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Vier Punkte in fünf Spielen sind eben deutlich zu wenig, um ernsthaft noch im Titelkampf mitmischen zu können. Die Wiener Austria verlor die Spitzenspiele gegen Sturm, LASK und Salzburg und muss die Zielsetzung für die kommenden fünf Partien revidieren. 

Die lautet wie folgt: „Jede Partie ist ein Highlight und bietet uns die Chance, uns mit den besten Teams der Bundesliga zu messen. Es ist auch eine wichtige Standortbestimmung, um zu sehen, was für uns realistisch ist“, so Trainer Stephan Helm.

Die Realität lautet eben Rang fünf. „Wir wollen es in der zweiten Hälfte der Meistergruppe besser machen als in den ersten fünf Spielen.“ Am Mittwoch (18.30) hat man die erste Gelegenheit dazu mit dem Gastspiel in Salzburg. Das 1:3 vom Sonntag in der Generali Arena stärkte das Selbstvertrauen nicht unbedingt, auch wenn man nach einer inferioren ersten eine gute zweite Hälfte spielen konnte.

„Wir müssen mutiger auftreten und uns mehr zutrauen als in der ersten Halbzeit. Gleichzeitig müssen wir uns bewusst sein, dass Salzburg enorme Qualität besitzt und Fehler sofort bestraft“, so Helm.

Vor knapp einem Jahr war der Wolfsberger AC ganz oben. Mit dem Triumph im ÖFB-Cup im Finale von Klagenfurt gegen Hartberg holten die Kärntner den bisher ersten und einzigen Titel ihrer Klubgeschichte.

Wie schnell es im Fußball gehen kann, erlebt der WAC in diesen Tagen. Nach der 0:3-Niederlage am Dienstag bei Blau-Weiß Linz stehen die Lavanttaler auf dem letzten Tabellenplatz der Qualifikationsgruppe. Der Abstieg in die 2. Liga droht und das hat auch seinen Grund: Der WAC ist mittlerweile seit zwölf Bundesligaspielen ohne Sieg. Der letzte Erfolg datiert vom 7. Dezember des Vorjahres.

Blau-Weiß indes beendete einen anderen Negativlauf. In der 29. Minute war es am Dienstag so weit und die Oberösterreicher zum ersten Mal seit der 13. Runde nicht mehr Tabellenletzter. Nach einer Flanke von Ronivaldo in den Strafraum drückte Shon Weissman WAC-Kapitän Gernot Baumgartner weg. Der Innenverteidiger fiel leichtfertig zu Boden. Ob er auf einen Foulpfiff gehofft hat? Den gabs jedenfalls nicht. Weissman verwandelte aus der Drehung zum 1:0 für die Gastgeber im Stile eines echten Goalgetters. Es war das neunte Saisontor des Iraeli.

Kein Elfer

Für die Kärntner sollte es im Laufe der Partie noch schlimmer kommen. Zunächst gab es nach einem unabsichtlichen Handspiel wohl zurecht keinen Strafstoß für den WAC, der nach der Pause offensiver werden musste. Dafür gab es Platz für die Linzer im Konter. Aus so einem resultierte ein Freistoß für Blau-Weiß an der Strafraumgrenze. Nico Maier traf ins lange Eck, nachdem sich WAC-Goalie Polster verspekulierte, einen entscheidenden Schritt ins andere Eck machte und damit geschlagen war (66.).

Meisterlich ist der Meister eher weniger unterwegs. Das liegt nicht an der matten Darbietung beim LASK, wo man ein glückliches 1:1 entführte, sondern an der Punktezahl. Noch nie hatte ein Leader seit der Einführung des neuen Liga-Formats (2018) so wenige Punkte vor dem Rückrundenstart der Meister-Gruppe. Auch Sturm Graz in den jüngsten zwei Meistersaisonen nicht. Derzeit halten die Steirer bei 28 Zählern, im Vorjahr führte man nach 27 Runden mit 33 Zählern die Tabelle an, in der Saison 2023/2024 hatte man wie der damalige Leader Salzburg zu diesem Zeitpunkt 35.

