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Marco Odermatt hat Olympia ohne Goldmedaille im Stile eines Champions verarbeitet. Der Schweizer Ski-Star führte in Garmisch-Partenkirchen einen eidgenössischen Dreifachsieg an und eine Vorentscheidung im Abfahrtsweltcup herbei. Alexis Monney (+0,04 Sek.) und Stefan Rogentin (+0,98) wurden Zweiter und Dritter, Triple-Olympiasieger Franjo von Allmen (SUI) belegte nach einem Patzer Platz sechs. Vincent Kriechmayr landete ex aequo mit Giovanni Franzoni auf Platz vier (+1,20).

Während Kriechmayr ein ÖSV-Debakel verhinderte, setzte Odermatt auf der "Kandahar" den wohl entscheidenden Schritt zum Gewinn der dritten Abfahrtskugel in Folge. Vor den abschließenden zwei Saisonrennen dieser Disziplin in Courchevel und Kvitfjell führt er mit imposanten 610 von 700 möglichen Punkten 175 vor Von Allmen. Sechs der sieben Saison-Abfahrten gingen an die Schweiz. Am Sonntag (11.15 Uhr) findet ein Super-G statt. Auch hier führt Odermatt (425) bereits komfortabel vor Kriechmayr (267).

Historische Dürrezeit in der Abfahrt

Österreichs Speed-Team hält nach nun acht Saisonabfahrten inklusive Olympia bei einem Podestplatz. Kriechmayr war in Wengen Zweiter geworden. Mit der 23. sieglosen Abfahrt in Folge ist die längste Durststrecke der Weltcup-Geschichte für den ÖSV nun traurige Realität. 1.081 Tage ist der letzte Sieg, eingefahren von Kriechmayr am 15. März in Soldeu, her.

Odermatt, der bei den Spielen in Italien zweimal Silber (Riesentorlauf, Team-Kombination) und Bronze (Super-G) sowie Blech in der Abfahrt geholt hatte, rückte die Machtverhältnisse mit seinem 54. Weltcupsieg zurecht. "Es war sicher ein bisschen eine Revanche auch", sagte Odermatt im ORF. Stimmen, die von einer Enttäuschung sprachen, habe er mitbekommen. "Wenn man drei Olympiamedaillen mit nach Hause nimmt und die Standings anführt für die Kugeln, dann sind das Aussagen von Leuten, die wenig verstehen vom Skisport."

Die Woche zuhause habe ihm gutgetan, meinte Odermatt. "Ich bin wieder lockerer hierhergekommen. Auch die Stimmung hier, dieses Frühlingswetter, macht Spaß." Er hat mit 28 Jahren nun gleich viele Siege wie Hermann Maier. "Mit Hermann gleichzuziehen, ist unglaublich", sagte Odermatt. Vor ihm liegen nur noch Marcel Hirscher (67) und Ingemar Stenmark (86). Auf einer überraschend stabilen Piste bei frühlingshaften Temperaturen löste Odermatt seinen bis dorthin führenden Landsmann Stefan Rogentin ab.

Kriechmayr ließ die Zeit unten liegen

Richtig zittern musste "Odi" nur bei Monney, der 47/100 Vorsprung noch im unteren Teil verspielte. Franzoni konnte die Schweizer Dreifachführung nicht sprengen. Kriechmayr, der eine optisch einwandfreie Fahrt hinlegte, war genau gleich schnell wie der Kitzbühel-Sieger aus Italien. "Die Platzierung ist tadellos, der Rückstand ist zu groß. Ich hätte unten besser fahren müssen", stellte sich der Oberösterreicher das Zeugnis gleich selbst aus. "Die Linkskurve ins Ziel rein habe ich die letzten fünf Mal schon nicht gescheit erwischt, dann ist es noch ein langer Weg ins Ziel." Von Allmen verpatzte einen Schwungansatz und war dennoch nur knapp drei Zehntel langsamer als das österreich-italienische Duo.

Emma Aicher hat den ersten von zwei Weltcup-Super-G in Soldeu gewonnen und im Kugelkampf aufgeholt. Die Deutsche setzte sich am Samstag vor der Neuseeländerin Alice Robinson (+0,88) und der Schweizer Freitag-Abfahrtssiegerin Corinne Suter (+0,98) durch. Als beste Österreicherin lag Cornelia Hütter nach 35 Läuferinnen auf dem zehnten Platz (+1,84). Im Disziplinweltcup hat die Tagessechste Sofia Goggia (ITA) noch 20 Zähler Vorsprung auf Robinson und 96 auf Aicher.

Ricarda Haaser kam zu Sturz und wurde mit dem Rettungsschlitten abtransportiert. Die Tirolerin war erst im Dezember 2025 am Semmering in den Weltcup zurückgekehrt, nachdem sie sich im Februar davor bei der WM in Saalbach-Hinterglemm im Super-G einen Kreuzband- und Innenmeniskusriss im rechten Knie zugezogen hatte. Nina Ortlieb, Zweite der Abfahrt am Freitag, blieb bei einem Sturz unverletzt. Ariane Rädler, Julia Scheib und Emily Schöpf erwischten nach einem Sprung ein Tor nicht mehr und schafften es daher nicht ins Klassement.

