Es sind die Abende, die in Erinnerung bleiben. Für Manuel Neuer war am Dienstag so einer. Zwei Jahre nach seinem folgenschweren Fehler im Estadio Santiago Bernabeu kehrte der Bayern-Kapitän an den Ort der Enttäuschung zurück – und schrieb die Geschichte neu. Beim 2:1-Erfolg im Viertelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid war der 40-Jährige nicht nur stark. Er war der entscheidende Faktor.
Immer wieder stemmte sich Neuer gegen die Offensivwucht der Madrilenen, parierte gegen Kylian Mbappé und Vinicius Junior, hielt die knappe Führung fest. Dass am Ende Luis Diaz und Harry Kane die Tore erzielten, geriet fast in den Hintergrund.
„Es war ein wichtiger Tag, ein wichtiges Spiel für mich“, sagte Neuer danach – und meinte damit wohl mehr als nur das Ergebnis.
Auch international war schnell klar, wer im Bernabéu den Ton angegeben hatte. Spaniens As sprach von einer „heldenhaften Leistung“, während Marca festhielt: „Neuer rettet die Führung.“ In England schrieb der Guardian, Bayerns „40 Jahre alter Torhüter hielt sie gerade noch vom Leibe“. Und selbst in der Schweiz war man sich einig: „Mann des Spiels war allerdings Manuel Neuer.“
Wie lange noch?
Während der FC Bayern nach dem ersten Auswärtssieg in Madrid seit 25 Jahren nun groß träumt und vom Halbfinale nur noch einen Schritt entfernt ist, rückt eine andere Frage fast zwangsläufig in den Fokus: Wie lange kann einer wie Neuer dieses Niveau noch halten?
Der Weltmeister von 2014 hat diese Frage eigentlich schon beantwortet – zumindest auf internationaler Ebene. Im August 2024, kurz nach dem Aus bei der EM 2024, erklärte Neuer seinen Rücktritt aus dem Nationalteam. Nach mehr als 120 Länderspielen und über einem Jahrzehnt als prägende Figur wollte er bewusst Platz für die nächste Generation machen – und den Zeitpunkt selbst bestimmen.