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Vor den Wasserverneblern waren ähnlich lange Menschenschlangen, wie vor den Getränkestandln. Wer konnte, suchte sich am Samstagnachmittag auf dem Red Bull Ring ein Plätzchen im Schatten und hoffte auf ein Lüftchen, das die Hitze erträglicher machte.

33,5 Grad zum Start des Qualifyings

Die Formel-1-Piloten beschäftigten die Temperaturen von exakt 33,5 Grad zum Start des Qualifyings weniger. Zum einen sind sie Hitze gewöhnt, zum anderen sitzen sie zwar auch in der Sonne, haben jedoch ein „Lüftchen“, das ihnen auf den Geraden mit mehr als 300 km/h in die Cockpits bläst.

Keinen kühlen Kopf bewahrte Max Verstappen. Der Niederländer flog in seiner letzten schnellen Runde von der Strecke und schlug in den Reifenstapeln ein. Der Red-Bull-Pilot wird beim Grand Prix von Österreich am Sonntag (15.00/live ServusTV, Sky) vom fünften Startplatz ins Rennen gehen. 

Die schnellste Runde fuhr Mercedes-Mann George Russell. Doch der Brite fuhr seine Zeit, als die gelben Flaggen geschwenkt wurden. Erst nach einigen Minuten war klar, dass seine Rundenzeit zählt und er die Poleposition behalten darf. "Das war eine großartige Runde, obwohl ich bei der einfach geschwenkten gelben Flagge vom Gas gegangen bin", sagt Russell, der zuletzt gegen seinen Teamkollegen Kimi Antonelli mehrmals das Nachsehen gehabt hatte.

"Als ich den Max in der Wand gesehen habe, habe ich mir gedacht: Das war es", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Kimi hat seine Runde abgebrochen. George ist ein bisschen vom Gas gegangen und ist weitergefahren. Das war dann die Poleposition."

Starke Leistung von Ferrari

Die beiden Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Lewis Hamilton zeigten sich deutlich verbessert und kamen auf die Ränge hinter Russell. Kimi Antonelli konnte seinen schnellen Versuch nicht durchziehen. Er startet von Rang vier.

Der Italiener ist in Top-Form, Antonelli war in allen drei Trainingseinheiten in Spielberg der Schnellste und ist einer der Favoriten auf den Rennsieg. "Kimi ist so stark im Kopf", sagt Wolff. "Das wird ihn nicht zurückwerfen."

Ein Debakel erlebten einmal mehr die beiden Aston-Martin-Piloten. Fernando Alonso und Lance Stroll hatten eine Sekunde Rückstand auf das zweitschlechteste Team Cadillac mit Sergio Perez und Valtteri Bottas.

Der Mann, der 1982 Österreichs bis heute letztes Tor gegen Algerien (Endstand: 2:0) erzielt hatte, verzichtet auf ein TV-Live-Erlebnis. 

Hans Krankl gibt Samstagabend noch mit der Band Monti Beton beim „Spettacolo Italo-Americano“ im burgenländischen Bad Sauerbrunn den Ton an, ehe er Sonntag, während im ORF zur Morgenstund’ das Match gezeigt und danach analysiert wird, in seine Zweitheimat nach Jesolo fährt.

Ägypten hat bei der vierten Fußball-Weltmeisterschaftsteilnahme erstmals den Aufstieg geschafft. Den „Pharaonen“ reichte am Freitag in Seattle ein 1:1 (1:1) gegen den Iran, um bei der Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko als Gruppe-G-Zweiter durchs Ziel zu gehen. Die punktgleichen Belgier (je fünf) landeten nur aufgrund des besseren Torverhältnisses davor, der Iran (drei) darf noch auf ein K.o.-Phasenticket als einer der besten acht drittplatzierten Mannschaften hoffen.

In einer ereignisreichen Anfangsphase sorgte Ägyptens Mahmoud Saber (5.) vor 66.925 Zuschauern für einen Start nach Maß, Ramin Rezaeian (14.) glückte der postwendende Ausgleich. Für den in der 57. Minute mit Oberschenkelproblemen ausgewechselten Stürmerstar Mohamed Salah und Co. geht es am Freitag in Dallas bei der historischen Sechzehntelfinalteilnahme gegen Australien weiter. Die Iraner müssen noch fast 24 Stunden zittern, ehe sie Gewissheit haben, ob auch sie im Turnier verbleiben.