Österreicherinnen warten weiter auf ersten Podestplatz im Super-G

Hütter war einmal "komplett in der Garage". Sie habe im Kopf, wie sie die Schwünge ziehen müsse, aber es sei ihr nicht gelungen, meinte die Olympia-Dritte aus der Steiermark. Die Österreicherinnen warten damit immer noch auf den ersten Podestplatz in diesem Winter in dieser Disziplin. Olympiasiegerin Federica Brignone (ITA) kam nach fehlerhafter Fahrt nicht in die Top 10.

7.022 am Mittwoch gegen Graz, 7.022 am Freitag gegen Fehervar. Der Hype um die Vienna Capitals gipfelte in einem Zuschauerrekord in der 25-jährigen Klubgeschichte der Wiener. 

Nach dem letzten Heimspiel des Grunddurchgangs dürfen sich die Capitals über insgesamt 123.072 Zuschauer freuen, was den bislang höchsten Schnitt von 5.128 pro Spiel ergibt.

Beim 4:3 n.P gegen Fehervar kamen die Zuschauer auf ihre Rechnung. Die Wiener gingen durch Gregoire nach einem perfekten Pass von Vey in Führung (8.). Nach dem Ausgleich durch Andersen (10.) dauerte es nur neun Sekunden, bis die Capitals wieder führten: Hackl traf von der blauen Linie zum 2:1. Im zweiten Drittel erhöhte Youngster Koschek auf 3:1 (24.). Doch die Ungarn ließen nicht locker: Richards verkürzte auf 2:3 (35.) und Gerlach gelang der Ausgleich (53.).

Österreichs Basketball-Nationalteam hat ohne NBA-Legionär Jakob Pöltl auch sein drittes Gruppenspiel in der WM-Qualifikation verloren. Die ersatzgeschwächte ÖBV-Auswahl musste sich am Freitag vor 1.950 Zuschauern in der Sport Arena Wien in einer bis in die Schlussminute offenen Partie den Niederlanden mit 71:81 (34:40) geschlagen geben. 

Um noch ins Aufstiegsrennen der Gruppe F eingreifen zu können, ist am Sonntag im Rückspiel in Den Haag wohl ein Sieg notwendig.

Viele Ausfälle

Neben Topscorer Sylven Landesberg wegen dessen langwieriger Ellbogenprobleme musste kurzfristig auch Luka Brajkovic passen. Der ÖBV-Center war mit einer Knöchelverletzung eingerückt, die im Training neuerliche Schmerzen verursachte. Nach einer MRT-Untersuchung sind weitere Abklärungen notwendig, Brajkovic wird laut Verbandsangaben auch in Den Haag fehlen. Der 26-Jährige von Olimpija Ljubljana war in Abwesenheit von Pöltl von Naglic als zentraler Anspielpunkt in der Offensive vorgesehen gewesen.

Vujosevic und Schott stark

Stattdessen nahm einmal mehr Spielmacher-Routinier Bogic Vujosevic das Team auf seine Schultern. Der 33-Jährige erzielte als ÖBV-Topscorer 15 seiner insgesamt 23 Punkte vor der Pause. Teenager Fynn Schott überzeugte mit 15 Punkten und 15 Rebounds. Der Steirer wechselt im Sommer mit den Utah Utes an dasselbe US-College, aus dem es Pöltl vor zehn Jahren als erster und bisher einziger Österreicher in die NBA geschafft hat. Heidelberg-Legionär Erol Ersek kam ebenfalls auf 15 Zähler.

Viel Spielzeit erhielt vom vor Quali-Beginn eingesetzten ÖBV-Teamchef Aramis Naglic auch der wie Schott erst 19-jährige Benjamin Schuch. Dazu gab Aron Stazic, der Sohn des früheren Liga-Topscorers Stjepan Stazic, mit 18 Jahren sein Nationalteam-Debüt.

Mit einem 3:1-Coup im Schlager der 19. Runde beim SKN St. Pölten hat sich SKU Amstetten am Freitag erstmals in dieser Saison die Tabellenführung in der 2. Liga gesichert. Die Mostviertler profitierten auch vom 0:1-Stolperer der Admira bei Hertha Wels und liegen nun je einen Punkt vor der Admira bzw. Austria Lustenau, das ein Spiel in der Hinterhand hat. 

St. Pölten, das schon die sechste Niederlage kassierte, ist drei Punkte hinter Amstetten Vierter.

Das Spitzenspiel in der NV Arena bot gepflegten Fußball, hatte allerdings über eine halbe Stunde lang kaum Torszenen zu bieten. Dann wurde SKN-Stürmer Winfred Amoah im Strafraum zu Fall gebracht, Marc Stendera vollendete vom "Punkt" zum 1:0 (37.). Wenig später hätte Amoah fast auf 2:0 erhöht, traf aber nur die Stange. Doppelt ärgerlich für die Wölfe, weil David Peham quasi im Gegenzug nach Konter den Ausgleich besorgte (41.). Mit diesem Schwung drehte Sebastian Wimmer die Partie in der 51. Minute, Matthias Gragger belohnte eine immer dominantere Vorstellung mit dem Endstand (70.). Amstetten ist 16 Spiele in Folge ungeschlagen. 

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