Sport-News

Nicki Thiim gewinnt wie vor zwei Jahren den Stadtkurs-Klassiker in Nürnberg.

Der dänische Aston-Martin-Pilot in Comtoyou-Racing-Diensten, der seit Jahren in Salzburg wohnt, hält im Zielsprint den DTM-Gesamtführenden Maro Engel um 0,587 Sekunden in Schach.

Der Mercedes-Markenkollege des Tirolers Lucas Auer (4.) hatte bereits im Qualifying aufgrund zweier Bonuspunkte dem Italiener Matteo Cairoli (10./Emil-Frey-Ferrari) die Spitzenposition im Meisterschaftskampf abgenommen. Zwischen Engel und Auer platzierte sich als Dritter der Inder Arjun Maini im HRT-Ford. 

Schrecklicher Unfall in Kurve 1

Der Stadtkurs lieferte das, was er vorab versprach: Drama. Auers Landgraf-Teamkollege Tom Kalender verzögerte durch einen Unfall das Boxenstoppfenster, da das Safety-Car ausgerufen wurde.

Als dieses schließlich geöffnet wurde, gab es Augenblicke später in der ersten Kurve einen atemstockenden Unfall, der schließlich bei 20:03 Minuten Restzeit eine Rote Flagge provozierte, da Trümmerteile und zwei völlig zerstörte GT3-Autos geborgen werden mussten.

Mirko Bortolottis GRT-Teamkollege Maximilian Paul verlor beim Anbremsen die Kontrolle über seinen Lamborghini und torpedierte den Schubert-BMW von Kelvin van der Linde an der Fahrertür. Als Auslöser für den Kontrollverlust wird eine Ölspur vermutet.

Bitter für den Linzer Thomas Preining: Der Ex-Champion in Manthey-Porsche-Diensten ging von Platz vier in den Neustart, fiel aber hinter den in Wien lebenden Italiener Bortolotti (8.) auf die Neun zurück.

Mercedes-Jungstar Kimi Antonelli hat erstmals in seiner Formel-1-Karriere einen Sprint gewonnen.

Noch am gestrigen Freitag musste sich der Italiener im Sprint-Qualifying-Krimi um nur 0,011 Sekunden Ferrari-Star Lewis Hamilton geschlagen geben. Am Samstag war das Bild im 17-Runden-Sprint ein anderes: Rund um die Halbzeit überholte Antonelli den Lokalmatador und ließ in der Folge keinen Konter mehr zu.

Kurzzeitig betrug die Lücke zwischen den beiden Piloten nur 0,8 Sekunden, bis zur Zieldurchfahrt wuchs diese auf 2,7 Sekunden an. Platz drei ging an den amtierenden Weltmeister Lando Norris, der knapp zehn Sekunden hinter Antonelli lag. Der McLaren-Pilot erwischte einen Traumstart und schob sich von Rang sechs auf das Podest vor.

Duell gegen Lewis: „Hat Spaß gemacht“

Die ersten zehn Runden mit Lewis haben richtig Spaß gemacht. Wir haben beide alles gegeben“, sagte Antonelli Augenblicke nach dem Rennende und ergänzte zum Überholmanöver: „Als ich den Überholmodus bekam, wusste ich, dass sich mir bald eine Chance bieten würde.“

Lawson schlägt Hadjar um den letzten Zähler

Antonellis Teamkollege und WM-Rivale George Russell musste bei bestem Rennwetter Federn lassen. Der Spielberg-Sieger kam im Silverstone-Sprint nicht über Position vier hinaus. Charles Leclerc (5./Ferrari), Max Verstappen (6./Red Bull), Oscar Piastri (7./McLaren) und Liam Lawson (8./Racing Bulls) holten die weiteren Punkte.

Lawson hielt Verstappen-Teamkollege Isack Hadjar um 0,7 Sekunden hinter sich.

Update um 16.10 Uhr: Der achte Platz war für den Neuseeländer nach der Zieldurchfahrt nicht in Stein gemeißelt, denn es gab eine Untersuchung. Die Kommissare haben allerdings entschieden, dass es keine Strafe geben wird, da es sich beim Lawson-Manöver gegen Hadjar in der Stowe-Kurve „nicht um eine wesentliche Richtungsänderung handelte, nachdem die Bremsphase eindeutig begonnen hatte“.

Augenblicke nach der Lawson-Entscheidung gibt es bittere Nachrichten für Audi-Pilot Nico Hülkenberg. Der Sensationsdritte des Vorjahres erhielt im Nachgang eine Fünf-Sekunden-Strafe, weil der Deutsche abseits der Strecke den Haas-Piloten Esteban Ocon überholt und sich dadurch einen Vorteil verschafft hatte. Dadurch verliert Hülkenberg Platz 13.

So geht es heute weiter

Mit dem Sprint-Sieg vergrößert Antonelli vor dem morgigen Grand Prix seinen WM-Vorsprung wieder auf 43 Punkte. Hamilton bleibt Dritter und verkürzt den Rückstand auf seinen Ex-Mercedes-Teamkollegen auf vier Zähler.

