Im freien Fall: Chelsea bangt um die Champions League
Chelsea ist verzweifelt
Was ist bloß mit Chelsea los? Die Blues taumeln von einer Niederlage zur nächsten, verlieren in der Tabelle Platz um Platz. Gegen Brighton gab es eine 0:3-Auswärtspleite. Es war die fünfte Liga-Niederlage in Folge. Bewerbsübergreifend hat man sieben der letzten acht Spiele verloren. Die Blues schlittern immer tiefer in die Krise.
Nicht einmal ein Jahr nach dem Gewinn der Klub-WM in den USA ist die Sorge groß, dass man die Qualifikation für die Champions League verpasst. Auf das fünftplatzierte Liverpool fehlen bereits sieben Punkte, die Reds haben außerdem noch ein Spiel mehr zu absolvieren.
"Wir sind in einer sehr schwierigen Phase", erklärt Verteidiger Trevoh Chalobah. "Aber das darf keine Ausrede sein. Wir alle spielen für einen der größten Klubs auf der Welt, wir müssen Verantwortung übernehmen." Wie man da wieder rauskommt? "Wir müssen zusammenhalten und positiv bleiben."
FA-Cup-Halbfinale
Am Sonntag steht im Wembley Stadion das FA-Cup-Halbfinale gegen Leeds United auf dem Programm. Chalobah: "Auf uns wartet ein großes Spiel, wir müssen mental stark sein."
Und vor allem müssen die Blues wieder Tore schießen. In den letzten fünf Ligaspielen blieb Chelsea ohne Torerfolg. So eine Flaute ist eigentlich kaum zu glauben, schaut man sich an, wer da im Sturm spielt. Die brasilianischen Topstars Joao Pedro und Estevao sind zwar derzeit verletzt, dennoch ist genügend Qualität vorhanden.
Der Portugiese Pedro Neto etwa hat einen Marktwert von 60 Millionen Euro. Dann gibt es auch noch Liam Delap (32 Mio.) oder Marc Guiu (12 Mio.). Und aus dem Mittelfeld kommen Leute wie Alejandro Garnacho (40 Mio.), Cole Palmer (110 Mio.) oder Enzo Fernandes (90 Mio.) nach. Da sollte doch einer den Ball über die Linie drücken können.
Chelseas Cucurella
Für Aufregung sorgte bei der Niederlage gegen Brighton auch wieder einmal Marc Cucurella. Der Spanier stand mal wieder im Mittelpunkt einer Handspiel-Diskussion - und erlebt ein kleines Déjà-vu. Der Blues-Verteidiger bekam nach einer Flanke den Ball im Strafraum an den linken Oberarm.
Cucurella-Déjà-vu
Seine Reaktion? Er klopfte sich mehrfach auf die Brust, vermutlich um dem Schiedsrichter zu signalisieren, dass er dort vom Ball getroffen wurde. Die Brighton-Spieler protestieren heftig beim Unparteiischen und forderten gestenreich einen Handelfmeter - doch der blieb aus. Auch der Videoschiedsrichter schaltete sich bei der Szene in der 54. Minute nicht ein.
Bei deutschen Fans kamen Erinnerungen an das Viertelfinale EM vor knapp zwei Jahren auf. Damals hatte Cucurella in der Verlängerung einen Schuss von Jamal Musiala beim Stand von 1:1 im Strafraum klar mit dem Arm gestoppt, der englische Schiedsrichter Graham Taylor ließ das Spiel aber weiterlaufen. Spanien gewann am Ende durch ein Tor von Mikel Merino mit 2:1 und das DFB-Team schied aus.
Im Nachhinein räumte die Europäische Fußball-Union UEFA einen großen Schiedsrichter-Fehler bei der Partie ein. Und zumindest nach Ansicht von Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe hätte Cucurella auch nun im Premier-League-Spiel am Dienstagabend mit einem Elfmeter bestraft werden müssen. „Elfer! Nichts anderes!“, schrieb Gräfe bei X. Cucurella habe den Ball mit seinem Arm „absichtlich geblockt“, der ganze Bewegungsablauf sei „wieder eindeutig“ gewesen.
Zumindest die Handspiel-Diskussion aus dem EM-Spiel gegen Deutschland wird Cucurella nicht so schnell los. „Und jetzt kommen sie und sagen, es war ein Elfmeter. Was soll das bringen? Das wahre Problem ist, dass es eine große Verwirrung um die Regeln gibt“, hatte der 27-Jährige im Interview der italienischen Zeitung „Gazzetta dello Sport“ gesagt.
Er gab aber auch zu, im ersten Moment mit dem Schlimmsten gerechnet zu haben: „Mamma mia, was für ein Schreck. Ich machte mir in die Hose.“
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