Und dennoch: Sturm ist seit acht Partien unbesiegt vor dem nächsten Duell um Platz eins in Liebenau gegen den LASK am Mittwoch (20.30 Uhr). Trainer Fabio Ingolitsch fordert mehr Fokus auf die Defensive: „Wir müssen vor allem schauen, dass wir weniger Torchancen zulassen, dass wir den LASK mehr vom Tor weghalten. Das ist uns in Linz weniger gut gelungen.“

Dass Sturm an der Spitze steht und in der Meistergruppe noch unbesiegt ist, bereitet dem Trainer dennoch Freude. „Wir haben nicht das Team, das über die besten Einzelspieler verfügt. Aber wir haben gezeigt, was mit dem Kollektiv zu erreichen ist. Zudem haben wir in entscheidenden Phasen mutige Entscheidungen getroffen.“

Die Aufreger

Natürlich wurde auch am Dienstag noch über das „Hinspiel“ beim LASK diskutiert. LASK-Trainer Didi Kühbauer war über die Elferscheidung nach wie vor „schockiert“.  Beim Duell zwischen Sturms Ryan Fosso und Ismaila Coulibaly waren sich aber nicht alle einig. Von offizieller Seite, von „VAR Österreich“, gab man mittlerweile einen Fehler zu. In Graz sah man es anders: „Für mich war es ein klarer Elfer. Ich bin auch verwundert, dass nicht über den Ausgleich diskutiert wurde. Kalajdzic hat sich mit beiden Händen auf Koller aufgestützt“, meint Ingolitsch.

Das 19 Jahre alte Fußball-Talent Alamara Djabi ist bei einer Messerattacke in Dänemark schwer verletzt worden. Nach Angaben seines Klubs FC Midtjylland musste der Spieler zweimal operiert werden und lag im Koma.

Zeitweise bestand Lebensgefahr. Mittlerweile sei Djabi aus dem Koma erwacht und befinde sich in einem stabilen Zustand.

Der Vorfall habe sich am Wochenende in Herning ereignet. „Der FC Midtjylland steht in engem Dialog und in enger Zusammenarbeit mit den Behörden und leistet Alamara Djabi und seiner Familie Unterstützung“, schrieb der Verein auf seiner Webseite. Zu den Hintergründen machte der Verein keine Angaben. 

Djabi stammt aus Guiney-Bissau. Er kam 2023 zum FC Midtjylland und war für ein Jahr an den portugiesischen Drittligisten CD Mafra ausgeliehen. Für das dänische Spitzenteam kam er bislang vorwiegend in den Nachwuchsteams zum Einsatz. Spiele für das Erstliga-Team in der dänischen Superliga bestritt er noch nicht. 

Realität findet nicht nur auf dem Spielfeld statt, sondern auch in den Redaktionen - und in der Art, wie über Sport berichtet wird. Eine neue Studie, die heute veröffentlicht wurde, zeigt nun erneut: Frauen und Personen mit Behinderung sind in der medialen Sportberichterstattung in Österreich immer noch stark unterrepräsentiert. Die Sichtbarkeit von Frauen im österreichischen Sport steigt, bleibt aber weiterhin deutlich hinter der von Männern zurück. Rund fünf Jahre nach einer Ersterhebung wurde die Studie erneut auf Initiative von "exploristas" (Österreichs Initiative für Sichtbarkeit und Vielfalt von Frauen im Sport) vom Institut MediaAffairs durchgeführt.

40.000 Beiträge in österreichischen Medien wurden durchforstet. 15.000 davon in Printmedien, wo nur 15 Prozent der Berichterstattung auf Frauen fällt. Immerhin um 3 Prozentpunkte mehr als 2020, als die erste entsprechende Studie durchgeführt wurde. 

Im internationalen Vergleich ist Österreich kein Ausreißer. Die Studien aus anderen Ländern sind allerdings bisher viel kleiner als die Genderbalance Studie von Media Affairs und exploristas und die Vergleichszahlen daher gering.

Hier geht es zur gesamten Studie

Positive Entwicklungen

Eine positive Entwicklung gab es auch auf den Titelseiten: Wenn Sport auf der Seite 1 zu sehen war, dann war immerhin in 26 Prozent der Fälle eine Frau zu sehen.

Während der Olympischen Spiele war das übrigens anders. Da wurde fast ausgeglichen über Frauen und Männer berichtet, sagt Maria Pernegger, die Geschäftsführerin von Media Affairs. Insgesamt seien die Medien von 50:50 aber "grotesk weit entfernt"

Bei den Social Media Auftritten der österreichischen Medien ist die Diskrepanz sogar noch größer. 88 Prozent der 23.000 untersuchten Beiträge von Medienhäusern auf Social Media fokussieren sich auf männliche Sportler. Dabei wären die Interaktionen bei Frauen insgesamt sogar höher als bei Männern. 

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