Das Qualifying zum Grand Prix findet am heutigen Samstag ebenfalls statt. Dieses ist ab 17.00 Uhr auf ORF1 zu sehen. Emma Felbermayrs erster Silverstone-Lauf in der F1 Academy wird ab 19.00 Uhr auf dem Youtube-Kanal der Frauenserie übertragen. Die Welserin startet aufgrund der „Reverse-Grid“-Regelung von der Pole-Position.

Der diesjährige Silverstone-Samstag ist historisch: Vor fünf Jahren fand an Ort und Stelle erstmals in der Formel-1-Geschichte ein Sprintrennen statt. Damals gewann Verstappen.

Kap Verde ist bei der WM ausgeschieden, darf sich aber dennoch als Gewinner betrachten. Der WM-Neuling hat sich auch gegen Titelverteidiger Argentinien im Sechzehntelfinale teuer verkauft und musste sich erst in der Verlängerung 2:3 geschlagen geben. Im Fokus stand wieder einmal Superstar Lionel Messi, der nicht nur über den Aufstieg ins Achtelfinale (Gegner Ägypten) jubelte, sondern auch über sein 20. WM-Tor, das siebente bei dieser Endrunde.

Auch bei ihm war die Erleichterung nach dem Schlusspfiff groß. „Wir wussten, dass das eine sehr starke Mannschaft ist. Sie haben nicht umsonst gegen Spanien und Uruguay nicht verloren“, sagte Messi. „Es gibt hier keine Geschenke. Das ist diese WM: Alles ist sehr ausgeglichen.“ Direkt nach Spielende ging auch er zu den unterlegenen Spielern der Kap Verde und spendete Trost.

Die Partie zeigte einmal mehr, dass Messi das Um und Auf im Spiel der Argentinier ist. Er erzielte nicht nur den Treffer zum 1:0. Martinez profitierte beim 2:1 von einem perfekten Pass. Und dem Siegtreffer – ein Eigentor von Diney Borges – ging ebenfalls eine punktgenaue Messi-Flanke auf Cristian Romero voraus. Gegen die starken Afrikaner kam aber auch er noch einmal mit einem blauen Auge und einer Beule davon.

Traumtor

Dass Kap Verde sich gegen Argentinien gleich zwei Mal von einem Rückstand erholte, das hätte vorher keiner geglaubt. Auch wenn die Mannschaft um Kult-Keeper Vozinha in der Gruppenphase ungeschlagen geblieben war. Deroy Duarte hatte den Underdog in die Verlängerung geschossen. In der Verlängerung traf Sidny Lopes Cabral dann per Traumtor zum neuerlichen Ausgleich. Vom dritten Gegentreffer erholten sich die tapfer kämpfenden Insel-Kicker aber dann nicht mehr.

Vor allem die Offensive um Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé, Michael Olise, Bradley Barcola und Désiré Doué spielte groß auf. Alle bisherigen 13 Tore gingen auf das Konto dieser fünf, zehn davon schossen alleine Mbappé und Dembélé. Im 21. Jahrhundert war nur Brasiliens Angriffstrio um Ronaldo, Rivaldo und Ronaldinho bei der WM 2002 mit 15 Treffern noch erfolgreicher. 

Dazu glänzt diesmal Michael Olise mit vier Vorlagen und den meisten Offensivaktionen (38) aller Spieler des bisherigen Turniers. Erstaunlich ist auch die Breite des Kaders der Franzosen, vor allem in der Offensive. Am linken Flügel ist es wohl Geschmackssache, ob Barcola oder Doué startet. Beide sorgen mit viel Geschwindigkeit und Tempodribblings für Gefahr. Zudem stehen Didier Deschamps Manchester Citys Rayan Cherki und Crystal-Palace-Knipser Jean-Philippe Mateta zur Verfügung.

Eines muss man Michael Hewitt lassen. Der englische Fußballfan mag zwar kein WM-Spiel live gesehen haben, seinen Namen und seine kuriose Odyssee kennt mittlerweile aber halb England.

Der 65-jährige Anhänger aus Leeds war bestens gerüstet für das WM-Turnier. Er hatte Tickets für die Partien der Three Lions, er hatte Flüge gebucht - und er hatte einen Plan: Vor der WM noch einige Tage in Barcelona zu verbringen.

Aufgeschmissen ohne Handy

Daraus wurde dann aber ein längerer Aufenthalt in Spanien, als ihm lieb war. Michael Hewitt verlor in Barcelona sein Handy, auf dem seine Flugtickets und die WM-Eintrittskarten gespeichert waren.

Nach diesem Malheur fand der Fan eine typisch englische Lösung: Er stellte das Bargeld auf den Kopf, das er noch bei sich hatte, pfiff auf den Trip in die Vereinigten Staaten und schaute sich die Partien der Engländer in einem Pub in Barcelona an.

Dummerweise informierte Michael Hewitt aber niemand von seiner Planänderung.

Suche von Interpol

In der Zwischenzeit hatte die Familie längst schon Alarm geschlagen, weil es von Michael Hewitt kein Lebenszeichen gab. Interpol wurde eingeschaltet, nach zehn Tagen Suche wurde der 65-Jährige wohlbehalten in seinem neuen Stammbeisl in Barcelona gefunden. 

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