unverändert weit oben auf der Agenda, im Marathon betrug dieser weniger als 30 Prozent, beim Halbmarathon 47 Prozent. Im 10-km-Bewerb waren weibliche Teilnehmer sogar schon leicht in der Überzahl.

Auch die Verbindung von Sport, klassischer Musik und Tourismus soll weiterhin ein wichtiger Aspekt der Veranstaltung sein. Noch heuer trägt die VCM-Group am 27. September erstmals den Wörthersee-Marathon aus. Das Event wird durch mehr als 3.000 Anmeldungen für die 42,195 km gleich bei seiner Premiere zum zweitgrößten Marathon Österreichs.

8.600 Marathon-Finisher - und viele Aufgaben

In Wien sind die Dimensionen ganz andere. Diesmal hatte man mit 49.400 Anmeldungen für die diversen Bewerbe am Samstag und Sonntag einen Rekord verzeichnet. Eine neue Höchstmarke an Marathon-Finishern gab es aber nicht. Bei mit 13.000 gleichbleibend vielen Nennungen gab es mit 8.600 Zielankünften deutlich weniger als im Vorjahr mit 9.300. Das lag auch an den warmen Temperaturen, die viele Läufer zur Aufgabe oder zur Streckenhälfte zum frühzeitigen Abzweigen ins Halbmarathonziel veranlassten. Im Halbmarathon wurden 13.000 Finisher gezählt. Glück hatten die Veranstalter mit der anrollenden Regenfront, die, von starken Windböen begleitet, erst am Nachmittag eintraf.

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