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Erfolgslauf bei den French Open: Warum ist Italiens Tennis so gut?

Vor dem Halbfinale war fix: Ein Italiener steht im French-Open-Finale. Dazu kamen reihenweise Davis-Cup-Siege und ein Serien-Champ Jannik Sinner.
Cobolli steht im French-Open-Halbfinale

Fantastico! Mehr ist über Italiens Tennis nicht zu sagen. Da scheitert der Weltranglisten-Erste Jannik Sinner schon bald, da hatte die Nummer zwei des Landes Lorenzo Musetti schon aufgrund einer Verletzung gar nicht die Reise zu den French Open antreten können - und am Sonntag steht dennoch ein Landsmann im Endspiel des größten Sandplatz-Turniers der Welt. 

Entweder Flavio Cobolli und Matteo Arnaldi, die sich am Freitagabend im Semifinale gegenüberstehen. Arnaldi eliminierte übrigens im Viertelfinale mit Routinier Matteo Berrettini einen weiteren Italiener. 

Nachdem der Verband praktisch kaputt war, kam 2001 die große Reform, quasi die Geburtsstunde des Aufstiegs. So wurden die Talentförderung, die Trainerausbildung und die Stärkung der Leistungszentren vorangetrieben - und vor allem Ausbau der Turnierlandschaft. "Die Italiener können fast jede Woche daheim ein Challenger spielen. Ersparen sich so unter anderem hohe Reisekosten", sagt Florian Leitgeb, der Österreichs einzige Challenger-Turniere (Mauthausen, Tulln) organisiert. Zudem gibt es viel mehr Jugendturniere. 

Für kleine Länder wie Österreich ist dieses System nicht kopierbar, weil das Geld fehlt. Und in Italien kommt das Geld vom Masters-Turnier in Rom, das in den vergangenen Jahren auch dank Sinner aufblüht. Das Turnier sorgt nicht nur für große Tennis-Begeisterung, sondern spült auch Geld in die Kassen. Kein Wunder, 2004 beispielsweise kamen nicht einmal 60.000 Zuschauer ins Foro Italico, nun sind es rund 400.000. 

Und was noch die Begeisterung anheizte: 2009 schuf der Italienische Tennis-Verband (FITP) mit SuperTennis ihren eigenen Fernsehkanal. 24 Stunden am Tag laufen dort Tennis und Padel im Free-TV. Durch die Gelder wurde freilich auch das Scouting-System verbessert und die Jugendprojekte vorangetrieben bzw. verfeinert. 

Mittlerweile spielen mehr als fünf Millionen Italiener Tennis, laut einem Bericht des deutschen Tennismagazins lieben 17 Millionen im Land diesen Sport. 

Und Erfolge, wie die Davis-Cup-Triumphe in den vergangenen drei (!) Jahren und auch zahlreiche Erfolge bei den Frauen, feuern die Euphorie noch an. 

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