Sport-News

Neun österreichische Athleten und Athletinnen waren am zweiten Tag der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham im Einsatz. Nicht alle konnten dabei heute ihre Erwartungen erfüllen.

Für einen starken Auftritt sorgte Lukas Weißhaidinger. Er zeigte erneut seine Klasse im Diskuswurf und qualifizierte sich mit 65,06 Metern in seinem einzigen Versuch als Vierter für das Finale diesen Donnerstag (21.45 MESZ). Sein Rücken machte sich nach wie vor bemerkbar, das Werfen ginge aber sehr gut, versicherte er. Will Dibo beendete sein EM-Debüt auf Rang 27.

Schmerzhaftes EM-Aus

Für Österreichs 400-m-Hürdenläuferinnen Anja Dlauhy und Lena Pressler war im Semifinale Endstation. Während die ÖLV-Rekordlerin Dlauhy über einen 14. Platz (55,22 Sek.) bei ihrer ersten EM jubeln konnte, endete der Bewerb für Pressler schmerzhaft. 

An der achten Hürde kam sie zu Fall. „Die Enttäuschung ist groß. Es wäre sich eine neue Bestleistung (54,55 Sek.) ausgegangen, das ist so ärgerlich. Aber das kann man nicht ändern“, meinte Pressler.

Ein türkischer Sportjournalist ist vorübergehend festgenommen worden, weil er in den Sozialen Medien über einen angeblich bevorstehenden Wechsel des Bayern-München-Stars Jamal Musiala zu Galatasaray Istanbul berichtete. Gegen den Journalisten werde wegen der öffentlichen Verbreitung irreführender Informationen ermittelt, berichteten der türkische Sender NTV und andere Medien übereinstimmend. Er sei am Montagabend wieder freigelassen worden.

Der Journalist hatte demnach zuvor berichtet, dass Musiala kurz vor einem Wechsel zu Galatasaray Istanbul stehe. Der Club hatte Transfergerüchte Ende Juli dementiert und sprach von einer bewussten Verbreitung irreführender Nachrichten. Galatasaray führe Transferaktivitäten mit großer Diskretion durch, man bitte die Fans, sich nur auf offizielle Mitteilungen zu verlassen, hieß es.

Der stark in der Kritik stehende FIFA-Präsident Gianni Infantino erhält trotz seines umstrittenen Investorenplans Rückendeckung aus dem Weißen Haus. US-Präsident Donald Trump schrieb in einer kurzen Stellungnahme auf seiner Plattform Truth Social, der Fußball-Weltverband würde einen schrecklichen Fehler begehen, wenn er aus irgendeinem Grund auch nur erwägen sollte, Infantino abzulösen.

Trump schwärmte in höchsten Tönen von dem Mann, der ihm 2025 den FIFA-Friedenspreis verliehen hatte: „Er ist fantastisch und hat gerade die erfolgreichste Weltmeisterschaft aller Zeiten geleitet“, schrieb er weiter. Wenn Infantino nicht mehr da wäre, würde es „nie wieder solch eine erfolgreiche oder profitable WM geben“.

Zuletzt hatte es Berichte gegeben, Infantino habe wegen seines gescheiterten Investorenplans Unterstützung im Weißen Haus gesucht. Die FIFA wies Berichte über Anrufe bei Trump oder anderen Regierungsmitgliedern jedoch als „frei erfunden“ zurück. Auch Trump selbst sagte, er habe mit Infantino darüber nicht gesprochen.

Infantino musste Vorhaben begraben

Der FIFA-Boss steht wegen seiner bisherigen Amtsführung und umstrittenen Zukunftsplänen in der Kritik - es gibt einige Rücktrittsforderungen. Infantino wollte Rechte an den Turnieren des Weltverbandes an private Investoren verkaufen und damit Milliarden erlösen. Technologieinvestor Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit Trumps Tochter Ivanka, verheiratet ist, hätte über seine Investmentfirma eine Schlüsselrolle übernehmen sollen.

Heimsieg für Amy Hunt: Die Britin sprintete bei der Leichtathletik-EM im englischen Birmingham über 100 Meter zu Gold. Die 24-Jährige setzte sich mit 11,00 Sekunden knapp vor Ewa Swoboda aus Polen (11,02) und der Belgierin Delphine Nkansa (11,06) durch. 

Für Hunt ist es die vierte Medaille bei einem Großereignis. Bei der EM in Rom 2024 holte sie mit Großbritannien über 4x100 m Gold, zwei Monate später gab es im gleichen Bewerb bei den Olympischen Spielen Silber. Hinzu kommt noch die Silbermedaille über 200 m bei der WM in Tokio 2025.

Williams erreichte nicht das Finale

Weniger gut lief es für die Österreicherinnen. Christania Williams hat den erhofften Finaleinzug über 100 m verpasst. Die 31-Jährige musste sich im Halbfinale in 11,21 Sekunden mit Platz elf begnügen. „Mein Körper hat sich angefühlt, als ob ich eine Zehnerzeit laufen könnte, aber leider habe ich das nicht geschafft. Ich bin wirklich enttäuscht“, sagte die gebürtige Jamaikanerin Williams, die heuer mit 11,06 ÖLV-Rekord aufstellte und deren persönliche Bestleistung bei 10,96 steht. „Ich weiß nicht, was heute passiert ist. Aber das ist ein Teil des Sports.“ Für Williams ist es das zweite Sport-Großereignis heuer, im Februar wurde sie als Anschieberin von Katrin Beierl in Cortina d'Ampezzo Olympia-Neunte im Zweierbob.

Magdalena Lindner verpasste das Semifinale als 14. in den Vorläufen in 11,32 um eine Hundertstel bzw. um zwei Plätze. Isabel Posch kam nicht über eine Zeit von 11,48 hinaus und belegte den 19. Rang. Mit ihrer Leistung war Lindner aber zufrieden. „Ich bin in meinem Leben erst zweimal schneller gelaufen. Schade, dass es um eine Hundertstel zu wenig war. Der Lauf war trotzdem gut, ich muss zufrieden sein“, sagte die Niederösterreicherin. Die Vorarlbergerin Posch bezeichnete ihren Auftritt als „recht enttäuschend“.

Die österreichischen Schwimmer haben heute Abend frei. Vorgesehen war das nicht. Zum Auftakt der Beckenbewerbe in Paris gelang keinem OSV-Athleten der Aufstieg aus den Vorläufen. 

Am knappsten verfehlte Luka Mladenovic den Platz in der Finalsession. Der dreifache U23-Europameister belegte über 100 Meter Brust in 1:00,28 Minuten Rang 21, lediglich 15 Hundertstelsekunden fehlten auf das Semifinale. Bei der vergangenen EM hätte diese Zeit noch gereicht. „Ich bin überrascht“, sagte der 22-Jährige. Er sei „volle Kanne“ geschwommen, über diese Distanz am Vormittag allerdings meist langsamer. Den Kopf wollte Mladenovic deshalb nicht „in den Sand stecken“. Am Mittwoch folgen die 200 Meter Brust, am Freitag die 50.

Bei Simon Bucher war der Rückstand größer, die Selbstkritik noch deutlicher. Der EM-Zweite von Belgrad kam über 50 Meter Schmetterling in 23,72 Sekunden nicht über Rang 34 hinaus. „Das war zu hektisch und nichts Gescheites“, sagte der Tiroler im Anschluss. 

Lukas Edl war in 23,56 Sekunden als 28. bester Österreicher, schied jedoch ebenfalls im Vorlauf aus.

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