Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat sich in der Frage nach einem neuen Nationalstadion trotz enger Budgetsituation für die kommenden Jahre nicht nur gesprächsbereit, sondern auch zuversichtlich gezeigt. Die WM-Euphorie könnte dem Projekt neuen Schub verleihen. "Wir sehen natürlich das Bedürfnis, eine Spielstätte zu haben, die den modernen Anforderungen entspricht. Wir verschließen uns dem in keiner Weise", sagte Stocker bei einem Besuch in Dallas vor Journalisten.
Fußball sei in Österreich Breiten- und Spitzensport. "Und an der Spitze sieht man, was diese Nationalmannschaft geleistet hat in der Qualifikation. Sie ist gelungen, und da braucht es eine Spielstätte, die dem auch Rechnung trägt", erklärte Stocker. Der Regierungschef führte allerdings auch die finanzielle Situation ins Treffen. "Wir leben in Zeiten von knappen Budgets, von Konsolidierungen. Wir haben eine Situation, wo wir jeden Euro sprichwörtlich zweimal umdrehen, und wir könnten ihn nicht nur zweimal umdrehen, sondern zehnmal ausgeben."
Dennoch treibt der ÖFB seine Bemühungen voran. "Wir werden eine Lösung auch für das Stadion finden, da bin ich überzeugt", sagte Stocker. Auf einen Zeithorizont ließ er sich nicht festlegen. Das vorgelegte Doppelbudget des Bundes sieht für 2027/28 im Sportbereich u. a. Kürzungen bei den Infrastrukturausgaben vor. 2029 folgt die nächste Nationalratswahl, zu der Stocker laut eigenen Angaben noch einmal antreten wird. "Vielleicht gelingt es früher als mein Antreten", sagte der ÖVP-Chef über ein mögliches neues Stadion.