Meisterlich ist der Meister eher weniger unterwegs. Das liegt nicht an der matten Darbietung beim LASK, wo man ein glückliches 1:1 entführte, sondern an der Punktezahl. Noch nie hatte ein Leader seit der Einführung des neuen Liga-Formats (2018) so wenige Punkte vor dem Rückrundenstart der Meister-Gruppe. Auch Sturm Graz in den jüngsten zwei Meistersaisonen nicht. Derzeit halten die Steirer bei 28 Zählern, im Vorjahr führte man nach 27 Runden mit 33 Zählern die Tabelle an, in der Saison 2023/2024 hatte man wie der damalige Leader Salzburg zu diesem Zeitpunkt 35.
Und dennoch: Sturm ist seit acht Partien unbesiegt vor dem nächsten Duell um Platz eins in Liebenau gegen den LASK am Mittwoch (20.30 Uhr). Trainer Fabio Ingolitsch fordert mehr Fokus auf die Defensive: „Wir müssen vor allem schauen, dass wir weniger Torchancen zulassen, dass wir den LASK mehr vom Tor weghalten. Das ist uns in Linz weniger gut gelungen.“
Dass Sturm an der Spitze steht und in der Meistergruppe noch unbesiegt ist, bereitet dem Trainer dennoch Freude. „Wir haben nicht das Team, das über die besten Einzelspieler verfügt. Aber wir haben gezeigt, was mit dem Kollektiv zu erreichen ist. Zudem haben wir in entscheidenden Phasen mutige Entscheidungen getroffen.“
Die Aufreger
Natürlich wurde auch am Dienstag noch über das „Hinspiel“ beim LASK diskutiert. LASK-Trainer Didi Kühbauer war über die Elferscheidung nach wie vor „schockiert“. Beim Duell zwischen Sturms Ryan Fosso und Ismaila Coulibaly waren sich aber nicht alle einig. Von offizieller Seite, von „VAR Österreich“, gab man mittlerweile einen Fehler zu. In Graz sah man es anders: „Für mich war es ein klarer Elfer. Ich bin auch verwundert, dass nicht über den Ausgleich diskutiert wurde. Kalajdzic hat sich mit beiden Händen auf Koller aufgestützt“, meint Ingolitsch.