Ab Freitag ist die zweifache Paralympics-Siegerin Lilly Sammer bei den Winterspielen in Cortina d'Ampezzo wieder der Guide von ihrem angestammten Para-Skifahrer: Michael Scharnagl. Der seheingeschränkte Tiroler startet auf der Tofana im Riesentorlauf und im Slalom. Für den Quereinsteiger sind es die zweiten Para-Spiele, die ersten in Peking endeten katastrophal. In Cortina hofft Scharnagl auf eine Überraschung. Pläne hat der Tausendsassa auch für Los Angeles 2028.
"Ich habe eigentlich mein Leben lang immer schon Ziele verfolgt, wo andere gesagt haben, das geht nicht", erzählte Scharnagl in Cortina im APA-Gespräch. Er habe Tennis gespielt, bis die Sehkraft zu schwach war. "Dann bin ich Kickboxen gegangen, weil ich gewusst habe, wenn der Gegner näher ist, dann sehe ich ihn besser." Ein Tiroler Meistertitel steht auf der Habenseite. "Dann wollte ich American Football spielen. Zwei Vereine erklärten mir aber, das bringt nichts, wenn du nichts siehst. Da habe ich selber einen Verein gegründet und wir sind zweimal aufgestiegen."
Desaster in Peking
Zum Skifahren ist Scharnagl über seinen Bruder gekommen. 2019 bestritt er die ersten FIS-Rennen, zwei Jahre später erfolgte der Einstieg in den Weltcup. Im Visier waren die Paralympics. "Ich suche mir schon gerne immer wieder so Ziele, auf die ich dann hinarbeiten kann." Die Winterspiele in Peking 2022 wurden für den Physiotherapeuten, der seinen Job einst auf einem Kreuzfahrtschiff begann, zum Desaster.