Formel-1-Star Antonelli: „Man frisst oder wird gefressen“
Rivalen im selben Team: George Russell und Kimi Antonelli.
Der Grand Prix von Monaco ist Jahr für Jahr heißer Anwärter auf das fadeste Rennen. Doch die Fahrer und Fans akzeptieren Monaco so, wie es ist. Eine Strecke vor atemberaubender Kulisse; ein Rennen mit enormem Glamour-Faktor; TV-Quoten, die Jahr für Jahr in die Höhe schießen. Traditionalisten lieben die engen Häuserschluchten, die Fahrt durch den Tunnel, die Schikane um das Schwimmbad. Vorschläge, das Layout der Strecke rund um den glitzernden Hafen zu ändern, kommen immer wieder – umgesetzt wurden sie nie. Und somit wird man auch heuer im Rennen nicht überholen können.
„Wie ein Haifischbecken“
Auf der anderen Seite bekommt das Qualifying am Samstag (16.00/MESZ) in Monaco eine enorme Bedeutung. Wer im Match gegen die Zeit am Ende vorne ist, wird am Tag danach mit großer Wahrscheinlichkeit in der Fürstenloge den Pokal für den Sieger entgegennehmen dürfen.
Weil Monaco so anders ist als alle anderen Rennstrecken der Saison, wittert die Konkurrenz von Mercedes ihre Chance. Wird Ferrari, wo Lokalmatador Charles Leclerc soeben seinen Vertrag verlängert hat, den Silberpfeilen Paroli bieten können? Wird das McLaren-Team, das vor dem 1.000. Grand Prix steht, den Rückstand verkürzt haben? Kann Red Bull mit dem überragenden Max Verstappen am Samstag mithalten?
Vermutlich nein. WM-Leader Kimi Antonelli (131 Punkte) wird von seinem glücklosen Mercedes-Kollegen George Russell (88 Punkte) gejagt. „Das ist wie in einem Haifischbecken. Man frisst oder wird gefressen“, sagte Teenager Antonelli über den bissigen Zweikampf mit seinem Stallrivalen. Spätestens seit dem gnadenlosen Zweikampf in Montreal zieht die Szene Vergleiche mit dem „Krieg der Sterne“ zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Selbst Russell sagte nach dem denkwürdigen Duell in Kanada: „So eine Schlacht habe ich vermutlich nicht seit Lewis und Nico 2014 in Bahrain gesehen.“ Erst ein Defekt am Auto des Briten stoppte in Montreal die Auseinandersetzung.
„Sie kennen die Grenze“
„Sie wissen, wo die Grenze ist. In Kanada sind sie beinahe darüber hinausgeschossen, aber das haben wir dann in einem Gespräch geklärt“, sagte Teamchef Toto Wolff der Sport Bild. Eine Stallorder will der Österreicher unbedingt vermeiden. Zumal Wolff hofft, dass die Lage nicht wie einst zwischen Hamilton und Rosberg eskaliert. „Beide stammen aus unserem Juniorenprogramm. Das ist eine andere Ausgangssituation. Sie wissen, was sie Mercedes zu verdanken haben.“
Das Duell zwischen Hamilton und Rosberg spielte einst vor einem ähnlichen Hintergrund. Mercedes dominierte, die Piloten fuhren um die WM – und sich in Barcelona gegenseitig ins Auto. Die Freundschaft litt.
„Es war wie Krieg“
„Es war richtiger Krieg. Wenn du um die Weltmeisterschaft kämpfst, vernachlässigst du die Freundschaft, um den Titel zu gewinnen“, sagte Rosberg zuletzt im Podcast High Performance. „Bei Rad-an-Rad-Duellen kannst du nicht der nette Typ sein.“ Am Ende mussten die Fahrer für Unfallschäden sogar zur Hälfte selbst aufkommen, verriet Rosberg.
Antonelli versprach vor dem Rennen in Monaco hingegen: „Wir wollen so ein Szenario nicht wiederholen. Wir werden gegeneinander kämpfen, aber auf faire Art.“ Werden die Nerven der neuen Sternenkrieger halten?
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