Wenn man soeben Wimbledon gewonnen hat, ist dies wohl ohnehin ein überaus bewegender Moment. Wenn dieser Moment dann auch noch von einem persönlichen Schicksal begleitet wird, wird es hochemotional: Im Moment ihres größten Triumphs dachte die neue Wimbledon-Siegerin Linda Noskova an ihre vor zwei Jahren gestorbene Mutter.
Die 21-jährige Tschechin hielt nach dem 6:2, 5:7, 6:3 gegen ihre befreundete Landsfrau Karolina Muchova die Venus Rosewater Dish als Trophäe für den Erfolg beim prestigeträchtigsten Tennis-Turnier der Welt in den Händen. Sie schickte einen Handkuss in den Himmel, blickte nach oben und hatte Tränen in den Augen.
„Es gibt noch eine Person, der ich danken möchte. Das ist meine Mum. Ich würde definitiv nicht ohne sie hier stehen“, sagte Noskova.
Ihre Mutter Ivana starb vor zwei Jahren direkt vor dem Auftakt von Wimbledon. Noskova, damals erst 19 Jahre alt, spielte dennoch und gewann erstmals ein Match beim Londoner Rasenturnier. Nun hat sie nach einem tschechischen Finale, das einer Achterbahnfahrt glich, Wimbledon gewonnen - als dritte Tschechin in vier Jahren. Und als jüngste Tennisspielerin seit 2011, als ihre Landsfrau Petra Kvitova triumphierte.