Eine sehr anspruchsvolle Finalwoche trennt Felix Gall noch vom erhofften Podestplatz beim Giro d'Italia. Der Osttiroler rangiert bei der Italien-Radrundfahrt nach mehreren Glanzauftritten im Gebirge an der dritten Stelle. Hält er diese Position bis Sonntag, würde er das erst zweite Top-Drei-Ergebnis eines Österreichers in der über 100-jährigen Geschichte der Grand Tours schaffen. Bisher gelang das erst Adolf Christian vor 69 Jahren als Dritter bei der Tour de France.
Beim Giro ist ein fünfter Rang von Georg Totschnig im Jahr 2003 das rot-weiß-rote Topergebnis. Knüpft der im Vorjahr bei der Tour fünftplatzierte Gall bei der Italien-Rundfahrt nach dem letzten Ruhetag an das bisher Gezeigte an, ist sogar Platz zwei durchaus realistisch. Denn der nur eine halbe Minute vor ihm liegende Außenseiter Afonso Eulalio hat zuletzt merklich geschwächelt. Den Portugiesen und auch seine ersten Verfolger um Thymen Arensman sollte Gall mit Hilfe seiner Decathlon-Teamkollegen um Gregor Mühlberger weiterhin im Griff haben.
Osttiroler hinter Vingegaard "best of the rest"
"Bisher läuft es besser als erwartet. Ich habe meine Form in den Bergen bestätigt. Das gibt mir Selbstvertrauen für die letzte Woche", sagte Gall am Montag nach einem Intervall-Training in der Nähe von Mailand. Stärker als der Wahl-Salzburger war in den ersten zwei Wochen bergauf nur Topfavorit Jonas Vingegaard. Der zweimalige Tour-de-France-Sieger liegt bereits fast drei Minuten vor ihm. "Von Jonas geschlagen zu werden, ist auf jeden Fall keine Schande. Es ist cool, sozusagen 'best of the rest' zu sein", sagte Gall. Der Däne und dessen Visma-Team seien im Normalfall nicht zu gefährden. "Nicht wirklich, sie sind das stärkste Team, er ist der stärkste Fahrer. Ich konzentriere mich auf mich selbst und den Kampf um das Podium."