Sport-News

Für viele Stars ist die WM eine letzte Gelegenheit, noch einmal den großen Coup zu landen. In Seattle, beim Auftaktspiel der Gruppe G, waren einige dabei: Auf Seiten der Ägypter war dies Geburtstagskind Mo Salah, der gestern 34 wurde, auf Seiten der Belgier Kevin De Bruyne (34), Torwart Thibaut Courtois (34)  und – Romelu Lukaku (33). Der kam erst in der 66. Minute – und war 23 Sekunden nach seiner Einwechslung für einen Treffer zumindest mitverantwortlich. Es brachte den Ausgleich bei einem letztlich gerechtes 1:1-Remis. 

Gerade als sich die Belgier mehr Ballbesitz sicherten, rächte sich eine gewisse Sorglosigkeit in der Defensive: Eman Ashour zog, nachdem die Belgier nur Begleitschutz spielten und kaum attackierten, aus rund 20 Metern ab und traf in der 20. Minute unhaltbar für Tormann-Legende Courtois zur Führung.

Die Belgier versuchten das Spiel zu machen, blieben aber ähnlich ineffizient wie wenige Stunden zuvor die Spanier. Und ließen die letzte Konsequenz vermissen, spielten fast im Schongang. Die Ägypter begannen enorm spritzig, nach dem Führungstor dürften sie ebenfalls Anleihen vom ersten Match des Tages und Kap Verde genommen haben. Rezept: Mit Mauern kann man Erfolg haben.

De Bruyne trifft die Stange

Aus dem Stand hatten die Belgier weniger Probleme, dafür Pech: De Bruynes sehenswerter Freistoß  ging an die Stange (52.).  

Nein, für die Fisch’ war das ganz und gar  nicht, was die blauen Haie, wie die Inselkicker von Kap Verde genannt werden, den Spaniern entgegenhielten. Im Gegenteil: Die WM-Debütanten sorgten mit dem 0:0 für die bisher größte Sensation im Rahmen dieser Weltmeisterschaft. Die Furia Roja (rote Furie) spielte in Atlanta zwar 90 Minuten auf ein Tor, zerbrach aber am Abwehrbollwerk der Inselkicker und vor allem am überragenden Goalie Vozinha. 

Kaum zwingende Chancen für Spanien

Das 4-5-1-System der Afrikaner, die tief verteidigten, zahlte sich aus, der Weltmeister von 2010 dominierte zwar das Geschehen, kam aber kaum zu zwingenden Chancen. Die einzige flüssige Aktion gab es zunächst in der 25. Minute  – da gab es die Hydration Break (nicht nur die Fans dürfen trinken).

Kurz vor der Pause ging es aber rund im Strafraum der Kap Verde. Da traf Ferran Torres die Latte. Dann klärte der starke Schlussmann Vozinha, der sein Geld in Portugal verdient, vor Ferran Torres und Laporte

Auch Yamal konnte Kap Verde nicht knacken

Auch nach der Pause entwickelt sich etwas, das die Deutschen „Einbahnstraßenfußball“ nennen. Man könnte aber auch Geduldsspiel dazu sagen: Angriffe, Corner, etc. gab es im Minutentakt.

Wenn am Dienstag (21 Uhr, ORF1) in New York der Anpfiff zur Partie Frankreich gegen Senegal erfolgt, werden vielleicht alte Erinnerungen wieder wach - für die Franzosen keine wirklich guten. Das Spiel gab es bereits bei einer Weltmeisterschaft, 2002 siegten die Afrikaner beim Eröffnungsspiel in Seoul überraschend mit 1:0. Es war der Startschuss einer miserablen WM für die Titelverteidiger, die bereits nach der Vorrunde endete. 

Das Goldtor der Senegalesen, die damals erstmals für eine WM qualifiziert waren, erzielte damals Mittelfeldspieler Papa Bouba Diop in der 30. Minute. "Mein Tor gegen Les Bleues hat mein Leben für immer geprägt", erinnerte sich Diop einige Jahre später. Für Senegal war erst im Viertelfinale gegen die Türkei Schluss. 