Torleute früh im Mittelpunkt

Beide Torleute rückten in der Anfangsphase in den Mittelpunkt. Irans Alireza Beiranvand sorgte dafür, dass der Ball nach einer nicht guten Abwehr bei Saber landete, der via Abstauber durch die Beine des Schlussmanns zur Führung vollendete. Wenige Minuten später traf Ägyptens Verteidiger Mohamed Abdelmoneim beim Herausspielen im Strafraum unglücklich Mehdi Taremi am Fuß. Der Gefoulte trat selbst zum Elfmeter an, der ägyptische Tormann Mostafa Shoubir erriet aber die Ecke und hielt (11.).

Mit einer deutlichen Leistungssteigerung im dritten Spiel hat sich Belgien bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada doch noch den Gruppensieg gesichert. Die „Roten Teufel“ besiegten Neuseeland am Freitag in Vancouver Neuseeland 5:1 (1:0). Dank der um zwei Treffer besseren Tordifferenz landeten die Belgier in Pool G vor Ägypten. Leandro Trossard (28., 50.), Kevin de Bruyne (66.), Romelu Lukaku (86.) und Alexis Saelemaekers (94.) trafen für die Sieger.

Nach zwei enttäuschenden Remis standen De Bruyne und Co. unter Siegzwang, um aus eigener Kraft den Aufstieg zu schaffen. Von Beginn weg schnürten die Belgier Neuseeland in deren Hälfte ein, erspielten Chance um Chance. Trossard scheiterte zunächst am Innenpfosten (11.), einen weiteren Abschluss des Flügelstürmers blockte Finn Surmann mit der am Körper anliegenden Hand. Der zunächst gegebene Elfmeter wurde vom VAR wieder einkassiert (22.). Der erste Treffer lag in der Luft und war dem auffälligsten Akteur vorbehalten. Nach einer Ecke beförderte Trossard den Ball aus kurzer Distanz ins Netz (28.). Der Gegentreffer rüttelte die bis dato völlig harmlosen Neuseeländer ein wenig wach, große Gefahr blieb aber aus.

Lukaku als Superjoker

Nach Wiederbeginn schnürte Trossard nach idealem Zuspiel von De Bruyne seinen Doppelpack (50.). Dem belgischen Spielmacher selbst gelang der dritte Treffer. Aus rund 20 Metern versenkte De Bruyne den Ball im rechten unteren Eck (67.). Elijah Just verkürzte in der Schlussphase auf 1:3 (84.) und stieß die Belgier vorläufig wieder von der Tabellenspitze. Doch der Sekunden zuvor eingewechselte Torjäger Romelu Lukaku brachte die „Roten Teufel“ mit seinem 91. Länderspieltor, dem sechsten bei einer WM, wieder auf Kurs Gruppensieg (86.).

Spanien hat sich wie erwartet den Gruppe-H-Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada gesichert. Der Europameister behielt am Freitag in Guadalajara gegen Uruguay verdient mit 1:0 (1:0) die Oberhand und besiegelte damit das frühe Aus der Südamerikaner. Spielentscheidend war ein Patzer von Tormann Fernando Muslera bei einem Schuss von Alex Baena (42.). Im Sechzehntelfinale wartet auf die Iberer der Zweite der Gruppe J, also Österreich oder Algerien. 

Die Spanier erzeugten früh Torgefahr, schon nach etwas mehr als einer Minute wurde ein Schuss von Mikel Oyarzabal in den Corner abgelenkt. In der Folge konnte der Favorit aus der spielerischen Überlegenheit wenig Kapital schlagen, durfte aufgrund Musleras Missgeschick aber trotzdem jubeln. Der 40-Jährige wehrte einen eigentlich eher harmlosen Schuss von Baeno ins eigene Tor ab. Damit setzte sich ein Negativlauf bei der Endrunde fort, hatte er doch auch bei den drei anderen Gegentoren beim 1:1 gegen Saudi-Arabien und 2:2 gegen Kap Verde schlecht ausgesehen.

Tormannwechsel zur Pause

Uruguay tat sich im Spiel nach vorne extrem schwer, ein Weitschuss von Rodrigo Bentancur (36.) und eine Klärungsaktion von Spaniens Aymeric Laporte vor Stürmer Darwin Nunez (45.+8) waren das Nennenswerteste. Bitter war auch, dass Mittelfeldspieler Manuel Ugarte nach einem Zusammenstoß vom Platz getragen werden musste. Zur Pause nahm Teamchef Marcelo Bielsa seinen Einsergoalie vom Platz, Sergio Rochet durfte sich versuchen. Der musste keine Parade zeigen, da die Spanier darauf bedacht waren, die Führung geschickt über die Zeit zu bringen. Zudem traf „Joker“ Dani Olmo den Ball aus bester Position nicht richtig (63.).

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