Nach Stationen in Frankreich, Griechenland und England beendete Diop 2013 seine Karriere, vor der WM hatte er auch bei Grasshoppers Zürich gekickt. Doch schon bald wurde er Opfer einer Tragödie. Einige Jahre später erkrankte Diop an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose). Nach langem Kampf und Leiden erlag er am 29. November 2020 seiner schweren Nervenkrankheit. 

In Senegal ist er noch immer ein Held. Zumindest sein Land wird am Dienstag besonders an ihn denken. 

Die Rasensaison ist für Österreichs Topspielerin Anastasia Potapowa bisher eine eher wenig arbeitsintensive Zeit. In der Vorwoche musste die 25-Jährige wegen einer Erkrankung in s’Hertogenbosch im Achtelfinale gegen die Türkin Zeynep Sönmez beim Stand von 1:6 und 0:2 aufgeben.

Dieses Mal in Leipzig trat sie nach einem 1:6 den zweiten Satz gar nicht mehr an. Potapowa, die eine großartige Sandplatz-Saison gespielt hatte, schüttelte nach 29 Minuten der Russin Jekaterina Alexandrowa die Hände zum Sieg.

Die 25-Jährige ließ sich gegen Alexandrowa beim Stand von 1:4 im Rücken-Nacken-Bereich in einer medizinischen Auszeit behandeln. Bis Wimbledon, wo der erste Aufschlag am 29. Juni erfolgt, soll sie aber fit werden. "Anastasia hatte sich erkältet und braucht nun etwas Zeit zur Genesung", sagt ihr Management. 

Viel darf man von den Österreicherinnen in Wimbledon nicht erwarten. Lilli Tagger, wie Potapowa fix im Hauptbewerb, steigt erst in die Rasensaison ein. Sinja Kraus verlor in Berlin bereits in der ersten Qualifikationsrunde, Julia Grabher spielt überhaupt auf Sand. Allesamt sind aber nicht als Rasenspezialistinnen bekannt.

Von den Männern probiert sich diese Woche nur Jurij Rodionov auf Rasen, der Davis-Cup-Held spielt bei einem Challenger in Dublin. Die anderen ÖTV-Asse spielen auf Sand.

Social-Media-Hype rund um Neuseelands neuen Superstar Tim Payne. Vor der dritten WM-Teilnahme der "All Whites" hatte der 32-Jährige, der in seiner Heimat als Rechtsverteidiger für Wellington Phoenix spielt, auf Instagram vier Tausend Follower.

Das passte Valen Scarsini nicht. Der Argentinier ist in seiner Heimat ein Influencer, ihm folgen akkumuliert auf selbiger Plattform, Youtube und TikTok rund zwei Millionen Menschen. Durch seinen Anstoß, auf Payne aufmerksam zu machen, trat Scarsini einen richtige Welle los. Der Social-Media-Star berichtet mittlerweile intensiv über den Verteidiger.

Payne erreicht Kultstatus

Payne hält aktuell auf Instagram bei 5,7 Millionen Followern und erreicht damit mehr Menschen, als Neuseeland Einwohner (5,3 Mio) hat. Doch das einfache "Folgen" ist den Menschen nicht genug: Der Neo-Superstar erhielt einen eigenen Song und wurde auf der Haut eines Fans mit Bild und dem Schriftzug "No Payne, No Gain" verewigt. Ein anderer frittierte Essen im Payne-Stil. Auch Fan-Shirts und Actionfiguren gibt es mittlerweile.

Getroffen haben sich Scarsini und Payne bereits. Der 32-Jährige bedankte sich mehrfach beim Argentinier, wisse nicht, was er inmitten des Hypes "fühlen" soll. Für den "All Whites"-Verteidiger sei "das alles fremd. Ich verarbeite es noch, aber es ist großartig."

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